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iOS 14, iPadOS 14, watchOS 7 und macOS Big Sur: Der große Public-Beta-Guide

Apple startet wie versprochen sein Public-Beta-Programm zu den neuen Betriebssystemversionen. Damit darf nun jeder die Vorabversionen von iOS 14 & Co. ausprobieren. Bevor du loslegst, solltest du diesen Ratgeber lesen.

Das Warten hat ein Ende. Bereits am 22. Juni präsentierte Apple der Welt unter anderem einen Ausblick auf die neuen Betriebssysteme iOS und iPadOS 14, watchOS 7 und macOS 11 Big Sur. Auch wenn die finalen Versionen der Systeme erst im Herbst erscheinen werden, kann ab sofort jeder interessierte Nutzer am Public-Beta-Programm teilnehmen und iOS 14 & Co. ausprobieren – ein bisschen Zeit, Geduld und Vorbereitung vorausgesetzt.

Da es sich aber auch bei der Public-Beta weiterhin um noch nicht fertige Software handelt, sollte man nicht einfach losstürmen und diese installieren. Denn im schlimmsten Fall droht ein Verlust aller Daten. 

Sonderfall watchOS und tvOS

Dir wird bei diesem Ratgeber auffallen, dass wir uns großteils auf iOS, iPadOS und macOS beziehen. Dafür gibt es einen Grund, denn watchOS und tvOS unterscheiden sich in den Beta-Programmen teils grundlegend von den anderen Betriebssystemen. Für watchOS gilt: Nimmst du einmal am Beta-Programm teil, kannst du bis zur Veröffentlichung der finalen Version von watchOS 7 nicht mehr ohne weiteres das Beta-Programm verlassen, da du nicht einfach ein Back-up mit einer älteren Version von watchOS einspielen kannst. Dir bleibt in diesem Fall tatsächlich nur ein Gang in den nächsten Apple Store, um dort watchOS 6 neu aufzuspielen zu lassen. Bei tvOS ist es nicht ganz so schlimm, aber hier musst du deinen Apple TV mit einem Mac oder Windows-PC verbinden, um dann tvOS 13 komplett neu aufzuspielen. Wenn du die beiden Betriebssysteme trotzdem ausprobieren möchtest, sag hinterher nicht, wir hätten dich nicht gewarnt!

Der erste Schritt ist immer ein Back-up

Bevor du nun irgendetwas machst, musst du unbedingt ein Back-up erstellen. Nicht nur um Datenverlust zu verhindern, sondern auch, um zu iOS und iPadOS 13 oder macOS Catalina zurückzukehren, falls du nicht mehr am Public-Beta-Programm teilnehmen möchtest. Also selbst wenn du sonst ein Back-up-Muffel bist, jetzt bitte einmal iPhone und iPad mit einem Mac oder Windows-PC verbinden und per iTunes, beziehungsweise dem Finder ein Back-up erstellen. Falls du macOS Big Sur testen möchtest, solltest du eine externe Festplatte anschließen und per Time Machine ein Back-up deines Mac erstellen. Zum Thema Back-up am Mac haben wir noch einen sehr ausführlichen Artikel für dich.

Eintritt nur nach Anmeldung

Bevor es nach dem Back-up dann mit der Installation weitergeht, musst du dich beim Public-Beta-Programm von Apple einschreiben. Dazu einfach die Beta-Webseite von Apple aufrufen und den großen Button „Registrieren“ anklicken. Apple fragt nun die Apple ID ab und zeigt dann die Apple-Beta-Software-Programmbestimmungen an, welche du akzeptieren musst, um am Beta-Programm teilzunehmen. In diesen gibt Apple unter anderem an, bestimmte Nutzungsdaten zu sammeln. Apple schreibt selbst dazu:

„Um Apple bei der Verbesserung von Produkten und Diensten zu unterstützen, kann Apple Diagnosedaten, technische Daten und Nutzungsprotokolle und -informationen von deinen Apple-Geräten, die Beta-Versionen von iOS, tvOS oder macOS sammeln und verarbeiten. Zu Daten gehören allgemeine Analysedaten, verschiedene eindeutige Geräte-IDs, verschiedene eindeutige System- oder Hardware-IDs, Details zu Spezifikationen der Hardware und des Betriebssystems, Leistungsstatistiken, die Verwendung von Peripheriegeräten und (falls Ortungsdienste aktiviert sind) bestimmte Standortinformationen. Keine der gesammelten Informationen identifizieren dich persönlich. Apple kann diese Diagnosedaten, technische Daten und Nutzungsprotokolle und -informationen mit Partnern und anderen Entwicklern teilen, um es diesen zu erlauben, ihre Produkte und Dienste zu verbessern, die auf oder zusammen mit Produkten von Apple funktionieren. Nach der Installation der Public Beta-Software kannst du dich entscheiden, keine Analysedaten an Apple zu senden, indem du deine Datenschutzeinstellungen änderst.“

Nachdem die Programmbestimmung akzeptiert wurde, ist die Registrierung abgeschlossen. Auf der nun folgenden Seite wählt man nun das Betriebssystem und folgt der Anleitung im Abschnitt „Beginnen“. 

