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Skype-Gespräche gespeichert und nach China verschickt

Microsoft soll Skype-Telefonate aufgezeichnet und nach China gesendet haben. Sicherheit und Datenschutz blieben außen vor.

Skype-Audiomitschnitte sollen von Firmen in China im Auftrag von Microsoft jahrelang ohne Sicherheitsmaßnahmen analysiert worden sein. Wie der britische Guardian berichtet, sollen die Mitarbeiter dort alle das gleiche Passwort verwendet haben. Die Mitarbeiter in China hatten die Aufgabe, die Qualität der Transkriptionsfunktion in Skype und die Tonqualität des Voice-over-IP-Programms zu prüfen. Die Informationen stammen von einem ehemaliger Unterauftragnehmer, der nach eigenen Angaben in den zwei Jahren, die er für das Unternehmen gearbeitet hat, Tausende von potenziell sensiblen Aufnahmen auf seinem persönlichen Laptop von seinem Haus in Peking aus überprüft hat.

Wenn die Darstellung stimmt, ist das Unternehmen äußerst risikobereit gewesen. So konnten die Mitschnitte von Microsoft von den Mitarbeitern über eine Webanwendung herunter geladen und lokal gespeichert werden. Maßnahmen zum Schutz dieser Dateien habe es nicht gegeben. Um die Verwaltung zu erleichtern, wurden allen das gleiche Passwort gegeben, das auch noch im Klartext per E-Mail verschickt wurde. Die Mitarbeiter sollen auch nicht auf ihre Zuverlässigkeit hin überprüft worden, so die Vorwürfe aus dem Bericht.

Microsoft hatte schon im Sommer mitgeteilt, dass die Qualitätssicherung für Skype und Cortana für Xbox beendet wurden und der Rest in sichere Einrichtungen außerhalb von China verlegt wurde.

Amazon, Google und Apple hatten ähnliche Programme

Apple hatte ebenfalls im Sommer 2019 sein Programm zur Verbesserung des Sprachassistenten Siri kurzzeitig gestoppt, bei dem Mitarbeiter einzelne anonymisierten Sprachaufnahmen mithören und bewerten sollen, ob Siri korrekt geantwortet hat. Nun muss der Nutzer seine ausdrückliche Einwilligung für die Überprüfung der Siri-Daten geben.

Google hatte zuvor entschieden, die beim hauseigenen Google Assistant durchgeführten Qualitätskontrollen durch Mitarbeiter in der EU zu stoppen. Das teilte der Hamburger Datenschutzbeauftragte mit, der erhebliche Zweifel an der Zulässigkeit des Verfahrens im Rahmen der DSGVO hat. Auch Amazon verlangt mittlerweile nach einer Einwilligung des Nutzers.

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