News

Heiter bis wolkig: Reaktionen der Auto-Branche auf mögliches iCar von Apple

Bei Gerüchten um neue Apple-Produkte wiederholt sich die Geschichte ein ums andere Mal. Die Großen der Autoindustrie, in die Apple einsteigen will, ist geteilt. Die einen spielen die Bedeutung von Apples möglichem Einstieg herunter, die anderen freuen sich darauf, vom Abglanz profitieren zu können. Daimler-Chef Zetsche rutscht dabei ein bisschen in die Rolle von Steve Ballmer aus Zeiten der iPhone-Präsentation.

Am Rande verschiedener Veranstaltungen und in Interviews mit Nachrichtenagenturen haben sich neben Daimler-Chef Dieter Zetsche auch der Vorstandsvorsitzende bei Volkswagen, Martin Winterkorn, und Renault-Nissan-CEO Carlos Ghosn vermeintliche Apple-Auto kommentiert.
 

Keine Angst vor Apple

Die deutlichsten Worte fand dabei Zetsche. Ein Apple-Auto bedeute keine Gefahr für Mercedes oder Daimler. Gäbe es ein Gerücht, dass die Stuttgarter an einem Smartphone arbeiteten, würde man bei Apple schließlich auch keinen Schlaf darüber verlieren. Vermutlich liegt Zetsche mit dieser Einschätzung falsch. Apple würde sich natürlich Gedanken darum machen, wenn eine weitere Luxus-Marke in den Smartphone-Markt einsteigen würde.
 

 
Und andersherum sollte ein Apple-Auto Zetsche durchaus schlaflose Nächte bereiten. Schließlich wählt Apple die Hochzeiten, auf denen man tanzen möchte, sehr sorgfältig aus, was einer der Gründe dafür ist, dass Apples Hardware-Produkte der letzten Jahre immer durchschlagende Erfolge waren.
 
Zetsche geht davon aus, dass Google und auch Apple kein eigenes Auto verkaufen wollen und bezieht sich auf sie daher eher als Mitspieler, quasi Zulieferer. Das allerdings widerspräche Apples bisherigem Vorgehen in anderen Märkten. Man hat sich schließlich auch nicht mit dem Ausliefern von iOS an Nokia oder dem Verkauf der iPhone-Hardware an Microsoft begnügt. Apple verfolgt eher die „alles oder nichts“-Strategie. Entweder man liefert das komplette Produkt oder lässt es ganz bleiben.
 
 

In Apples Windschatten auf die Erfolgsspur

Bei VW, das lässt Martin Winterkorn durchblicken, habe man die Zeichen der Zeit erkannt. Allein im letzten Jahr habe der Autobauer rund 11,5 Milliarden Euro und Forschung und Entwicklung investiert. Inzwischen habe man mehr als 10.000 IT-Fachleute an Bord.
 
Carlos Ghosn, CEO der Renault-Nissan-Allianz, einer strategischen Partnerschaft des französischen und des japanischen Autoherstellers, sieht das ganze etwas realistischer. Ein Einstieg Apples in die Automobilbranche wäre eine gute Nachricht für Renault-Nissan. Schließlich würde Apple sicherlich den Markt für Elektroautos vorantreiben und genau davon würde man profitieren.
 

 
Ghosn ist zu Recht entspannt. Apple ist für hochpreisige Produkte mit teils gigantischen Margen bekannt. Nissan und auch Renault tummeln sich im mittleren Preissegment der Autoindustrie. Der Leaf, Nissans Elektro-Auto, kostet knapp 24.000 Euro als Listenpreis. Da Kampfpreise noch nie in Apples Interesse waren, gibt es gerade bei den günstigeren Automobilherstellern keinen Grund in Schockstarre zu verfallen.
Mehr zum Thema
zur Startseite