Blu-ray Disc/Film: Pans Labyrinth [Blu-ray]
Written on 3. September 2010 – 13:28 | by admin
Pans Labyrinth [Blu-ray]
Beschreibung:
Pans Labyrinth ist die Geschichte der kleinen Ofelia, die mit ihrer Mutter zum Stiefvater, einem hochrangigen Militäroffizier, in eine ländliche Gegend Nordspaniens ziehen muss. Durch die Brutalität und Unberechenbarkeit des Stiefvaters tief erschüttert, findet Ofelia Zuflucht in einer Fantasiewelt, die von wundersamen, schaurigen und mystischen Fabelwesen wie dem geheimnisvollen PAN bevölkert ist. Sie hat nur eine Chance, in diesem neu erschaffenen Kosmos zu bestehen: Sie muss sich ihren tiefsten Ängsten und schlimmsten Träumen stellen.
Angaben laut Hersteller
Anzahl Datenträger: 1
Bildformat: 1080p HD
Blu-ray-Type: Dual Layer (BD-50)
Bonusmaterial: Audiokommentar(e), Dokumentation(en), Trailer
Features: Oscar Preisträger
Laufzeit ca.: 119 min
Regie: Guillermo Del Toro
Regionalcode: B
Sprache: deutsch, spanisch
Tonformat: DTS HD 5.1, PCM 5.1
Untertitel: deutsch
Inspiriert von den zusammengetragenen Geschichten der Gebrüder Grimm, von Jorge Luis Borges und nicht zuletzt von Guillermo del Toros eigener, scheinbar grenzenloser Phantasie, ist Pan´s Labyrinth, auf den Punkt gebracht, ein Märchen für Erwachsene.
Ofelia (Ivana Baquero) mag zwar erst 12 Jahre alt sein, aber ihre Welt ist mindestens so dunkel und bedrohlich wie alles was del Toro bislang in seinen Filmen erforscht hat. Die Geschichte spielt mitte der vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts im ländlichen Spanien. Ofelia und ihre verwitwete Mutter Carmen (Ariadna Gil aus Belle Epoque) haben gemeinsam mit Carmens neuem Mann – Captain Vidal (Sergi López aus Harry meint es gut mit dir) -eine verlassene Mühle bezogen. Während die kränkelnde Carmen erneut schwanger ist, bleibt die verträumte Ofelia sich selbst überlassen. Daran ändert die Anwsenheit des freundlichen Hausmädchen Mercedes (Maribel Verdú aus Y Tu Mamá También) genausowenig wie ihr Stiefvater, ein ausgesprochen grober, brutaler Kerl, der für das Mädchen keinen Sinn hat und viel zu beschäftigt damit ist, mutmaßliche Informanten zu foltern. Ofelia findet bald heraus, dass sich unter der Mühle ein komplett andere Welt befindet. Ihr Führer wird der charismatische Faun (Doug Jones aus Mimic). Als ihre Mutter von Tag zu Tag schwächer wird, verbringt Ofelia immer mehr Zeit in Fauns Labyrinth. Faun bietet Ofelia seine Hilfe an. Sie muss im Gegenzug drei tückische Aufgaben erfüllen. Ofelia willigt ein, aber existiert die Parallelwelt unter der Mühle wirklich oder ist sie nur ein Hirngespinst? Del Toro trifft darüber keine abschließende Aussage. Der Film ist eine wundervolle, wenn auch brutale Variante seines früheren Werkes The Devil´s Backbone, der wie Pans Labyrinth von den Nachwehen der spanischen Diktatur unter Franco erfüllt ist. Auch wenn der Film del Toros Humor aus Hellboy vermissen lässt, befindet sich der Regisseur erneut auf der Höhe seines Könnens. –Kathleen C. Fennessy
Testergebnis:
(von 369 Tests)
Normalpreis (UVP):EUR 28,99
Amazon-Preis:EUR 11,98
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5 Responses to “Blu-ray Disc/Film: Pans Labyrinth [Blu-ray]”
By Thomas Knackstedt on Sep 3, 2010 |
Test von Thomas Knackstedt Pans Labyrinth [Blu-ray]
Bewertung:
-Pans Labyrinth- kommt anders daher, als die meisten Filme des gängigen Fantasy-Genres. In kaum einem anderen Film, der uns ins Reich der Elfen und Fabelgestalten entführt, ist die Realität so kompromisslos, hart und unbarmherzig zu spüren. Ist es sonst so, dass die Fantasie die Wirklichkeit überflügelt, so ist in Pans Labyrinth die Traumwelt lediglich eine Zuflucht, um der Realität für geraume Zeit zu entkommen. Und das aus gutem Grund.
