Ratgeber

Steckdose mit App-Steuerung: Die besten Kompakt-Smart-Home-Systeme für Einsteiger

Es muss nicht immer gleich ein Komplettsystem sein – wer nur sporadisch einzelne Geräte per Computer oder Smartphone steuern möchte, kann auf leicht installierbare Steckdosensysteme zurückgreifen und dabei Zeit und Geld sparen.

Die vorgestellten Smart-Home-Kits haben eines gemein: Es handelt sich um ausbaufähige Systeme mit zentralen Steuereinheiten und zahllosen Modulen für die komplette Haussteuerung. Für die Ansteuerung von lediglich zwei oder drei Steckdosen oder Lampen sind solche Systeme oft überdimensioniert, zu komplex und überdies zu teuer. Wer also bei seiner Heimautomatisierung nicht gleich in die Vollen gehen will, sollte einen Blick auf die nachfolgenden Kompaktsysteme werfen:

Belkin WeMo

Belkin ist mit der WeMo-Reihe auf den Connected-Home-Zug aufgesprungen. Das Sortiment bestehtaus der schaltbaren Steckdose WeMo Switch für knapp 50 Euro, dem zehn Euro teureren Insight Switch mit integrierter Verbrauchsmessung sowie dem rund 100 Euro teuren Bundle WeMo Switch + Motion, das neben einer Steckdose auch einen Bewegungsmelder enthält.

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Die WeMo-Komponenten benötigen keine separate Steuerzentrale, da sie mit WLAN ausgestattetsind. Nach dem Einstecken registrieren sich die WeMo-Geräte automatisch im häuslichen Netzwerk. Danach können sie via Smartphone und Gratis-App für Android und iOS eingerichtet werden. Nach der Installation lassen sich die Steckdosen über das Smartphone per Fingerzeig ein- und ausschalten, wobei sich auch Profile für zeitgesteuerte Abläufe anlegen lassen. Besonders interessant ist die Steuerung der WeMo-Steckdosen über den Web-Service IFTTT (If This then That). Die WeMos lassen sich als Geräte direkt im Webbrowser auswählen und über verschiedenste Trigger aktivieren – beispielsweise bei E-Mail-Eingang, Twitter-Nachrichten, Wetteränderungen und vielem mehr.

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Der Bewegungssensor im Switch + Motion-Paket belegt einen eigenen Steckdosenplatz und lässt sich ähnlich einfach konfigurieren wie die Switches. Der Sensor selbst verfügt über eine Reichweite von drei Metern, ist über ein zehn Meter langes Kabel mit der Zentraleinheit verbunden und lässt sich deshalb frei platzieren. Registriert der Sensor eine Bewegung, wird ein Steuersignal an eine
zuvor festgelegte Steckdose gesendet, womit sich beispielsweise die Beleuchtung durch Betreten eines Raums einschalten lässt.

Fazit: Dank der Einbindung in Standard-WLAN-Netzwerke zeichnen sich die WeMo-Komponenten durch hohe Flexibilität und unkomplizierte Installation aus.

AVM Fritz!DECT 200

Die schaltbare Steckdose Fritz!DECT 200 von AVM wendet sich an die Nutzer eines Fritz!Box-Routers mit DECT-Basisstation. Für diese Zielgruppe ist die Installation des rund 50 Euro teuren Systems denkbar einfach: Nach dem Einstecken der schaltbaren Steckdose muss lediglich die DECT-Taste an der Fritz!Box gedrückt werden, und schon ist das neue Gerät ins Netzwerk eingebunden. Wechselseitige Störungen mit dem WLAN-Netz sind laut Hersteller ausgeschlossen und der Elektrosmog wird reduziert, da die Verbindung nur bei Schaltvorgängen und Abfragen temporär aufgebaut wird.

Per Web-Bedienmenü lässt sich die Fritz!DECT 200 komfortabel einrichten und steuern. Auch die mobile Kontrolle mittels Smartphone und Tablet ist möglich, sowohl stationär in den eigenen vier Wänden als auch unterwegs über das Internet. Neben dem direkten Ein- und Ausschalten der Steckdose sind auch zeitgesteuerte Schaltvorgänge und spezielle externe Trigger, wie Sonnenauf- oder untergang oder Termine aus dem Google Kalender realisierbar.

