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Corona ändert alles: Apple und Google vereint bei Entwicklung einer Tracking-Lösung

Apple und Google machen gemeinsame Sache bei Tracking von Anwendern mit oder ohne Corona-Infektionen. Ob die Privatsphäre über Bord geworfen wird, klärt unser Bericht

Softwarefirmen wollen Werkzeuge entwickeln, die helfen, das Corona-Virus per Tracking zu bekämpfen. Apple und Google als die einzigen beiden relevanten Anbieter von Mobilgerät-Betriebssystemen kooperieren nun, um per Bluetooth die Geräte miteinander kommunizieren zu lassen. Die Unternehmen betonen in ihren Presseerklärungen (Google, Apple), dass der Schutz der Privatsphäre und die Sicherheit der Benutzer weiterhin gewahrt werden.

Apple und Google wollen eine Lösung auf den Markt bringen, die sowohl Programmierschnittstellen (APIs) als auch die Betriebssystemebene umfasst, um die Nachverfolgung von Kontaktpersonen zu unterstützen.

Dies soll in zwei Schritten erfolgen, weil die Zeit drängt. Im Mai 2020 sollen APIs für die Interoperabilität zwischen Android- und iOS-Geräten unter Verwendung von Apps der Gesundheitsbehörden zu ermöglichen. Diese Apps werden über die App-Stores angeboten. Ob sie installiert werden müssen, dürfte von Land zu Land unterschiedlich sein - in Deutschland ist das unterer Meinung nach kaum vorstellbar.

Bluetooth zur Kontaktermittlung

Außerdem wollen die beiden Kontrahenten eine umfassendere, Bluetooth-basierte Plattform zur Nachverfolgung von Kontakten aufbauen. Diese Funktion muss allerdings in die Betriebssysteme integriert werden. Das würde mehr Einzelpersonen ermöglichen, dran teilzunehmen. Hier sprechen Apple und Google ausdrücklich von einer Opt-In-Möglichkeit, es wird sich also vermutlich um einen Schalter in den Einstellungen des Betriebssystems handeln.

Beide Unternehmen wollen Informationen transparent veröffentlichen, damit andere sie analysieren können. Ob das nun heißt, dass alles als Open-Source veröffentlicht wird, ist schwer aus der doch recht schwammigen Formulierung abzuleiten.

Google und Apple haben zumindest schon einmal einen Entwurf der technischen Dokumentation der API, der Verschlüsselung des Contact Tracings, des Frameworks und der Bluetooth-Spezifikation für das Vorhaben veröffentlicht.

Frühere Überlegungen hatten noch eine sehr grobschlächtige Überwachung per Mobilfunkzelle eingeschlossen. Da solche Zellen sehr groß sein können, wäre eine Kontaktnachverfolgung praktisch unmöglich geworden - von den rechtlichen Hürden ganz zu schweigen.

Konkurrenz für alternative Tracking-Lösungen

Die Pläne von Google und Apple würden das Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing (PEPP-PT) überflüssig machen, an dem derzeit in Deutschland gearbeitet wird. Werden die Schnittstellen im Betriebssystem verankert, macht ein weiterer Standard keinen Sinn.

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