Ratgeber

Welcher ND-Filter passt zur Landschaftsfotografie? Alle Vorteile einfach erklärt!

In der Landschaftsfotografie zahlt sich der Einsatz von Objektivfiltern direkt beim Fotografieren aus. Hier erklären wir die Vorteile von ND-Filtern.

Beeindruckende Landschaftsfotos zeugen nicht nur von technischem Können und dem Gespür, zur perfekten Zeit am richtigen Ort zu sein, sondern auch von der Wahl der passenden Ausrüstung. Neben Kamera, Objektiv und Stativ kann in der Landschaftsfotografie hierbei vor allem der Griff zu einem Filter den Unterschied machen: So können Objektivfilter einen großen Einfluss auf das Aussehen eines Fotos haben und für einige Bildeffekte auch in Zeiten von Photoshop und Co. unerlässlich sein.

Entspiegelte oder weichgezeichnete Wasseroberflächen durch Langzeitbelichtungen am Tag sind nur zwei von vielen Beispielen, die den Einsatz von Filtern beim Fotografieren nötig machen – und deren Wirkung nur schwer oder unmöglich in der Nachbearbeitung nachzustellen sind! In der Landschaftsfotografie zählen vor allem Graufilter, Grauverlaufsfilter und Polfilter zu den Filterklassikern. Andere Filter wie zum Beispiel Farb-, Infrarot- oder Nachtlicht-Filter kommen nur für spezielle sowie kreative Zwecke zum Einsatz, bringen jedoch spannende und nahezu perfekte Ergebnisse direkt beim Fotografieren und ersparen somit eine Menge Zeit in der Nachbearbeitung.

ND-Filter | Graufilter

Graufilter beziehungsweise Neutraldichtefilter (kurz: ND-Filter) reduzieren die in das Objektiv einfallende Lichtmenge. Die Filter haben dabei einen neutralen Effekt auf die Farbwiedergabe. Sie sind in unterschiedlichen Stärken erhältlich, wobei die Lichtmenge um eine, zwei, drei oder vier ganze Belichtungsstufen reduziert wird.

Durch diese Reduzierung ermöglichen Graufilter auch in hellen Umgebungen längere Belichtungszeiten oder größere Blenden. Sehr starke Graufilter reduzieren die Lichtmenge um viel mehr Stufen als ein normaler Graufilter und wirken mit bloßem Auge fast blickdicht. Bei ihrem Einsatz sollten Sie deshalb vor dem Anbringen des Filters fokussieren und die Belichtungszeit berechnen. Starke Graufilter verlängern die Belichtung in der Regel um sechs, zehn oder 15 Stufen. Sie eignen sich perfekt für starke Langzeitbelichtungen.

Bewegungsunschärfe dank Graufilter

Nutzen Sie einen Grau- oder Neutraldichtefilter, um auch am Tag längere Belichtungszeiten als gewöhnlich zu erzeugen und Motiven durch Bewegungsunschärfe das gewisse Etwas zu schenken.

Bewegungsunschärfe kann ruhigen und statischen Motiven das gewisse Extra verleihen und gehört in der Landschaftsfotografie deshalb zu den wirkungsvollsten Gestaltungsmitteln überhaupt. Sind Sie jedoch nicht in der Nacht zum Fotografieren unterwegs, wird Ihre Kamera kaum ausreichend lange Verschlusszeiten erreichen, um Bewegungen weichzuzeichnen.

Was also tun, um auch bei Tageslicht die nötigen, langen Belichtungszeiten zu erzielen? Die Lösung liegt im Einsatz von einem Grau- beziehungsweise Neutraldichtefilter. Dieser Filtertyp wirkt quasi wie eine Sonnenbrille für Ihre Kamera, indem er die in das Objektiv einfallende Lichtmenge um eine bestimmte Anzahl an Belichtungsstufen reduziert und Ihnen somit ermöglicht, Ihr Motiv länger zu belichten und die weich gezeichneten Effekte zu erzielen.

In der Regel sind Graufilter in einer Stärke von einer, zwei, drei oder vier Stufen erhältlich. Sie finden aber auch starke ND-Filter mit einer Lichtreduktionsleistung von zehn Blendenstufen, welche die Belichtungszeit um das Tausendfache erhöhen.

Die Hersteller geben die Filterstärken unterschiedlich an. Einige nennen die Anzahl der Blendenstufen, die der Filter ausgleicht, andere messen die Dichte in Einheiten: 0,3 (entspricht einer Blendenstufe), 0,6 (zwei Stufen) und so weiter. Wieder andere beziehen sich auf den Multiplikationsfaktor: 2x (eine Stufe), 16x (vier Stufen) etc. Welche Filterstärke Sinn macht, hängt von der Geschwindigkeit des Wassers oder der Wolken im Bild ab.

Die exakte Länge der Verschlusszeit beeinflusst hierbei die Wirkung der Bewegungsunschärfe im Bild maßgeblich: Eine Sekunde belichten zum Beispiel lässt Wasserbewegungen zwar unscharf werden, die Wellenform bleibt im Bild aber gut erkennbar. Bei zehn Sekunden verwandelt sich Wasser in milchig-weichen Nebel und Wolken werden zu längeren Streifen.

ND-Filter Vergleich

In unserem Heft-Artikel "Der perfekte Fotofilter" haben wir 22 Schraub- und Steckfilter für Sie getestet. Unsere Graufilter Empfehlungen sind der Benro Master Glas ND1000 und der Rollei F:X Pro ND64.

Benro Master Glas ND1000

Benro hat mit dem Master Glas ND1000 einen ebenso empfehlenswerten Steckfilter im 100-x-100-mm-Design im Portfolio wie B+W. Das Glas ist mehrschichtvergütet und verringert den Lichteinfall ins Objektiv, ohne Mängel an der optischen Qualität herbeizuführen. Volle Punktzahl!

Produkthinweis

Benro Master 100x100mm Glass ND 6-Stop

Rollei F:X Pro ND64

Der professionelle Graufilter von Rollei überzeugt in unserem Test. Die Fotos, die wir mit dem Filter erstellt haben, sind scharf und farbtreu. Entsprechend folgt eine Kaufempfehlung. Für 149 Euro ist der Graufilter kein Schnäppchen, macht seine Investition aber bereits schnell wett.

Produkthinweis

Rollei Filter F:X Pro ND 64 Filter I Graufilter 100mm aus Gorilla-Glas mit Luminance Coating I Ideal für Langzeitbelichtungen am Tag

Langzeitbelichtungen in 5 Schritten meistern

1 Stativ stabilisieren

Positionieren Sie Ihr Stativ an einer sicheren Stelle. Ziehen Sie die Stativplatte im Hochformat fest an.

2 Verwackler vermeiden 

Aktivieren Sie die Spiegelvorauslösung oder den Live-View, und setzen Sie zusätzlich einen Fernauslöser ein.

3 Filter einrichten 

Fokussieren Sie und schalten Sie auf manuellen Fokus um, bevor Sie den Filter ansetzen. Verschließen/bedecken Sie den Sucher und schatten Sie Sonnenlicht mit der Hand ab.

4 Komponieren im Live-View

Nutzen Sie den Live-View und schalten Sie kurz in die Programmautomatik, um Bildaufbau und Fokus zu wählen.

5 Belichtung ermitteln

Jede durch den Filter hinzugefügte Stufe verdoppelt die ursprüngliche Belichtungszeit. Machen Sie im manuellen Modus Testaufnahmen ohne Filter. Passt alles, verlängern Sie diese Zeit entsprechend der für Ihren Filter angegebenen Stufen.

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