Spanien, 1944. Das Land liegt in den letzten Zügen des zweiten Weltkrieges. Das Franco-Regime ist an der Macht und herrscht mit unnachgiebiger Härte. Die Armee spürt Rebellen nach und tötet sie gnadenlos. Die kleine Ofelia reist mit ihrer schwangeren Mutter in die spanischen Berge. Dort besuchen sie den neuen Lebensgefährten der Mutter, einen Hauptmann der Armee, der die Aufständischen bekämpfen soll. Ofelias richtiger Vater war Schneider und ist bereits gestorben. Ofelias Mutter möchte, dass der Hauptmann seine Rolle einnehmen soll. Aber das kann Ofelia nicht dulden. Der Hauptmann ist grausam, unnahbar und rücksichtslos. Ein Teufel in Uniform, den seine Gegner fürchten und der nur einen Wunsch hat: Seine Frau soll ihm einen Sohn gebären. Als der Krieg mit den Rebellen sich zuspitzt und Ofelias Mutter schwer erkrankt, entdeckt Ofelia eine Zauberwelt im Wald. Ihr erscheint eine Fee und führt sie in ein uraltes, steinernes Labyrinth. Dort trifft sie Pan, eine atemberaubende Märchengestalt. Pan eröffnet ihr, dass sie die Prinzessin eines verschollenen Reiches ist und, dass ihr richtiger Vater, der König, auf sie wartet. Um zu ihm zu kommen, muss Ofelia allerdings drei Prüfungen bestehen.
Allerdings warten auf Ofelia nicht nur diese Prüfungen. Ihre Mutter droht zu sterben, der Hauptmann wendet sich gegen Ofelia und ihre Hausdame Mercedes, die sie abgöttisch liebt, wird als Helferin der Aufständischen enttarnt. Ofelia nimmt ihr Schicksal in die Hand und versucht in der Wirklichkeit, wie in der Traumwelt, ihre Aufgaben zu erfüllen, um am Ende in beiden Welten ihren Platz zu finden…
-Pans Labyrinth- lebt von der grandiosen Geschichte. Sie beinhaltet alle Elemente, die ein gutes Märchen braucht. Sie fängt uns ein, lässt uns nicht mehr los und führt uns gnadenlos am Handlungsfaden entlang. Sicher sind einige Szenen in Pans Labyrinth grausam und überraschend, aber genau das macht den Reiz der Erzählung aus. Märchen sind genau so. Da werden Hexen in Öfen gesteckt und Zicklein vom Wolf gefressen. -Pans Labyrinth- zeigt diese grausamen Inhalte des Märchens in schockierenden Bildern, das ist neu. Die Bilder, mit denen Ofelias Geschichte auf die Leinwand transportiert wird, sind poetisch, traumhaft und wundervoll gelungen. Ein Film, der aus ähnlichen Produktionen hervorsticht und zurecht mit Oscars prämiert wurde. Der Pan, die Elfen, die Zusammenführung der Welten, all das ist perfekt gelungen und schlägt einen erbarmungslos in den Bann. Dazu sind die Rollen mit Liebe zum Detail besetzt. Die Bösartigkeit des Hauptmanns, Ofelias neugierige Unschuld und Mercedes Kampf für die Freiheit, all das wirkt überaus realistisch und geht dem Zuschauer unter die Haut. Alles in allem: Wunderbares Kino!
By medien-queen on Sep 3, 2010 |
Test von medien-queen Pans Labyrinth [Blu-ray]
Bewertung:
Vorab: Die Erfahrung, dass hochkarätige und ambitionierte Filme unter dem Zwang, sich bezahlt machen zu müssen, gnadenlos falsch vermarktet werden, macht man leider häufig. Brutale Szenen, die zweifelsohne kompromisslos krass dargestellt werden, missbraucht man dann, um den Film mit “SAW” oder ähnlichem zu vergleichen. Mit einer so produzierten Erwartungshaltung kann der Film nur enttäuschen. Das Label “Fantasy” ist im Prinzip auch nicht wirklich passend und somit wundern viele Negativ-Rezensionen in diesem Forum nicht.
