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HomeKit: Apple wird das Wohnen revolutionieren

Wenn man sehenden Auges über die IFA geht, dann könnte man schnell meinen, dass Apple spät dran wäre, mit der eigenen Smart-Home-Lösung HomeKit. Es gibt bereits eine Vielzahl großer Player mit cleveren Lösungen in dem Markt – von Digitalstrom über Devolo und RWE bis zur Telekom und AVM. Trotzdem ist das Thema, beziehungsweise die Technik, bislang nicht in den Otto-Normal-Haushalten angekommen. Alle warten auf HomeKit.

Der Trend ist ganz klar: Immer mehr intelligente Geräte werden den Weg in unsere Wohnungen und Häuser finden. Was aber noch fehlt, ist der eine Standard, der möglichst alle Geräte miteinander verbindet. Und genau das ist der Ansatz, den Apple verfolgt. HomeKit-zertifizierte Geräte können miteinander verbunden werden und gegenseitig voneinander profitieren, ohne, dass die jeweiligen Hersteller dafür eine Partnerschaft eingehen müssten.

Apple hat die nötige Marktmacht

Spannend ist in diesem Zusammenhang die Frage, weshalb es eine Lösung von Apple bedarf, damit das Thema so richtig abhebt. Die Antwort ist ganz einfach: Apple hat die nötige „installed base“. Soll heißen: Apple liefert den Herstellern die nötige Anzahl an Kunden mit entsprechenden Endgeräten. HomeKit läuft bereits auf iOS 8 – wenn auch nur mit eher rudimentärem Funktionsumfang. iOS 9, das für alle Geräte verfügbar sein wird, auf denen auch iOS 8 läuft, wird das ändern.

Dabei funktioniert HomeKit nicht nur auf iPhones sondern auch auf iPads und dem iPod touch. Die Beratungsfirma Mücke Sturm Company aus München schätzt, dass so bis Ende 2016 rund 10 Millionen deutsche Haushalte „Smart Home Ready“ sein werden.

HomeKit als Plattform und Gatekeeper

Apples Bemühen um den Smart-Home-Markt ist in zweierlei Hinsicht interessant. Zum Einen schafft Apple mit HomeKit kein eigenes Produkt, sondern eine Plattform, die bestehende Produkte ergänzt und bereichert. So ist nicht davon auszugehen, dass Apple anfangen wird LED-Lampen und Heizungsthermostate zu fertigen. Mit der Integration all dieser Geräte schafft Apple jedoch weitere Kaufanreize für iOS-Geräte.

Zum Anderen schafft Apple ein hohes Maß an Sicherheit und Vertrauen in dieser Sicherheit durch eine Gatekeeper-Funktion. Grundsätzlich können sich natürlich alle Hersteller von Smart-Home-Geräten um eine HomeKit-Zertifizierung bemühen. Diese ist aber auch zwingend erforderlich, um an der HomeKit-Plattform partizipieren zu können. Was für die Hersteller einen Mehraufwand an Zeit und Geld bedeutet, bedeutet für den Endanwender, dass er sich sicher sein kann, dass ein Gerät mit HomeKit-Siegel gewisse Mindeststandards erfüllt.

Was fehlt: Die HomeKit-App

Zum vollkommenen Glück im smarten Home fehlt noch eine offizielle HomeKit-App. Bislang findet man – auch in der aktuellen Beta von iOS 9 – HomeKit nur in den Einstellungen zur rudimentären Verwaltung von Geräten. Die Anzeige der Daten und die Konfiguration der jeweiligen Sensoren und Aktoren übernehmen bislang Apps der Hersteller, wie etwa die Eve-App von Elgato.

Und auch wenn die Eve-App wirklich ausgezeichnet ist: Schön wäre eine HomeKit-Standard-App direkt von Apple, um eine gemeinsame Grundlage für alle zu schaffen. Für die weitreichende Akzeptanz von HomeKit wird es wichtig sein, dass zumindest erstmal alles für alle gleich funktioniert. Das ist schließlich auch Teil des Erfolgskonzepts hinter iPhone und iPad. Wer Funktionen nutzen möchte, die nur herstellerspezifische Apps bieten, der soll das gerne tun können. Gerne auch schon sofort. Für die Ersteinrichtung und die ersten Schritte mit HomeKit wäre jedoch eine universale Basis wünschenswert.

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