Blu-ray Disc/Film: District 9 – Limited Steelbook Edition [Blu-ray]


Written on 10. September 2010 – 13:28 | by admin
District 9 – Limited Steelbook Edition [Blu-ray]

Das provokative Science-Fiction-Drama District 9 liefert eine originelle Geschichte, die in dem ganzen Explosions-Trubel ein wenig verloren geht. District 9 beginnt in Südafrika, in Johannesburg, als Mockumentary über die bevorstehende Vertreibung von Außerirdischen aus einem schlimmen Elendsviertel (namens District 9). Wie sich herausstellt, leben diese Kreaturen schon seit Jahren auf der Erde, nachdem sie von Krankheit und Hunger geplagt angekommen waren. Zunächst waren sie von den Menschen voller Mitgefühl und Hilfsbereitschaft aufgenommen worden, doch nun sind die Aliens unter in Langzeit-Flüchtlingslagern typischen unwürdigen Zuständen zusammengepfercht, ungewollt von feindlich gesinnten Gastgebern. Nachdem die Unterbringung der Kreaturen einer auf Profit abzielenden Firma übertragen wird, verwandelt sich das Elendsviertel in einen von Gewalt beherrschten Slum. Die Aliens kämpfen sich durch riesige Mengen Abfalls, während ihre Bewacher im Geheimen nach Waffentechnologie suchen, die sich auf dem Raumschiff der Neuankömmlinge befindet. Neben dieser Handlung wird eine eher persönliche Geschichte über einen Bürokraten namens Wikus (Sharlto Copley) erzählt, der zufällig einer Substanz ausgesetzt wird, welche die DNS verändert. Während er sich in eine der Kreaturen verwandet, muss Wikus vor Wissenschaftlern fliehen, die seine sich neu entwickelnden Körperteile erforschen wollen sowie vor Aliens, die ihn als Bedrohung betrachten. Als er sich jedoch mit einem Außerirdischen zusammentut, der insgeheim von der Erde entkommen will, verwandelt sich das, was eine faszinierende Geschichte über eine Begegnung zweier Spezies werden könnte, in eine Reihe von Feuergefechten und Explosionen. Feinheiten gehen bei all den Gewaltdarstellungen verloren, und das viel interessantere Potenzial des Films geht unter. Dennoch ist District 9 ein kraftvoller Film mit einer einzigartigen Geschichte. Allein schon die tollen Spezialeffekte sind es wert, dass man ihn sich anschaut: die (oftmals brutalen) Auseinandersetzungen zwischen Aliens und Menschen sind atemberaubend. –Tom Keogh

Niemand Geringerer als Peter Jackson (Der Herr der Ringe, King Kong) steckt als kreativer Kopf und Produzent hinter diesem innovativen Science-Fiction-Actionfilm, der bereits jetzt unter den Fans für Furore sorgt.
Vor über 20 Jahren nahmen Außerirdische das erste Mal Kontakt mit der Erde auf. Die ankommenden, verwahrlosten Kreaturen waren Flüchtlinge ihres Heimatplaneten und wurden aus diesem Grund vorübergehend in einem Notauffanglager interniert – im DISTRICT 9. Nach Jahren ergebnisloser Verhandlungen über die Zukunft der Außerirdischen haben die Nationen der Welt ein privates Unternehmen, die Multi-National United (MNU), mit der Überwachung der ungeliebten Besucher beauftragt. Der Konzern verfolgt jedoch nur ein Ziel: Mit den mächtigen Waffen der Aliens Profit zu machen. Zur Aktivierung der Waffen benötigt man jedoch Alien-DNA. Als sich der MNUAgent Wikus van der Merwe mit einem mysteriösen Virus infiziert, das seine DNA verändert, wird er zum meistgesuchten und gleichzeitig verletzlichsten Mann der Erde.

Bonusmaterial:

  • Kommentar des Regisseurs
  • Entfallene Szenen
  • The Alien Agenda: Protokoll eines Filmemachers, 3-teiliger Dokumentarfilm
  • Trailer
  • Zusätzliches Blu-ray-Bonusmaterial:
    - Schematische Darstellung von District 9 – Johannesburg aus der Vogelperspektive
    - Die Verwandlung von Wikus
    - Schauspiel und Improvisation in District 9
    - Entstehung der Welt von District 9
    - Visuelle Effekte
    - Cinechat

Facts zum Film:

  • Absoluter Mega-Hit aus USA mit über $ 115 Mio. Boxoffice
  • Produziert von Herr der Ringe-Regisseur Peter Jackson
  • Mit genialen Special-Effects und einer Story, die unter die Haut geht

Testergebnis: (von 216 Tests)

