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Kommentar: Sind die AirPods der Anfang vom Ende des iPhone?

Während mehrere Unternehmen immer wieder Vorstöße in die Virtual und die Augmented Reality vornehmen, war es bei Apple in diesem Bereich auffallend still. Dabei wird von keiner Seite angezweifelt, dass dies die Technologie der Zukunft ist. Und nun hat Apple den Grundstein für seine eigene Augmented-Reality-Suite gelegt. Die AirPods sind Apples erster Versuch, Nutzern diese Technologie nahezubringen. Und langfristig wird dies das Ende des iPhone bedeuten.

Apples AirPods sind ein erster Schritt des Unternehmens in die Augmented Reality. Denn die AirPods sind direkt im Ohr des Trägers angebracht und können diesen via Siri jederzeit mit relevanten Informationen füttern. Im Wesentlichen sind die AirPods also nichts Anderes als Augmented-Reality-Geräte, wie auch Google Glass. Denn wie Googles (gescheiterte) Brille „augmentieren“ die AirPods die Welt des Trägers, indem ständig zusätzliche Informationen geliefert werden können, die der Nutzer ohne sie nicht erhalten würde – nur eben nicht visuell, sondern über das Ohr. Und anders als ein Smartphone, das diese Aufgabe ja auch erfüllen kann, sind AirPods ständige Begleiter des Nutzers und werden nicht nur bei Bedarf aus der Hosentasche geholt. Das ist eines der definierenden Merkmale der Augmented Reality. Es ist sogar wahrscheinlich, dass das iPhone deshalb früher oder später ein Nischenprodukt werden wird. Aber der Reihe nach:

Apples zukünftige Augmented-Reality-Suite nutzt die Apple Watch, nicht das iPhone, als Hub

Nun könnte zwar das iPhone als Zentrum für Apples Augmented-Reality-Suite dienen. Allerdings gibt es eigentlich keinen Grund dazu, sondern mit der Apple Watch eine bessere Alternative. Die AirPods sind bereits jetzt schon nicht direkt auf das iPhone angewiesen. Sie können auch mit der Apple Watch gekoppelt werden. Apple kann in Zukunft also auf das iPhone verzichten und die ganze Hardware und alle Sensoren in der Apple Watch unterbringen, die nicht in die AirPods passen. Die Apple Watch würde somit zum Zentrum der Augmented-Reality-Suite des Nutzers werden, sobald es Apple gelingt, die Funktionen vom iPhone in die Apple Watch zu transferieren. Das iPhone würde dann nicht nur nicht mehr notwendig sein, sondern sogar gar keinen Sinn mehr machen, denn warum sollte man ein Extragerät in der Hosentasche mit sich herumschleppen, das im Zweifelsfall nur verloren geht, und dessen Aufgaben von der dann viel nützlicheren Apple Watch sowieso erledigt werden können?

Langfristig wäre auch denkbar, dass es neben dem AirPods auch AirGlasses geben wird, die auch eine visuelle Augmented Reality ermöglichen. Da ein Großteil der Hardware in der Apple Watch sitzt, könnten diese Geräte sehr klein sein. Außerdem würde die Apple Watch als Hub die Möglichkeit bieten, dass Nutzer sich jederzeit entscheiden können, wie viel „Augmented Reality“ sie eigentlich gerade haben wollen. Schließlich befinden sich dann zentrale Smartphone-Funktionen auch ohne Augmented-Reality-Geräte immer am Handgelenk.

Technologische & gesellschaftliche Grenzen gilt es noch zu überwinden

Nun ist das alles noch Zukunftsmusik. Zum einen ist die Technologie noch nicht soweit, dass dies einfach so umgesetzt werden könnte. Allein schon der Akku der Apple Watch ist nicht gut genug, damit alle iPhone-Funktionen auch auf der Apple Watch ausgeführt werden könnten. Zum anderen ist das iPhone das mit Abstand wichtigste Produkt Apples. Das Unternehmen wäre aus wirtschaftlicher Sicht wahnsinnig, wenn es das iPhone in den nächsten zwei Jahren einfach so obsolet machen würde, selbst wenn es könnte. Der Übergang muss schon alleine deshalb graduell geschehen. Außerdem gibt es für Apples vollumfängliche audiovisuelle Augmented-Reality-Suite ein weiteres Problem: Google Glass hat bewiesen, dass die Gesellschaft mit Augmented-Reality-Brillen noch so seine Berührungsängste hat. Dabei wird aber weniger das Gerät selbst in Frage gestellt, sondern die Fähigkeiten. Denn damit wären permanent Kameras auf alle Mitmenschen gerichtet. Viele fühlen sich bei solchen Zukunftsaussichten (noch) unwohl.

Die Wahrnehmung von Google-Glass-artigen Brillen als Bedrohung der Privatsphäre wird sich aber nicht dauerhaft halten. Auch ein Hosentaschen-Computer wurde einmal als „Nerd-Gerät“ angesehen und ist jetzt als Smartphone im Besitz der meisten Menschen. Laptops wurden einmal als Nischenprodukte für Spezial-Gebiete betrachtet und sind jetzt die primären Rechner. Tablets wollte zehn Jahre lang niemand haben, dann kam das iPad. Diese Liste ließe sich beinahe ewig fortsetzen. Selbst die AirPods haben mit den Bluetooth-Telefon-Headsets ebenfalls einen Vorläufer, der belächelt wurde. 15 Jahre später hat die Verbreitung ganz normaler Telefon-Kopfhörer mit Headset-Funktion dazu geführt, dass die AirPods mit diesen Geräten schon gar nicht mehr verglichen werden, sondern als nützliche Augmented-Reality-Produkte wahrgenommen werden. Sie kommen einfach zur richtigen Zeit und mit den richtigen Funktionen. Und das wird bei Augmented-Reality-Brillen wohl in den nächsten zehn Jahren auch so sein – falls es überhaupt so lange dauert.

Apple wird ein treibender Faktor sein

Am Ende kommt es auf zwei simple Faktoren an: Ist die Umsetzung technologisch möglich und wird sie von den Nutzern akzeptiert. Beides ist nur eine Frage der Zeit. Denn die Augmented Reality wird kommen, da sind die alle Experten einig. Und Apple hat mit den AirPods nun einen Grundstein für seine eigene Zukunft in der Augmented-Reality-Welt gelegt. Wahrscheinlich wird das Unternehmen sogar eine große Rolle dabei spielen, dass die Augmented-Reality von der Gesellschaft akzeptiert wird. Denn Apple ist es sehr gut darin, technologische Innovationen in so einer Weise voranzutreiben, dass Bedenken keine große Rolle mehr spielen, weil der Nutzen einfach überwiegt. Es käme somit überhaupt nicht überraschend, wenn Apple in den nächsten Jahren „AirPods für die Augen“ vorstellen würde, ähnlich wie Google Glass, nur in unwiderstehlich.

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