Ein wichtiger Hinweis noch: Im Internet finden sich zum Beispiel zu iOS 14 eine Vielzahl sogenannter IPSW-Dateien. Mit diesen kann die Beta-Version auch ohne die vorherige Registrierung heruntergeladen und installiert werden. Allerdings raten wir nachdrücklich davon ab, den nicht-offiziellen Weg zu gehen. Denn als Nutzer kann man in der Regel nicht überprüfen, ob eine IPSW-Datei auch wirklich zum eigenen Gerät passt und ob sich darin nicht vielleicht Schadsoftware versteckt. Nur als Teil des Public-Beta-Programms von Apple gibt es die offiziellen Beta-Versionen.

Auf welchen Geräten kann ich die Betas installieren?

Bevor wir uns die Liste der kompatiblen Geräte ansehen, hier schon wieder ein wichtiger Hinweis: Wenn du die Möglichkeit hast, dann installiere Beta-Versionen nicht auf deinen Hauptgeräten oder gar deinen Arbeitsgeräten. Bei einer Beta können immer Fehler auftreten oder für dich wichtige Apps und Programme nicht funktionieren. Wenn du also nur mal einen Blick in iOS 14 werfen willst und noch ein älteres iPhone in der Schublade hast, dann installiere die Beta dort.

Nun aber zu den kompatiblen Geräten. Apple schmeißt dieses Jahr erfreulich wenige Geräte aus der Kompatibilitätsliste von iOS, iPadOS und macOS. Konnte ein iPhone oder ein iPad bereits iOS 13 installieren, dann ist auch iOS 14 verfügbar. Das heißt, es geht ab dem iPhone 6s und dem iPhone SE von 2016 los und reicht natürlich bis zum iPhone 11 Pro Max. Hier die Liste aller unterstützen Geräte:

  • iPhone 11
  • iPhone 11 Pro
  • iPhone 11 Pro Max
  • iPhone XS
  • iPhone XS Max
  • iPhone XR
  • iPhone X
  • iPhone 8
  • iPhone 8 Plus
  • iPhone 7
  • iPhone 7 Plus
  • iPhone 6s
  • iPhone 6s Plus
  • iPhone SE (1. Generation)
  • iPhone SE (2. Generation)
  • iPod touch (7. Generation)

Auch beim iPad sieht es für ältere Geräte gut aus. Wer iPadOS 13 verträgt, der darf auch iPadOS 14 nutzen. Hier die Liste aller kompatiblen iPad-Modelle:

  • iPad Pro 12,9 Zoll (4. Generation)
  • iPad Pro 11 Zoll (2. Generation)
  • iPad Pro 12,9 Zoll (3. Generation)
  • iPad Pro 11 Zoll (1. Generation)
  • iPad Pro 12,9 Zoll (2. Generation)
  • iPad Pro 12,9 Zoll (1. Generation)
  • iPad Pro 10,5 Zoll
  • iPad Pro 9,7 Zoll
  • iPad (7. Generation)
  • iPad (6. Generation)
  • iPad (5. Generation)
  • iPad Mini (5. Generation)
  • iPad Mini 4
  • iPad Air (3. Generation)
  • iPad Air 2 

Beim Mac setzt Apple dann allerdings doch den Rotstift an und streicht Modelle des MacBook Air, des MacBook Pro, des Mac mini und des iMac von 2012 und Anfang 2013. Daraus ergibt sich folgende Liste an kompatiblen Geräten:

  • MacBook (2015 und aktueller)
  • MacBook Air (2013 und aktueller)
  • MacBook Pro (Ende 2013 und aktueller)
  • Mac Mini (2014 und aktueller)
  • iMac (2014 und aktueller)
  • iMac Pro (2017 und aktueller – also alle Modelle)
  • Mac Pro (2013 und aktueller)

Tipp für macOS Big Sur: Auf externer Festplatte oder Partition installieren

Da wir gerade beim Mac sind, ein praktischer Tipp: Solltest du noch eine einigermaßen aktuelle externe Festplatte oder SSD besitzen (nicht die mit dem Time-Machine-Back-up!), dann kannst du macOS Big Sur auch darauf installieren und das Betriebssystem ganz in Ruhe ausprobieren. Auf der internen Festplatte oder SSD deines Mac bleibt dein altes Betriebssystem unberührt und du kannst jederzeit dahin zurückkehren. Dazu einfach das Installationsprogramm von Big Sur starten und im Verlauf der Installation die externe Festplatte als Ziel auswählen. Alternativ kannst du auch die interne Platte in zwei Partitionen aufteilen und Big Sur dort installieren. Aber dann solltest du wirklich wissen was du tust.