Normalpreis (UVP):EUR 25,99

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Ein schmerzliches Gefühl von Melancholie umgibt Brokeback Mountain, Ang Lees einfühlsamen, bewegenden Film, der – wie seine anderen Projekte – gesellschaftliche Einschränkungen und die damit einher gehenden leidenschaftlichen Gefühle erforscht. Dieses Mal nutzt Lee jedoch anstelle des antiken China oder Englands im Neunzehnten Jahrhundert oder die amerikanischen Vorstädte in den Siebziger Jahren den Zeitrahmen des amerikanischen Westens zu Beginn der Sechziger Jahre. Er zeigt hier zwei Menschen, die sich lieben und durch die Rolle, die sie innerhalb der Gesellschaft spielen sollen, eingezwängt werden, sich dagegen auflehnen und dadurch jeweils die Konsequenzen tragen müssen – und die Romanze, die hier stattfindet, besteht zwischen zwei Männern. Ennis Del Mar (Heath Ledger) und Jack Twist ( Jake Gyllenhaal) sind zwei Rancher, die sich mit Gelegenheitsarbeiten durchschlagen und in Wyoming nach Arbeit suchen, als sie sich während eines Schafhirtenjobs im Schatten des besagten Brokeback Mountain treffen und kennen lernen. Der wortkarge Ennis, der mit Kommunikation überhaupt nichts am Hut hat, stellt fest, dass er sich gegenüber dem geselligen Jack öffnen kann, und die beiden entwicken eine starke Zuneigung zueinander, die ausgerechnet während einer kalten Nacht in der Wildnis Feuer fängt. Gegen Ende des Sommers trennen sie sich wieder, jeder heiratet und kriegt Kinder – aber ein Wiedersehen nach Jahren zeigt, dass die Zuneigung, die sie füreinander empfinden nur noch zugenommen hat. Und während Jack von einem gemeinsamen Leben träumt, will sich der schweigsame Ennis den Gedanken an etwas derart Revolutionäres nicht eingestehen.

Durch seine offene und ungezwungene Darstellung der Liebe zwischen zwei Männern wurde Brokeback Mountain sofort zu einem kulturellen Meilenstein, sowohl im Guten als auch im Schlechten, denn der Film wurde verächtlich als “schwuler Cowboyfilm” bezeichnet, aber auch als Durchbruch für das Mainstreamkino gehuldigt. Inmitten all dieses Traras der verschiedensten Ansichten steht jedoch eine stille, herzzerreißende Geschichte, die sowohl ihrer Zeit angemessen als auch universell gültig ist – die klassische Geschichte einer zum Scheitern verurteilten Liebe auf dem Fundament der sich ständig verändernden Vereinigten Staaten von Amerika, die sowohl Hoffnung als auch Verzweiflung verheißen. Der Film, dessen Geschichte von Larry McMurtry und Diana Ossana anhand Annie Proulxs Kurzgeschichte adaptiert worden war, spiegelt die leichte Trostlosigkeit von McMurtrys Die letzte Vorstellung wider, in dem der einstmals glorreiche Westen verblasst. Aber unter Lees Anleitung erinnert der Film auch an Der Eissturm, denn er zeigt den sich ausweitenden Effekt, den ein einziges Ereignis auf mehrere Menschen haben kann. Wie immer ist Lees Arbeit mit den Schauspielern einzigartig, denn er motiviert Michelle Williams und Anne Hathaway zu dezenten, nuancierten Leistungen als Ehefrauen, die sowohl unbewusst als auch offen von der Affäre ihrer Männer beeinflusst werden. Und Gyllenhaal verleiht einer Rolle, die vielleicht sonst nur wie ein Schoßhündchen gewirkt hätte, eine erstaunliche Tiefe. Ledger ist jedoch der eigentliche Mittelpunkt des Films: seine Darstellung eines emotional unterdrückten Mannes, der von seinen Gefühlen sowohl überwältigt als auch befreit wird, ist faszinierend und tragisch zugleich. „Brokeback Mountain“ ist dezent, aber auch voller Emotion bei der Präsentation der Geschichte und verdient so einen Platz innerhalb der klassischen modernen Liebesgeschichten. –Mark Englehart

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  1. 10 Responses to “Blu-ray Disc/Film: District 9 – Limited Steelbook Edition [Blu-ray]”

  2.   By J. Buesching on Sep 10, 2010 |

    Test von J. Buesching District 9 – Limited Steelbook Edition [Blu-ray]
    Bewertung:
    In den vorangegangenen Kritiken ist bereits eine Menge über den Inhalt von “District 9″ gesagt worden, deshalb möchte ich mir das sparen und stattdessen auf die Form eingehen, denn diese hat Anlass zu Missverständnissen gegeben, die zu den schärfsten Meinungsverschiedenheiten in diesem Forum geführt haben.

    Dass eine Geschichte davon lebt, dass der Zuschauer oder Leser (im Fachjargon “Rezipient” genannt) sich auf sie einlässt, ist eine Binsenweisheit. Nicht ganz so selbstverständlich ist vielleicht, dass es neben guten Gründen, dem Erzähler (oder Regisseur) nicht zu folgen auch schlechte gibt, auf die sich zu stützen, den Konsumenten vom Rezipienten unterscheidet. Dies festzustellen ist kein Zeichen der Häme, sondern eine Unterscheidung, die für die Wirkung der Form entscheidend ist.

    Zu den guten Gründen, einer Geschichte nicht zu folgen, zählen:

    – Plausibilitätslücken (nicht “Logiklöcher”, wie einige Vor-Rezensenten reklamierten; wer von einer Geschichte, bei der gleich zu Beginn ein riesiges Raumschiff über einer irdischen Großstadt schwebt, durchgängige Logik erwartet, ist zweifellos im falschen Film).

    – schlechte Machart (z. B. Pappmaché-Ungeheuer, die an Drähten hängen, Zaubertricks, die leicht zu durchschauen sind, fehlerhafte Ausstattung usw.).

    – langweilige Geschichte (öde Charaktere, die öde Dinge tun oder sagen, aber auch absurde Charaktere, die absurde Dinge tun.)

    – schlechte Dialoge (gestelztes Gerede, umständliche Erklärungen, die dem Handlungsverlauf im Nachhinein Sinn verleihen sollen, ideologisches Getöse usw.)

    “District 9″, um das gleich klarzustellen, leistet sich keinen dieser Fehler. Die Geschichte ist plausibel aufgebaut und straff erzählt, die Tricks sind angenehm in die Szenen integriert und versuchen einen nicht zu erschlagen (wie bei den meisten Sci-Fi-Blockbustern der letzten Jahre), die Handlung ist spannend und die Dialoge dienen ihr und versuchen nicht etwas zu suggerieren, was die Story nicht hergibt.

