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Apple vs Epic Games: Fortnite bleibt gesperrt, aber ...

Die ersten Entscheidungen im Fall Epic Games gegen Apple traf nun Richterin Yvonne Gonzalez Rogers. Demnach kehrt Fortnite nur zurück, wenn Epic einlenkt, aber es das war noch nicht alles.

Ein kompakter Rückblick

Seit rund zwei Wochen liegen Epic Games und Apple im Clinch über den App-Store-Richtlinien. Während auch Google beim Fortnite-Bann auf Android mitmischt, liegt der Fokus vor allem auf Apples digitalen Store, der laut Epic Games Entwickler stark einschränkt und zudem horrende Abgaben für digitale Käufe verlangt. Aus diesem Grund führte man in Fortnite eine direkte Bezahlmethode ein, die an Apple beziehungsweise Google vorbei geht. Dies ist natürlich gegen die Richtlinien, sodass beide Unternehmen den Battle-Royale-Titel aus dem Verkehr zogen.

Anschließend neckte Epic Games die Unternehmen mit Aussagen und Aktionen, sodass Apple damit drohte, dass man zum 28. August 2020 den Entwickleraccount sperrt und damit auch die Weiterentwicklung der Unreal Engine verhindert. Epic bezeichnete dies als geschäftsschädigend und reichte einen Eilantrag ein, um dies zu verhindern.

Erster Tag vor dem Zoom-Gericht

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie fand am 24. August die Anhörung des Eilantrags via Zoom statt. Während Epic Games forderte, dass Fortnite in den App Store zurückkehren soll, beteuerte man auch, dass die eine Sperre des Entwickleraccounts andere Spiele – sowohl von Epic Games als auch Drittanbietern – negativ betroffen wären. Die Richterin Yvonne Gonzalez Rogers macht allerdings schnell klar, dass sie nicht auf der Seite der Spieleentwickler steht.

Richterin macht sich für Apple stark

Bereits in der Eröffnung führte sie aus, dass Epic Games die Situation selbst geschaffen hat und daran nicht unschuldig ist, da man strategisch und kalkuliert einen Richtlinienbruch geplant an und diesen genau vor dem Start einer neuen Fortnite-Season gelegt habe. Aus ihrer Sicht gibt es keinen irreparablen Schaden, wenn man den Schaden für sich selbst geschaffen hat. Sie führt weiter aus, dass Epic nur den Status Quo vom 3. August wiederherstellen muss, um keinerlei Schäden zu erleiden.

Auch Apple hat Fehler gemacht

Während Gonzalez Rogers im Bezug auf Fortnite auf Apples Seite steht und die Entfernung durch Apple in Ordnung war, sieht es für Epics Entwicklerkonto anders aus. Apple argumentierte, dass Epic die Unreal Engine sowie die Entwicklerwerkzeuge dazu nutzen könnte, um weitere Verstöße in anderen Titeln herauszuprovozieren und Kunden gegen Apple aufzubringen. Laut der Richterin will Apple hier einen langen Hebel nutzen, um einen Vergeltungsschlag auszuführen, obwohl dies grundsätzlich nichts mit der Fortnite-Debatte zu tun hat und Apple keinerlei Schaden entsteht. Ihr sieht es daher danach aus, als ob Apple überreagiert hat. 

Richterliches Fazit

Am Ende des Meetings gibt die Richterin zu verstehen, dass Apple keineswegs zu viel Abgaben verlangt und es ein Industriestandard ist, der nicht nur an Apple hängt. Daneben bezahlt Epic aktuell nichts an Apple, während Epic selbst Drittanbieter zur Kasse bittet, um bestimmte Werkzeuge nutzen zu können. Ihr zufolge ist der Kampf weder gewonnen noch verloren, wobei Apple natürlich den Ruf hat etwas bis zum Ende zu kämpfen. In diesem Fall ist man allerdings etwas über das Ziel hinausgeschossen.

Im offiziellen Urteil heißt es daher, dass Apple den Entwickleraccount von Epic Games sperren kann, um Updates für Fortnite zu verhindern, bis man die App-Store-Richtlinien wieder befolgen will. Allerdings darf Apple nicht das Entwicklerkonto von Epic International sperren, welches für die Entwicklung der Unreal Engine verwendet wird, da dieses Konto die Richtlinien nicht verletzt habe.

Es bleibt daher spannend, wie es weitergeht. Die nächste Anhörung soll am 28. September stattfinden.

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