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Stichwort Reparatur: Das böse Apple? Die bösen Uhrenhersteller!

Apples Geräte lassen sich schlechte(r) reparieren? Viele andere Produkte aber auch! Vorweg: Ich teile die Haltung, dass Apple zu wenig tut, damit die Geräte nachhaltig repariert und weiter genutzt werden können. Entsprechend möchte ich diesen Fakt nicht durch den nachfolgenden Kommentar relativieren. Das ist mir wichtig, zu betonen. Vielmehr geht es darum, das schlechte Image ein bisschen aufzubessern.

Apple ist mit seiner schlechten „Reparierbarkeit“ nicht allein. Wenn das wie eine Relativierung klingt. Dann soll es das nicht. Ich möchte nur das Bewusstsein dafür schärfen, dass Apple nicht der Buhmann der Nation sein sollte und die Politik vielmehr eine zentrale Lösung anstrebt. Tatsächlich möchten einige EU-Politiker die Nachhaltigkeit von Elektrogeräten erhöhen, indem Sie die „Reparierbarkeit“ einfordern.

Besitzer von Schweizer Edel-Armbanduhren sollten wissen, dass eine Reparatur der Geräte entweder viel Geld kostet, oder viel Geld kostet. Und wenn eine Reparatur mal nicht viel Geld kostet, macht Sie vielleicht gar keinen Sinn, weil Sie zu viel Geld kostet? Der Reihe nach.

Reparaturen bei Schweizer Uhren sind teuer, so oder so

In einem Fall mögen Sie für einen teuren, autorisierten Uhrmacher zahlen, der eine Fortbildung erhalten hat. Er verfügt über das passende Werkzeug und „darf“ die Uhren reparieren. Denn spezielle Verschlüsse, die Spezialwerkzeug zum Öffnen nötig machen, verhindern, dass jeder sich daran versucht. Ob das nun eine Masche ist, den Kunden mehr Geld aus der Tasche zu ziehen, oder tatsächlich dazu dient, eine Fehlbehandlung zu verhindern, können Sie selbst entscheiden.

Doch der andere Fall ist nicht selten viel weniger teuer. Lassen Sie nämlich eine solche Uhr von einem nicht autorisierten Uhrenhändler reparieren, kommt es durchaus vor, dass der mit der Dampfhammer-Methode den Deckel der Uhr beschädigt, nachschleift und so für einen immensen Wertverlust sorgt.

Warum gerade Uhren?

Das Beispiel der Edel-Armbanduhren mag Sie irritieren. Doch Apple fischt mit seinen Produkten in der Regel in ähnlichen Gewässern. Sie sind teuer und haben wenig Wertverlust. Entsprechend kann man auch dem Konzern aus Cupertino unterstellen, er erschwert die Reparatur lediglich, damit nicht jeder Smartphone-Verkäufer die Geräte versucht zu reparieren. Zuletzt allerdings lockerte Apple die Bedingungen ein wenig und möchte auch selbständige Dienstleister mit passenden Original-Bauteilen versorgen.

Teure Reparaturen, gehen uns alle an

iPhones und Schweizer Armbanduhren sind nur zwei Produkte am Markt, die sich schlecht(er) reparieren lassen. Wenn Sie sich umschauen gibt es eine Vielzahl, die nicht trivial zu reparieren sind.

Neben teuren Reparaturen, die Sie nicht selbst durchführen können, gibt es aber auch noch die anderen Fälle, bspw. von Druckern oder Schubkarren, die Sie vielleicht leichter reparieren könnten (Austausch des Druckerkopfs oder des Laufrads), bei denen die Reparaturmaterialien aber so teuer sind, dass ein Neukauf sich eher lohnt. Wie Sie es also drehen und wenden: Die Industrie findet einen Weg, Ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Entsprechend kann man nicht befürworten, dass Apple immer als Negativbeispiel für etwas herhalten muss, was wie ein Virus im Prinzip eine ganze Produktionsgesellschaft befallen hat. Amen.

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