    Woraus resultiert dann aber die doch relativ breite Ablehnung? Nun, aus den oben genannten Missverständnissen. Und hier muss ich, so leid es mir tut, den Film auch gegen seine Verteidiger in Schutz nehmen: “District 9″ ist keine Parabel über den Rassismus. — Eine Parabel ist ein Gleichnis mit lehrhaftem Inhalt, das allgemein anerkannte ethische und moralische Wahrheiten verdeutlichen will. Wer wissen will, wie eine Parabel funktioniert, lese im Neuen Testament nach (alternativ ließe sich auch die berühmte Ringparabel aus Lessings “Nathan der Weise” anführen, und wem beides zu altmodisch oder religiös ist, dem empfehle ich Bert Brecht).

    Eigentlich macht es “District 9″ einem sehr leicht, seine Form zu erkennen. In den ersten Minuten wird nämlich in einem quasi-dokumentarischen Aufriss die Vorgeschichte erzählt: Außerirdische sind in Johannesburg, Südafrika gelandet. Dazu sieht man in der Eingangssequenz ein riesiges Raumschiff über der Stadt schweben (wer da nicht sofort an Roland Emmerichs “Independence Day” denkt, kann sich kaum als Kenner von Science-Fiction-Filmen bezeichnen). Weitere Hinweise bieten die enthusiastischen Kommentare der Protagonisten, die sich überrascht und (anfangs) erfreut geben, dass die Fremden nicht New York oder eine andere Weltmetropole angesteuert haben, sondern eben ihre Stadt im südlichen Afrika. Damit ist von Anfang an klar, dass es sich bei “District 9″ um eine Parodie handelt.

    Da wir uns aber in Deutschland befinden, sind vielleicht doch einige Worte der Erklärung nötig: Eine Parodie zeichnet sich nicht dadurch aus, dass zappelige Schauspieler Grimassen schneiden und alberne Dinge tun. Vielmehr greift sie Genre-Konventionen auf, um durch Übertreibung etwas zu zeigen. Es gibt also eine absichtsvolle Diskrepanz zwischen Inhalt und Form, und das ist genau der Punkt, wo sich Konsumenten von Rezipienten scheiden: Erstere erwarten nämlich die Erfüllung der Konvention, d. h. sobald ein parodistisches Element auftaucht, steigen sie aus der Geschichte aus.

    Der Trick, der aus “District 9″ einen der intelligentesten Science-Fiction-Filme der letzen Jahre macht, ist, dass es sich nicht um eine platte Genre-Parodie handelt, sondern dass mit den Mitteln der Parodie die Dummheit des Rassismus vorgeführt wird. Beispiele: Schwarze und Weiße ereifern sich gleichermaßen über das unterirdische Verhalten der Fremden — das ist komisch! Auch der Hauptdarsteller, ein kleiner Angestellter, der zuerst eifriger Erfüllungsgehilfe der Unterdrücker ist, um nach dem Zwischenfall, der ihn allmählich in einen der Außerirdischen verwandelt, am eigenen Leibe zu erfahren, was es heißt, verfolgt und gedemütigt zu werden, ist ein tragikomischer Antiheld.

    Der Film liefert keine moralinsaure Verurteilung der Apartheit, sondern ein erfrischendes, ironisches Selbstporträt eines Landes, das sie überwunden hat, und das der Welt zuruft: “Seht her, wir sind nicht mehr der moralische Fußabtreter für Euch! Wir sind nicht besser, aber auch nicht schlechter als Ihr!”

    Das sollte uns durchaus ein wenig Aufmerksamkeit und Aufgeschlossenheit wert sein.

  3.   By Seth Gecko on Sep 10, 2010 |

    Test von Seth Gecko District 9 – Limited Steelbook Edition [Blu-ray]
    Bewertung:
    Der unbekannte Neuling Neill Blomkamp schaffte mit “District 9″ einen der Überraschungsfilme 2009. Bisher trat er nur durch Werbespots, Kurzfilmen und als 3D-Trickzeichner in Erscheinung. Alles keine Genres mit denen man weltbekannt wird. Außer ein Insider aus der Filmbranche sucht ein neues “Ziehkind” um als Mentor in Erscheinung zu treten. In diesem Fall war es Peter Jackson der auf die vielversprechenden Arbeiten von Herrn Blomkamp aufmerksam wurde und das Potenzial des Drehbuches erkannte und beides zusammenführte.

    “District 9″ schürte vorallem durch sein geheimnisvolles Marketing im Internet (welches stark an jenes von “Cloverfield” erinnerte) große Erwartungen bei der Internetgemeinde. Bei nur 30 Mio. $ Produktionskosten schien bei einem Einspielergebnis von 204 Mio. $ die Werbekampange aufgegangen zu sein. Zum anderen trägt zu dem Erfolg die über weite Strecken erfrischend andere und qualitativ hochwertige Inszenierung bei. Etwa den Film nicht in einer amerikanischen Großstadt spielen zu lassen. Sondern sich für Johannesburg entschieden zu haben trägt zu dem unverbrauchten und erfrischenden Eindruck des Films bei. Sowie vom Handlungsort als auch der Inszenierung (Dokumentarstil mit Interviews) setzt sich dieser Film von Genrekollegen wie “Independence Day” ab.

