News

Software-Hintertüren: Zeigt Blackberrys drastische Entscheidung Apples Zukunft?

In mehreren Staaten findet derzeit eine Diskussion um Hintertüren in sicher verschlüsselten Diensten statt. Behörden behaupten, dass diese Hintertüren notwendig sind, um Verbrechen zu verhindern. Gleichzeitig würde das faktische Verbot von Verschlüsselung den Datenschutz aushebeln und Dienste unsicher machen. Unternehmen stehen deshalb vor einer Wahl: Folge leisten oder den entsprechenden Markt zu verlassen. Blackberry hat sich nun für letzteres entschieden – und auch Apple muss wohl bald eine Entscheidung treffen.

Blackberry hat angekündigt dem pakistanischen Markt den Rücken zuzukehren. Die Basis dieser drastischen Entscheidung ist, dass die pakistanische Telekommunikations-Behörde im Juli angekündigt hatte, dass Blackberrys BES-Server in Pakistan am dem 30. November nicht mehr zugelassen sind. Die Behörde hat die Frist nun kurzfristig auf den 30. Dezember verlängert, weshalb sich Blackberry entschieden hat, erst Ende Dezember den pakistanischen Markt zu verlassen.

Die pakistanische Regierung hatte von Blackberry verlangt, vollständigen Zugriff auf den Traffic auf Blackberrys Server zu erhalten. Das Unternehmen sieht dies als Aushöhlung des Datenschutzes, den Blackberry Nutzern seiner Dienste garantiert und zieht nun die entsprechenden Konsequenzen.

Ob Pakistan auch von Apple verlangt Hintertüren einzubauen, über die Nutzer von Apples Produkten vollständig überwacht werden können, ist unklar. Allerdings steht Pakistan mit dieser Forderung nicht alleine. So gab es eine ähnliche Diskussion bereits in den USA, die vorerst gegen Hintertüren in sicheren Diensten ausgefallen ist. Im Vereinigten Königreich liegt dagegen eine Gesetzesvorlage im Parlament, die eine sichere Verschlüsselung – und damit Apples Dienste so wie sie derzeit aufgebaut sind – verbieten würde. Apple steht dann vor der Wahl entweder Hintertüren in seine sichere Verschlüsselung einzubauen oder sich Blackberry zum Vorbild zu nehmen und den britischen Markt zu verlassen.

Mehr zum Thema
zur Startseite