Ich habe diesen Film gesehen, ohne eine Rezension, Werbung oder ähnliches vorher mitbekommen zu haben und für mich stellte er sich so dar: Zwei Welten, eine grausame, reale Welt (spanischer Bürgerkrieg im faschistischen Spanien) und die Phantasiewelt der 12jährigen Protagonistin verschmelzen hier zu einem beeindruckenden Szenario. Egal, was der Regisseur sich nun wirklich dabei gedacht hat oder tatsächlich sagen wollte – wer mit Menschen zu tun hatte, die tatsächlich traumatische Erlebnisse hatten oder selbst Grausamkeiten erleiden musste weiß, dass die Flucht in eine Phantasiewelt oft die einzige Möglichkeit darstellt, so etwas seelisch zu überleben. Dies wird meinem Eindruck nach in diesem Film visionär großartig umgesetzt. Die brutalen Folterszenen sind schwer auszuhalten und wurden dementsprechend in vielen Reszensionen stark kritisiert. Meiner Meinung nach sind sie jedoch nicht um des Ekeleffektes willen eingesetzt worden oder um ein gewaltlüsternes Publikum zu bedienen. Der Horror im Faschismus war real. Er ist auch heute bei allen aktuellen Kriegsschauplätzen real. Sobald Krieg oder andere besondere Umstände Menschen die Möglichkeit bietet, sadistische Züge auszuleben und diese auch fördert und produziert, findet dieser Horror statt. Wer dies als zu düster und pessimistisch kritisiert, dem sei die aktuelle Berichterstattung zum Thema “Guantanamo” oder zum aktuellen Foltermord in einem deutschen Gefängnis als Vergleich empfohlen.
Sicherlich – man hätte die Szenen zurückhaltender darstellen können. Jedoch mit “Folter light” (man verzeihe mir den Sarkasmus) wäre der reale Horror, vor dem die Hauptdarstellerin in ihre Phantasiewelt flieht, nicht so deutlich geworden. Und wie im realen Leben haben zutiefste Menschlichkeit, Aufopferung und Mut neben dem Sadismus einen festen Platz in dieser Geschichte. Natürlich stilisiert und metaphorisch, aber keinesfalls übetrieben ist der Film für mich eine bildgewaltige Darstellung von Kriegstraumata und der Möglichkeit der menschlichen Seele, damit fertig zu werden. Und so ist für mich die Klärung, ob die Phantasiewelt am Ende der Geschichte nun tatsächlich existiert haben soll oder nicht, eher zweitrangig. Übrig bleibt eigentlich nur für jeden, der sich vorher informiert, die Frage, ob er sich damit konfrontieren will oder nicht.
Für mich lautet das Fazit: Grandioser, mutiger Film für Menschen, die sich nicht scheuen, sich mit Abgründen auseinanderzusetzen. Ansonsten gilt für alle Freunde des Horros oder von reinen Fantasy-Filmen: besser auf andere einschlägige Filme zurückgreifen…
By Marc Philly on Sep 3, 2010 |
Test von Marc Philly Pans Labyrinth [Blu-ray]
Bewertung:
Den Film an sich fand ich sehr faszinierend, wie die reale und grausame Welt um den Skrupellosen Hauptmann dargestellt wird (teilweise sehr brutal mit deutlichen Gewaltdarstellungen) und zugleich die märchenhafte Geschichte mit den 3 Prüfungen des Pan. Das Bild ist permanent auf sehr sehr hohem Niveau…man erkennt ganz genau jede Bartstoppel und Falte des Hauptmanns, ebenso die detaillierte Struktur des Pan und der anderen Fabelwesen, auch erwähnen möchte ich die fantastischen Aussenaufnahmen im Wald. Alles wirkt schön plastisch und ist immer scharf. Artefakte oder ähnliches sucht man hier vergebens.
By Roland Küffner on Sep 3, 2010 |
Test von Roland Küffner Pans Labyrinth [Blu-ray]
Bewertung:
Nachdem so ungefähr jeder zweite Rezensent sich hier darüber aufregt, dass die “Fantasy” in Pans Labyrinth recht schwach daher komme, sollte man vielleicht einfach mal klarstellen: Es handelt sich hier nicht um einen Fantasyfilm! (dass er unter diesem Etikett irgendwie besser verkauft werden soll ist irgendwo zwischen unpassend und unredlich). Wer Drachen, Schwerter oder Orkgemetzel sehen will und es nicht ausstehen kann, wenn ein Film die eigenen Erwartungen umgeht und irgendwie überraschend ist, der sollte von diesem Film tatsächlich lieber die Finger lassen.