    Blomkamp gibt zu Beginn des Films als auch in der Werbekampagne nur wenig Details zu den Intentionen der Außerirdischen als auch der Menschen ab. Er hält den Film zu Beginn im Dokumentarstil und erzählt die Geschichte anhand von Interviews der Menschen. Daraus resultiert ein überraschend eindringliches und subtiles Bild der Beziehung zwischen Bewohnern und Aliens. Erst im letzten Drittel offenbart er die wahren Absichten der beteiligten Parteien. Der Unterhaltungswert des Films steigt dadurch an, die Storyentwicklung dagegen leidet unter der wenig innovativen Umsetung der Vorgänge und der Film büßt an Qualität ein. Gerade durch die effektverliebte letzte halbe Stunde kann der Film sein anfängliches Ambiente nicht bis zum Abspann aufrecht erhalten. Dennoch bleibt der Film durch seine grandiose Inszenierung und seinen nachdenklichen Zwischentönen erfrischend anders.

    Die Blu-ray

    Die Bildschirmauflösung liegt in 1080p im Verhältnis 1,85:1 vor. Dabei wird der Dokumentarstil des Films sehr gut und glaubhaft vermittelt. Ebenso kann die klasse Bildschärfe und die sehr gute Detailzeichnung überzeugen. Die Wackelkamera ist in diesem Film stilbedingt vorhanden und dennoch bleibt die Bildqualität hoch. Trotz des vergleichbaren niedrigen Budgets wurden alle Spezialeffekte homogen in das hochauflösende Bild integriert. Die Farben werden von einem vorherrschenden Braunton dominiert. Ebenfalls ein gewollter Stil der sehr gut zur Atmosphäre des perfekten südafrikanischen Flairs im Film passt. Negatives liegt bei dem sonst guten Bild im Detail. Stellenweise sind kurze Szenen im Film etwas Unscharf oder werden durch etwas zu viel Filmkorn gestört. Auch der Schwarzwert ist nicht ganz so satt wie in anderen Produktionen gelungen. Auf die einzelnen Feinabstufungen hat dies aber keinen Einfluss.

    Beim Ton liefert diese Blu-ray gleich drei DTS-HD 5.1 Master Audio Tonspuren mit. Neben der deutschen Sprachausgabe sind noch der englische Originalton sowie die spanische Synchronisation vorhanden. Insgesamt ist die HD-Tonspur gut gelungen. Die Actionszenen sind dynamisch und räumlichen glaubhaft in Szene gesetzt worden. Dennoch währen im Detail gelegentlich tiefere Bässe und eine bessere Ausnutzung der Surroundboxen wünschenswert gewesen. Highlight des Films ist der von afrikanischen Klängen bestimmte Soundtrack. Dieser ist zwar meist zurückhaltend, trägt aber stark zur Atmosphäre bei. Bei der Synchronisation zeigen sich größere Schwächen. Sicherlich ist der einzigartige südafrikanische Dialekt von Wikus als auch die vielen F-Wörter schwer ins Deutsche zu Übersetzen. Dennoch wirkt gerade Wikus van de Merwe flach und unpassend (rein von der deutschen Synchro. her). Wer die Möglichkeit dazu hat, sollte unbedingt auf den englischen Originalton zurückgreifen.

    In Sachen Extras ist dieser Film ein klasse Beispiel wie alles richtig gemacht wird. Im Menü-Interfaces kann man Mensch oder Alien wählen. Der Inhalt verändert sich zwar nicht, stellt aber passend zum Film eine nette Spielerei da. Insgesamt werden 100 Minuten an Extras geboten die überwiegend in HD vorliegen.

    Das letztlich nicht ganz risikolose Projekt wurde technisch gut mit qualitativ hochwertigem Bonusmaterial umgesetzt. Ein filmisch interessantes und spannendes Erstlingswerk von Neill Blomkamp das durch die gelungene Blu-ray veredelt wird (wenn man nicht von der deutschen Fassung welche als Stimmungskiller auftritt abhängig ist).

  4.   By Chris W. on Sep 10, 2010 |

    Test von Chris W. District 9 – Limited Steelbook Edition [Blu-ray]
    Bewertung:
    District 9 war für mich die Überraschung des Jahres 2009. Keine vordergründige Effekt-Orgie sondern eine Produktion, der es, trotz massivem SFX-Einsatz, erstrangig um den Inhalt geht. Neill Blomkamp rekalibriert das Genre auf seine eigentlichen Stärken: Reale Zu- bzw. Missstände mit Hilfe einer fiktiven Handlung zu thematisieren. In diesem Fall Arpartheid, Guantánamo, Fremdenhass, Umgang mit Minderheiten sowie ein Staatsapparat, der sich rücksichtslos kriminellster Methoden bedient.

    Wann hat uns denn das letzte Mal ein Sci-Fi derart schonungslos unsere menschlichen Unzulänglichkeiten um die Ohren gehauen? Wie wär’s mit “Planet der Affen” (1968), “Der Omega-Mann” (1971, als “I Am Legend” 2007 ganz passabel remaked) oder “Soylent Green” (1973)? Interessanterweise alle 3 mit Charlton Heston… aber viel mehr gibt’s auch nicht – wem noch was einfällt, kann ja einen Kommentar posten.

    Gekonnt setzt Neill Blomkamp den – mittlerweile schon etwas abgegriffenen – pseudo-dokumentarischem Stil ein und das weitaus besser und konsequenter als in Blair Wich Projekt oder Cloverfield. Lediglich der spanische Film [REC] kann an diesem Punkt mithalten – für mich nach wie vor der beste Pseudo-Doku-Schocker.

    Und wie in allen Pseudo-Dokus bleibt auch in D9 vieles im Unklaren. Ich persönlich mag das, kann aber auch verstehen, dass sich manch eine/r damit unwohl fühlt, die Hintergründe einer Filmhandlung nicht vollständig serviert zu bekommen.