Wie stabil laufen die Betas bisher?

Als registrierte Entwickler konnten wir in der Redaktion bereits die Developer-Beta 1 und 2 von iOS und iPadOS 14 und macOS Big Sur ausprobieren und setzen die Betriebssysteme teilweise auch schon im Arbeitsalltag ein. Unser erster Eindruck ist: Für frühe Beta-Versionen laufen die Systeme schon erstaunlich stabil. Natürlich gibt es hier und da Fehler, einige Funktionen sind noch nicht vorhanden und nicht immer ist bereits alles auch richtig übersetzt. Wir können aktuell aber nicht ausschließen, dass es bei anderen Nutzern oder in späteren Beta-Versionen nicht doch noch zu größeren Problemen kommen könnte. Eine Beta ist und bleibt ein Risikofaktor.

Die Sache mit der Corona-Warn-App

Bei iOS 14 gibt aktuell noch einen recht großen Haken, denn die Corona-Tracing-Entwicklerschnittstelle funktioniert in den beiden bisher veröffentlichten Developer-Beta-Versionen von iOS 14 nicht – daher kann die Corona-Warn-App keine Risiko-Begegnungen ermitteln. Auf dem privaten Alltags-iPhone sollte man iOS 14 deswegen besser noch nicht installieren. Wahrscheinlich wird Apple die Schnittstelle in späteren Beta-Versionen aber integrieren. Ob diese dann fehlerfrei funktioniert, ist aber nicht sicher.

Wie komme ich zurück zu iOS und iPadOS 13?

Wem iOS 14 & Co. doch nicht so gut gefallen oder bei wem wichtige Apps nicht funktionieren, der muss wieder zurück auf iOS und iPadOS 13, beziehungsweise macOS Catalina wechseln. Für iPhone und iPad ist der Weg identisch. Zunächst muss das Gerät in den Wiederherstellungsmodus (DFU-Modus) versetzt werden. Je nach Gerät ist hierzu eine andere Tastenkombination nötig. In einem Support-Artikel beschreibt Apple genau, wie dies bei verschiedenen Geräten funktioniert.

Im Anschluss verbindest du das Gerät mit einem Computer mit der neuesten Version von macOS Catalina oder Windows 10 mit der aktuellsten iTunes-Version. Der Computer fragt dann nach, was mit dem erkannten Gerät passieren soll. Klicke hier auf „Wiederherstellen“. Der Computer löscht dann das angeschlossene Gerät komplett und installiert ein jungfräuliches iOS oder iPadOS 13. Sobald die Installation abgeschlossen ist, kann das iPhone oder iPad aus einem Back-up wiederhergestellt werden – dadurch landen deine Daten wieder auf deinem iPhone oder iPad. Aber Achtung, hier funktionieren nur Back-ups, die von iOS 13 angelegt wurden. Ein Back-up deiner Daten von iOS 14 kann damit nicht eingespielt werden.

Wie komme ich zurück zu macOS Catalina?

Ähnlich wie bei iPhone und iPad ist das Back-up an dieser Stelle wichtig. Schalte zunächst deinen Mac aus. Verbinde nun die Festplatte mit dem Time-Machine-Back-up mit deinem Mac. Schalte den Mac neu ein und drücke dabei gleichzeitig die Tasten [option] + [command] + [R] bis das Apple-Logo erscheint. Dein Mac sollte nun in den Recovery-Modus wechseln. Sollte es nicht klappen, einfach noch einmal ausschalten und erneut die Tastenkombination beim Start drücken. Im Recovery-Modus kannst du auswählen, dass du deinen Mac aus einem Back-up mit Time Machine wiederherstellen möchtest. Wähle dazu die externe Festplatte und das passende Back-up aus und folge den Anweisungen auf dem Bildschirm. Auch hier ist wichtig, dass das Back-up noch mit macOS Catalina erstellt wurde und nicht von Big Sur stammt. Im Anschluss sollte der Mac mehrmals neu starten, Catalina neu installieren und deine Daten aus dem Back-up wiederherstellen.

Wie gefällt dir die Beta zu iOS 14 unc Co? Welche Apps verursachen Probleme, welche Features findest du toll? Wir freuen uns auf dein Feedback!

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