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Eine Besonderheit des Systems ist die umfassende Energieauswertung über das Web-Interface: So lässt sich der exakte Verbrauch der angeschlossenen Geräte bis zu einer Gesamtleistung von 2.300 Watt messen und übersichtlich darstellen. Details zu Leistung, Schaltzustand, Verbrauch, Stromkosten und sogar zur CO2-Bilanz können eingesehen oder per Push-Mail versendet werden.

Fazit: Die leicht konfigurierbare DECT-Steckdose von AVM glänzt durch gute Software, umfassende Energieauswertung und reduziertem „Elektrosmog“. Leider funktioniert die Fritz!DECT 200 nur zusammen mit den passenden Routern von AVM.

Energenie PowerManager WLAN

Wer mehrere Verbraucher über eine Steckdosenleiste kontrollieren möchte, greift zu einer Leiste mit WLAN-Anbindung. Gembird hat mit dem Energenie Power Manager WLAN EG-PMS2-WLAN ein entsprechendes Modell im Angebot. Vier der sechs Steckdosen lassen sich mittels Smartphone, Tablet, PC und Mac unabhängig voneinander schalten – ideal für die Steuerung von PC-Komponenten auf dem Schreibtisch. Schaltet dazu euren Rechner etwa von unterwegs aus ein, um per Fernzugriff Daten herunterzuladen oder Einstellungen vorzunehmen.

Die Steckerleiste nutzt eine eigene IP-Adresse. Neben reinen Schaltaktionen könnt ihr auch zeitgesteuerte Abläufe programmieren, um einzelne Verbraucher zu bestimmten Zeiten mit Strom zu versorgen oder vom Netz zu nehmen. Eine integrierte Batterie versorgt das System auch bei Stromausfall mit Energie, und der Überspannungsschutz schützt eure wertvolle Elektronik vor Spannungsspitzen mit einer Stromstärke von bis zu 10.000 Ampere – inklusive Versicherungsschutz über 100.000 Euro.

Fazit: Praktische Lösung für den PC-Arbeitsplatz – dank separater Steckdosen-Ansteuerung und Fernaktivierung über Smartphone und Tablet habt ihr euren Arbeitsplatz überall im Griff.

Philips Hue

Philips beschreibt seine Hue-Serie als Personal Wireless Lighting – womit man gar nicht so unrecht hat, denn die Funktionalität und die Steuerungsmöglichkeiten der Netzwerkglühbirnen sind beachtlich. Das Konzept von HUE baut auf einer Steuerzentrale namens Hue-Bridge auf, die mit dem Router verbunden wird und ihre Signale kabellos an bis zu 50 im Haus vorhandene Glühbirnen funkt. Zum Ausprobieren reicht das Hue Starter-Set für 199 Euro aus – darin enthalten sind neben der Hue-Bridge auch drei Leuchtmittel mit Standardfassungen, die in die gewünschten Lampenfassungen eingeschraubt werden.

Weitere Leuchtmittel kosten im Handel je nach Ausführung zwischen 60 und 80 Euro. Nach der Einrichtung des Systems und erstmaligem Einschalten leuchten die LED-Lampen Reinweiß mit maximaler Helligkeit – eben wie herkömmliche Glühbirnen. Interessant wird es, wenn ihr die kostenlose App für Android oder iOS oder das Webmenü auf dem Computer zur Steuerung der Leuchtmittel verwendet. Dann könnt ihr mit 16 Millionen Farbnuancen das Raumlicht an die Stimmung anpassen und sogar die Lichtfarbe per Fingerzeig auf ein Foto anpassen.

Ferner gibt es verschiedene Weißlichtvarianten. Über die Hue-App lassen sich auch zeitgesteuerte Szenarien realisieren – etwa zum Einschalten der Hausbeleuchtung am Abend oder zum sanften Aufwecken am Morgen, indem per Dimmer und gelb-rotem Farbspektrum ein Sonnenaufgang simuliert wird. Über die Smartphone-App steuert man das Hue-System auch übers Internet.

Fazit: Durchdachtes und sehr funktionales System für die Lichtsteuerung im ganzen Haus.

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