    D9 ist kein Mainstream-Kino und doch bedient er sich einiger Mainstream-Zutaten: Perfekte SFX (Neill Blomkamp ist Fachmann auf diesem Gebiet), aber meistens treten die FX hinter die Story zurück – so sollte es sein! Und natürlich Action… in der zweiten Hälfte des Films geht es richtig ab – aber, wie ich finde nicht selbstzweckhaft, sondern konsequent im Sinne der Handlung: Das Tempo erhöht sich, der Druck auf die Protagonisten steigt – und deren verzweifelte Bemühungen der Lage Herr zu werden treibt die Dramatik des Films weiter an. Toller Spannungsbogen.

    Fazit: Blomkamp schafft mit seinem Erstling einen erstaunlichen Spagat zwischen Sci-Fi und Polit-Thriller, Drama und Satire, Action und Doku-Style und würzt diese atemberaubende Mischung mit State-Of-The-Art SFX und einer Thematik wie man sie seit langem nicht mehr im Sci-Fi-Gewand zu sehen bekam – - – absolut Sehenswert!

    —————-

    Nachtrag 16.05.2010

    Ich bin nun stolzer Besitzer der District 9 – Limited Steelbook Edition. Bild und Tonqualität sind herausragend. Die HD-Anteile des Films sehen perfekt aus – aufgrund des Doku-Styles wird der Betrachter halt auch mit Camcorder- und Analog-TV-Qualität konfrontiert. Der Ton ist sehr räumlich gemischt – sogar der Stereo-Mix.

    Das Design des Menus ist gelungen und die Extras sind üppig. Mein Tipp: Schaut Euch die Deleted Scenes an – hier kann man noch tiefer in die Welt von D9 abtauchen – ein absolutes Muss für diejenigen, denen die eigentliche Botschaft des Films aufgefallen ist…

    Fazit: Auch auf Blu-ray absolut empfehlenswert – ganz besonders in der Limited Steelbook Edition.

    Abspielgeräte:

    Sony BDP-S760

    Sharp Aquos LC-40LE700E

  5.   By Bobsofa on Sep 10, 2010 |

    Test von Bobsofa District 9 – Limited Steelbook Edition [Blu-ray]
    Bewertung:
    Zu den anderen Rezensionen läßt sich wenig hinzufügen. Ein sehr guter Film über Ausgrenzung, Skrupellosigkeit und fehlende Moral bei der Ausnutzung von Möglichkeiten. Auf die Machart der Dokumentation von dem Stranden Ausserirdischer auf der Erde, die fließend zum Actionfilm übergeht wurde viel gesagt. Der Schnitt ist sehr schnell, wer den Stil des Bourne Ultimatums nicht leiden konnte, wird hier auch nicht erfreut sein.

    Eines muss hier noch klar gesagt werden: Der Film wäre einer Indizierung würdig, 18er wäre Pflicht! Wer die früheren Werke von Peter Jackson (Produzent, hier ist vor Herr der Ringe gemeint) kennt, ahnt hier am Anfang genau richtig voraus. Der Gewalt und Splatter Grad dieses Films ist äußerst hoch!!

  6.   By Mirko Schmit on Sep 10, 2010 |

    Test von Mirko Schmit District 9 – Limited Steelbook Edition [Blu-ray]
    Bewertung:
    Manchmal sind es die kleinen Filme, die ohne viel Werbung und

    Selbstinszenierung sondern durch Qualität auf sich Aufmerksam machen,

    und somit, ganz nebenbei, ein ganzes Filmgenre bereichern können.

    “District 9″ ist ein derartiger Film, dem es gelingt dem teilweise

    “Trash-Verseuchtem” Sci-Fi-Genre einen neuen Qualitätsstempel aufzusetzen.

    Eine absolut mitreißende Story und, so viel sei verraten, kein Happy-End,

    sorgen hier für nachhaltige Erinnerung an diesen einzigartigen Film.

    Darstellertechnisch überzeugen die meist unbekannten Darsteller, allen vorweg

    Sharlto Copley in der Rolle des Wikus, auf ganzer Linie.

    Dank der tollen Atmosphäre, die von Jungregisseur Neill Blomkamp spektakulär

    eingefangen wird, fesselt der Film den Zuschauer knappe zwei Stunden vor

    den Bildschirm, bis der Film schließlich in einem erschütternden und

    mitreißenden Ende ausklingt.

    Die Kunst einen Film dauerhaft auf hohem Niveau zu halten und die anfänglichen

    Ideen und Inszenierungen bis zum Ende hin geradlinig auszuspielen sieht man

    nur selten und wird hier in “District 9″ in Vollendung zelebriert.

    Als einen kleinen Meilenstein des Sci-Fi-Genres kann man “District 9″ getrost

    bezeichnen und jedem empfehlen der auf erstklassige Unterhaltung steht.

  7.   By Anonymous on Sep 10, 2010 |

    Test von Brokeback Mountain (inkl. Wendecover) [Blu-ray]
    Bewertung:
    Dieser Film ist für mich einer der einfühlsamsten und ergreifensten Filme, den ich je gesehen habe. In wunderschöne Landschaftsbilder eingebettet erzählt die Geschichte von zwei Menschen, die sich lieben und dennoch nie zueinander finden, bis es dann zu spät ist. Zwar werden kurze Momente miteinander geteilt, doch selbst die sind geprägt von Schmerz und Bitterkeit.
    Allen voran die hervorragende schauspielerische Leistung von Heath Ledger, der liebt und diese Liebe auf Grund von (teilweise selbst auferlegten) Konventionen nicht ausleben kann. Nur in wenigen Momenten kann er zu seinen Gefühlen stehen.
    Aber auch Jake Gyllenhaal, der den emotionaleren Teil der Geschichte trägt, versteht es, seiner verzweifelten Liebe eine Intensität ohne Gleichen zu verleihen.
    Daß es sich um eine homosexuelle Liebe handelt ist beinahe nebensächlich. Der Film zeigt eher, wie einen Liebe zugrunde richten kann, wenn man nicht zu ihr steht.

