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Elektronischer Personalausweis soll automatisch aktiviert sein

Bisher verwendet kaum jemand den elektronischen Personalausweis – obwohl dieser bereits vor rund sechs Jahren eingeführt wurde und von der Mehrheit der deutschen Bevölkerung besessen wird. Ein Grund ist das mangelnde Angebot für den elektronischen Personalausweis. Der andere ist, dass die meisten Bürger die eID-Funktion beim Erhalt des Ausweises deaktiviert haben. Beides will die Bundesregierung nun ändern.

Seit 2010 geben deutsche Behörden den elektronischen Personalausweis heraus. Bei der Ausgabe wird man gefragt, ob man die Onlinefunktion des Personalausweises aktivieren möchte. Die meisten haben „Nein“ gesagt. Demzufolge ist diese Funktion bei zwei Dritteln der 45 Millionen Besitzer eines elektronischen Personalausweises nicht angeschaltet. Sie können ihren Ausweis also aktuell nicht für E-Government nutzen, selbst wenn es für sie so ein Angebot gäbe.

Das will die Bundesregierung nun ändern. Die eID-Funktion soll bei Neuausstellungen des elektronischen Personalausweises standardmäßig aktiviert sein. Ein Opt-Out wird es zwar nach wie vor geben. Allerdings wird dies umständlicher. Denn dann wird man bei einer Hotline anrufen müssen, um die eID-Funktion zu deaktivieren.

Bunderegierung will das Angebot für den elektronischen Personalausweis ausbauen

Gleichzeitig möchte die Bundesregierung das Angebot für den elektronischen Personalausweis ausbauen. Bund, Länder und Kommunen sollen diverse Angebote über ein sogenanntes „virtuelles Portal“ verfügbar machen. Außerdem möchte die Bundesregierung mehr Unternehmen die Möglichkeit geben, das Zertifikat zu erwerben, dank dem Nutzer ihren elektronischen Personalausweis auch Online verwenden können.

Experten stehen dem elektronischen Personalausweis skeptisch gegenüber. Der Chaos Computer Club kritisiert unter anderem, dass der Datenschutz der Bürger wohl nicht zuverlässig gewährleistet werden kann. So kann beispielsweise der Kartenleser, der zur Online-Verwendung des elektronischen Personalausweises notwendig ist, übernommen werde. Auch der Chip selbst kann geklont werden, wenn der Ausweis in die falschen Hände gerät. Dadurch würde Identitätsdiebstahl vereinfacht.

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