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Bradley Manning: WikiLeaks-Informant mit Sean-McBride-Friedenspreis ausgezeichnet

Bradley Manning droht für die Weitergabe von geheimen Dokumenten an die Mitarbeiter der Enthüllungsplattform WikiLeaks lebenslange Haft. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Whistleblower Unterstützung des Feindes vor. Das Internationale Ständige Friedensbüro sieht die Sache offensichtlich anders – und hat den inhaftierten Bradley Manning mit dem Sean-McBride-Friedenspreis ausgezeichnet.

Während seiner Stationierung im Irak hat Manning tausende von geheimen Dokumenten aus Armeedatenbanken an sich gebracht und an die Enthüllungsplattform WikiLeaks weitergegeben – den Feind will der US-Gefreite dabei aber nicht unterstützt haben. Stattdessen wollte Manning laut eigener Aussage eine Debatte über die Kriege in Afghanistan und Irak entfachen. Ende letzter Woche entschied ein Militärgericht in Fort Meade, Maryland,  dass die Anklage wegen „Unterstützung des Feindes“ nicht fallengelassen wird, da die veröffentlichten Informationen Feinden wie der Terrororganisation Al-Qaida von Nutzen gewesen sein konnten. Damit droht dem 25-jähigen nun lebenslange Haft.

Einen völlig anderen Standpunkt nimmt das Internationale Ständige Friedensbüro ein, das Manning mit dem Sean-McBride-Preis ausgezeichnet hat. „Das IPB ist überzeugt, dass es zu der höchsten moralischen Pflicht eines Bürgers gehört, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit öffentlich zu machen. […] Als Manning die begangenen Kriegsverbrechen des US-Militärs veröffentlichte, tat er dies aus Respekt vor dieser höchsten moralischen Pflicht.“, so der Co-President Tomas Magnusson.  Verliehen wird der Preis am 14. September von Friedensnobelpreisträgerin Jody Williams auf der Friedenskonferenz in Stockholm.

Das Urteil gegen den Obergefreiten Bradley Manning steht derzeit noch aus.  

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