  8.   By Anonymous on Sep 10, 2010 |

    Test von Brokeback Mountain (inkl. Wendecover) [Blu-ray]
    Bewertung:
    Selten hat mich ein Film so bewegt wie dieser. Hier geht es auch ganz und gar nicht um einen “Schwulenwestern” (blöder Titel!), sondern um zwei Menschen und eine tragische Liebesbeziehung. Endlich mal ein Liebesfilm ohne Kitsch, Pathos und für Erwachsene. Die beiden Hauptdarsteller brechen einem fast das Herz. Man (und frau) mache sich auf etwas gefasst, wenn man in diesen Film geht. Ich freue mich sehr über die drei Oscars für den Film und bin vor Freude fast vom Stuhl gekippt, dass der Film schon im April auf DVD erscheint.
    Ansehen! Nie wieder vergessen! Vorurteile ablegen!

  9.   By A. Sunara on Sep 10, 2010 |

    Test von A. Sunara Brokeback Mountain (inkl. Wendecover) [Blu-ray]
    Bewertung:
    Ich finde es wurde noch nie zuvor eine Liebesgeschichte so unsentimental und trotzdem so berührend in einem Film erzählt wie hier. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Film nicht allen zusagen wird, man muss sich auf diese Geschichte einlassen können oder selbst so etwas erlebt haben (wie es mir passiert ist), um verstehen zu können was diese beiden Männer füreinander empfinden. Es geht hier nicht um Homosexualität sondern einfach um Liebe – dass es sich um 2 Männer handelt, noch dazu in den 60-er Jahren stellt eben den Rahmen für die “Unmöglichkeit” dieser Liebe.
    Doch meiner Meinung nach steckt da noch viel mehr drinnen, auch die beiden Charaktere sind sehr spannend. Die Unfähigkeit von Ennis seine Gefühle auszusprechen oder zu leben, tut richtig weh. Jack versucht zumindest seine Gefühle und Bedürfnisse zu leben, auch wenn er scheitert. Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt am Ende des Films, dass Ennis vielleicht doch was begriffen hat.
    Also Conclusio möchte ich sagen, besser man hat so geliebt wie diese beiden Männer als gar nicht!
    Mich hat die Leistung der beiden jungen Schauspieler sehr beeindruckt: sie haben die Leidenschaft, den Zwiespalt und den Schmerz sehr glaubhaft dargestellt, die Intensität war spürbar. Besonders beeindruckt war ich von Jake Gyllenhaal, der mir vorher nicht wirklich bekannt war. Abgesehen davon dass er gut aussieht glaube ich, dass er ein viel versprechender und außergewöhnlicher junger Schauspieler ist. Ich denke es werden noch mehr gute Filme mit ihm folgen.

  10.   By Lindener on Sep 10, 2010 |

    Test von Lindener Brokeback Mountain (inkl. Wendecover) [Blu-ray]
    Bewertung:
    Selten hat mich ein Film so nachhaltig getroffen, wie dieser. Ich dachte, ich wäre vorbereitet. Lange bevor der Film bei uns in die Kinos kam, hatte ich schon die Kurzgeschichte von Annie Proulx gelesen, die ich übrigens sehr empfehlen kann. Wenn es geht, sollte man sie auf Englisch lesen. Sie wurde hier zwar fast eins zu eins adaptiert, aber sie “fühlt” sich doch ganz anders an. Es hat nichts genutzt: Meine Tränen konnte ich kaum unterdrücken. Während des Films fühlt man zwar hauptsächlich mit den beiden Jungs UND deren Frauen mit, aber danach fängt man unwillkürlich an, über sein eigenes, bisheriges Leben nachzudenken. Über die Entscheidungen, die man getroffen hat oder eher, die man aus Feigheit nicht getroffen hat.

    Die Figuren wirken so real, unverstellt und ungekünstelt. Alle Figuren, auch die der Frauen, werden tief ausgeleuchtet. Was die Geschichte so sympatisch macht, sind die vielschichtigen und widersprüchlichen Charaktere. Hier gibt es kein Schwarz-Weiß-Denken. Man wünscht den beiden Männern zwar, dass sie zueinander finden, aber der Film scheut nicht davor zurück, die Verletzungen, die sie ihren Frauen antun,

    eindrücklich darzustellen. Der Film strotzt vor unglaublich dichten und intensiven Szenen, die eher an Theater als an Film erinnern, vor allem im letzten Drittel. Alle Darsteller sind überirdisch. Mal Kammerspiel, dann wieder große Bühne. Ich nenne da z.B die erste Begegnung von Ennis und Jack auf dem Parkplatz, in der kein Wort gesprochen wird. Deren letzte Begegnung, bei der sich die Rockies wie eine riesige Bühnenkulisse dramatisch im Hintergrund auftürmen. Die Szene in der Küche, in der Alma Ennis zur Rede stellt und ihm klar wird, dass sie alles wusste. Den Besuch bei Jacks Eltern und besonders die “Hemdenszene”, bei der dem Zuschauer endgültig die Schraubzwinge um das Herz gelegt wird und viele andere. Die Kamera hält auf die Gesichter, ein Entkommen ist nicht möglich. Nicht viel wird gesagt, aber was gesagt wird, wiegt oft tonnenschwer. Nicht umsonst sind Zitate aus dem Film schon zu geflügelten Worten geworden. Den Rest besorgt das Spiel und die Mimik der Darsteller.