Noch dazu, weil die Gewalt in diesem Film tatsächlich an die Nieren gehen kann. Plakativ (und unzureichend) könnte man diesen Film als eine Mischung aus Clockwork Orange und Alice im Wunderland betrachten. Das zentrale Thema ist die menschliche Gewalt und die Frage, wie man darauf reagiert, wenn alle Möglichkeiten des eigenen Handelns an ihre Grenzen stoßen. In diesem Film trifft das Böse in Form des spanischen Bürgerkriegs und eines sadistischen Offiziers mit voller Wucht auf ein kleines Mädchen, dessen Verletzlichkeit nur durch seine Hoffnung übertroffen wird, einer ausweglosen Situation entkommen zu können.
Das Ausmaß der Gewalt benötigt in diesem Film keine Begründung. Unmotiviert bricht sie immer wieder aus und bahnt sich ihren Weg erbarmungslos in die Bilder. Keine schnellen Schnitte ersparen dem Zuschauer Kopfschüsse, Verstümmelungen und andere Grausamkeiten, denen man erbarmungslos ausgesetzt ist. Hier wird nicht mit wohligem Grusel kokettiert sondern ausgelotet, wie viel Unausweichlickeit man ertragen kann. Dramaturgisch ist diese explizite Darstellung jedoch notwendig: Weil der Zuschauer der Gewalt ebenso wenig entkommen kann wie das Mädchen, rückt er viel näher an ihr Erleben und Empfinden heran. Man verbündet sich stillschweigend mit ihr und lässt sich von ihr in eine märchenhafte Traumwelt mitnehmen, in der man die eigene Angst nicht zu fürchten braucht und Mut mit einem guten Ende belohnt wird.
Obwohl dieser Film allegorisch und (übertrieben gesprochen) verkünstelt angelegt ist, schafft er dennoch einen direkten Zugang zu der Frage, wie der menschliche Geist auf traumatische Belastungen und Ängste reagieren kann.
Fazit: Wenn man diesen Film nicht mit Fantasy-Scheuklappen ansieht, hat man die Chance, ein Drama über die menschliche Befindlichkeit zu sehen und vielleicht das erstaunliche Gefühl zu erleben von einem Film auch eine längere Zeit danach nicht losgelassen zu werden.
Den Versuch ist es allemal wert!
By Caliban on Sep 3, 2010 |
Test von Caliban Pans Labyrinth [Blu-ray]
Bewertung:
Es ist schade, dass die Marketingabteilung des Filmverleihs das Werk im Gefolge der Fantasy-Welle vermarktet. Dies muss bei vielen Zuschauern, wie man auf dieser Seite sehen kann, zu großer Enttäuschung führen. Der Film hat aber eigentlich ein ganz anderes Thema: Fantasie und Traum sind darin die letzten Inseln der Menschlichkeit in einer menschenverachtenden Diktatur. Del Torro trägt sicher ganz besonders dick auf: Wie bereits mehrfach beschrieben, sind die Gewaltszenen so erschütternd wie die fantastischen Szenenerie zT. warm und liebevoll gezeichnet wird. Vor allem die junge Hauptdarstellerin verleiht der Helding bei aller körperlichen Schwäche eine Unangreifbarkeit ganz eigener Art: Dort, wo sie zu Hause ist, können ihr die Schergen nicht folgen.
Ich möchte nur noch Folgendes hervorheben: Fantastisches und Reales sind so gekonnt ineinander verwoben, dass die Identifikation des Zuschauers mit der Handlung, wenn er überhaupt Filme dieser Art mag, von Anfang bis zum Ende fest erhalten bleibt. Darin liegt eine absolute Meisterleistung.
Zweitens sind alle Schauspieler hervorragend ausgesucht und zeigen das Potential von Mexiko als Filmland. Wir werden Maribel Verdu sicherlich nicht das letzte Mal in einer Großproduktion gesehen haben.
Drittens begeistert der Soundtrack. Dazu führt der Regisseur im Bonusmaterial wirklich Bemerkenswertes aus: Das Hauptthema musste er seinem Komponisten richtig abtrotzen, der keine Melodien schreiben wollte. Die Tauglichkeit des Themas wurde an der kleinen Tochter überprüft; diese hat zweifellos einen guten Geschmack.
Ich bin mir sicher, dass dieser Film nicht so schnell vergessen wird!