    Beginnt Brokeback Mountain noch schwerelos und leicht, entwickelt sich recht schnell eine Dynamik, wie in einer griechischen Tragödie. Die Beziehung zwischen den beiden Männern reisst nicht nur sie selbst, sondern auch alle in ihrer Umgebung in den emotionalen Abgrund. Langsam, aber unaufhaltsam. Alle wissen es, aber keiner kann dagegen an. Die Berge sind stumme, kalte Zeugen. Vieles bleibt offen und liefert Anlass für Diskussionen und Interpretationen, wie im wahren Leben auch: Wie starb Jack? Was wussten seine Eltern von ihrem Verhältnis? Was will Ennis mit: “Jack, ich schwörs Dir!” sagen? Und gerade das macht diesen Film zu etwas Besonderem. Es wird nichts vorgekaut und man kann soviel aus der Geschichte herausholen, wie man selbst mit einbringt.

    Brokeback Mountain ist natürlich nicht der erste Film, der sich mit schwulen Themen beschäftigt. Trotzdem ist er ein Novum. Eine schwule Beziehungsgeschichte hat es noch nie vorher auf die große Leinwand außerhalb der Programmkinos geschafft. Und sie ist es wert, erzählt zu werden. Macht sie es auch dem heterosexuellen Zuschauer erfahrbar, was es heißt, nur im Verborgenen (“in the closet”) seine Liebe auszuleben zu können und was der Grund dafür ist: Homophobie, einmal seitens der Umgebung (im Film ja selten direkt sichtbar) , zum anderen aber vor allem die der Betroffenen selbst, verinnerlicht seit frühester Kindheit. Und diese verinnerlichte Homophobie ist es, die es Ennis unmöglich macht, die Liebe, die er für Jack empfindet, wirklich zuzulassen. Und das unterscheidet diese (schwule) Liebesgeschichte eben doch von allen anderen. Es erfordert Mut und eben eventuell die Bereitschaft, mit seinem gesamten vorherigen Leben und den Menschen, die einem wichtig sind, zu brechen. Das kann nicht jeder. Schon garnicht jemand, der von der Welt jenseits der Berge keinerlei Vorstellung hat. Liebe überwindet eben doch nicht sämtliche Schranken.

    Und Brokeback Mountain ist auch ganz großes Hollywood-Kino: sexy Darsteller (wer wollte mit Jake Gyllenhaal nicht rumknutschen?), grandiose Bilder in brillianten, kühlen Farben und ein wunderbarer, melancholischer Score. Man sollte einen gewissen Sinn für romantische Geschichten mitbringen. Hier geht es zwar um die deutsche Fassung, aber eins kann ich sagen, dass Brokeback Mountain um Lichtjahre besser in der Originalfassung ist. Aber die ist bei der deutschen Ausgabe ja eh drauf. Die deutschen Stimmen sind einfach zu glatt. Und z.B. Ennis berühmter Satz: “If You cant fix it, You gotta stand it” ist mit “Wenn du es nicht ändern kannst, dann musst Du eben damit leben”, nicht nur falsch übersetzt, (mit etwas zu leben ist etwas anderes, als es auszuhalten), sondern wird in der deutschen Fassung auch ganz anders betont. Und das Vibrieren in Jacks Stimme, wenn er Ennis ein gemeinsames Leben auf einer eigenen Ranch vorschlägt, ist allein schon herzzerreissend. Und dass die beiden Männer ziemlich ungebildet und einfach sind, zeigt sich auch am Slang und falscher Grammatik. Sowas müsste man im Deutschen doch auch hinbekommen. Der Film sei zu lang? Ich fand das nicht. Ang Lee braucht diese Zeit, um den Zuschauer soweit wie möglich mit den Charakteren emotional zu verbinden. Erst so entfaltet der Schluss seine herzbrecherische Wirkung. Man sollte sich Zeit nehmen, dafür sorgen, dass man nicht gestört wird. Man mache es sich bequem und begebe sich auf eine kleine Reise in die Berge. Die kann aber Folgen haben…..

  11.   By Primetime on Sep 10, 2010 |

    Test von Primetime Brokeback Mountain (inkl. Wendecover) [Blu-ray]
    Bewertung:
    36 Rezensionen – man sollte meinen, dass ist mehr als ausreichend. Ja, im Prinzip ist es das auch. Vor allem, wo doch alles bereits so schön beschrieben wurde und m.E. auch die vereinzelte Kritik nicht ganz unberechtigt ist. Aber den perfekten Film gibt es halt nicht. Davon ist auch Brokeback Mountain nicht ausgenommen.

    Dennoch, wenn ich für eventuell Unentschlossene ( so es sie denn noch geben sollte ) etwas beitragen kann, dann möchte ich es hiermit tun.

    Ich bin bisher einfach nicht dazu gekommen mir den Film anzuschauen. Vielleicht ahnte ich auch schon, dass mich der Film tief berühren würde. Als selbst Homosexueller, ja auch nicht ganz unwahrscheinlich. Außerdem wurde ich vorgewarnt. Nun, gestern habe ich ihn mir angeschaut und anschließend, nach kurzer Verschnaufpause, gleich noch mal. Ergebnis: Erdenschwer und voller tiefer Wehmut ist das Herz. Bisher hat nur einmal ein Film es geschafft, ähnliche Emotionen in mir freizusetzen. Ich weiß deshalb schon, dass ich erstmal ein paar Tage wie benommen rumlaufen werde.

    Zu den Schwächen: In dem Bemühen den Film möglichst von unnötigen Schwulst und verbalen Auswalzen der Thematik freizuhalten, ist Ang Lee m.E. doch etwas über das Ziel hinausgeschossen. Zwar hat der Film unbestreitbar seine Stärken in der Mimik, den Blicken, dem großartigen Spiel aller Schauspieler, und wie die Protagonisten des Films ihre innere Zerrissenheit und Verzweiflung glaubhaft Ausdruck verleihen. Aber dass in dem ganzen Film ( immerhin ja doch eine Liebesgeschichte ) nicht einmal von Jack oder Ennis der vielberühmte Satz: Ich liebe Dich”, gesagt wird, wirkt doch irgendwie befremdend. Gerade in den wenigen Momenten, wo jeder mal seinen mentalen Zusammenbruch hat und alles rauskommt, vermisst man dies. Sicherlich, man weiß es ja auch so und Gestik und Mimik sprechen Bände und ohne Frage ist dieser kleine Satz ja kaum noch in Filmen von Bedeutung, weil er eben viel zu inflationär gebraucht wird. Aber bei Brokeback Mountain, mit seinem äußerst sparsamen Gebrauch von emotionalen Aussagen, würde dieser eine Satz ( beispielsweise von Ennis gesprochen ) Tonnen wiegen. Ein bisschen mehr emotionale Dialoge und Szenen zwischen den Beiden hätten nicht geschadet. Andere sehen dies wiederum als seine Stärke an.

    Als weitere Schwäche empfand ich, dass es schon nach zwanzig Minuten Film, indem sich die beiden langsam näher kommen, zur ersten Sexszene ( dabei grob und rau ) kommt. Dies erscheint mir doch unpassend, zumal die Andeutungen sich bis dahin noch in sehr engen Grenzen halten. Vielleicht ist dies der ( einzige ) Moment wo man merkt, dass der Regisseur nicht homosexuell ist. Auch das Ende finde ich etwas irritierend. Was schwört Ennis seinem Jack? Gut, kann jeder nach seiner Facon interpretieren. Aber irgendwie lässt einen der Film dadurch total hängen, wo man eh schon mit dem Ende zu kämpfen hat.

    Zu den Stärken: Eine äußerst sensible Liebesgeschichte zwischen zwei Männern, die nicht die üblichen Klischees bedienen. Ja, große Liebe ist eben auch zwischen Homosexuellen möglich und kommt auch ohne plakatives Getöse aus. Dafür ist man Ang Lee richtig dankbar, dass er dies in einem Film zeigt. Sie ist tragisch und tieftraurig, weil sie einerseits so unsagbar stark und tiefgehend ist ( so etwas kommt nur einmal im Leben vor und manche erfahren so etwas nie ) aber eben doch unerfüllt bleibt. Und wie es im Leben so ist, im Rückblick eröffnen sich einem die Irrwege, die Selbstüberschätzungen, die Zweifel über die getroffenen Entscheidungen und die Selbstvorwürfe die an einem nagen. Hier ist es Ennis del Mar, der sich lange der verzweifelten Illusion hingibt, alles kontrollieren und unter einen Hut bringen zu können. Er hat anfangs genug damit zu kämpfen, sich seine Liebe zu Jack einzugestehen. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Und so gibt er sich und Jack keine Zukunft. Dass beide nicht zu den intellektuellsten gehören ( was keineswegs abwertend gemeint ist ) verstärkt noch den Effekt der völligen Überforderung mit der Situation. Mehr oder weniger hilflos lassen sich beide treiben. Ennis gibt sich redlich Mühe. Er heiratet früh und gründet eine Familie. Jack zaudert, heiratet dann zwar auch, aber man merkt, dass er doch mehr mechanisch” alles durchläuft. Er ist nie so richtig dabei. Ennis ist und bleibt für ihn der Dreh- und Angelpunkt und er ist es, der meiner Meinung nach noch mehr leidet als Ennis. Es ist eben so, wie es oft ist: der Eine liebt immer etwas mehr als der Andere. Und so ist es Jack, der sich nach vier Jahren wieder meldet…

    Der Film berührt wohl deshalb auch so stark, weil er eben von den tiefen Sehnsüchten, von unerfüllter Liebe und Leidenschaft erzählt, von den Fragen, die sich wohl jeder Mensch ab einem gewissen Stadium stellt: wie wäre wohl der eigene Lebensweg verlaufen, hätte man in jener oder dieser Situation anders entschieden? Es ist zwar müßig darüber zu philosophieren, weil sich einem die wenigen entscheidenen Situationen, wo man seinem Leben vielleicht noch eine andere Richtung hätte geben können, erst im Rückblick erschließen. Und die Tragik ist, dass wir mit all unserer Weisheit und Erfahrung eigentlich nichts anfangen können. Es ist zu spät. Dieser Schmerz erfüllt einen mit tiefer Wehmut. Und so ergeht es Ennis endgültig, als er vom Tode Jacks erfährt. Es ist gut, dass Ang Lee diesen Prozess nicht zu sehr ausleuchtet, sonst würde man gar nicht mehr aus dem Heulen rauskommen.

    Fazit: Ein äußerst bewegender, zu Herzen gehender und sehr zu empfehlender Film, für den man aber reif sein muss. Man muss nicht homosexuell sein. Aber ohne ein gewisses Maß eigenen Erlebens, was unerfüllte Leidenschaft und Liebe bedeutet, wird sich einem der Film, mit all seinen Nuancen wohl nicht erschließen und könnte den einen oder anderen doch enttäuschen.

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