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Trump führt „Skype-Pressestühle“ im Weißen Haus ein

Es hat nur zwei Tage gedauert, da haben Donald Trump und sein Presse-Sprecher, Sean Spicer, klargestellt, dass man nichts glauben kann, was aus dem Weißen Haus gegenüber der Presse geäußert wird. Das Stichwort „Alternative Fakten“ werden sicher viele mitbekommen haben. Da macht es eigentlich keinen Unterschied mehr, dass bald auch obskure nationalistische Medien via Skype ins Weiße Haus zugeschaltet werden sollen.

Der Pressesprecher der neuen US-amerikanischen Regierung, Sean Spicer, hat eine Erweiterung des Pressekonferenz-Raumes des Weißen Hauses angekündigt. So plant die US-Regierung unter dem Präsidenten Donald Trump vier sogenannte „Skype-Stühle“ hinzuzufügen. Über dieses „Skype-Stühle“ sollen Journalisten zugeschaltet werden können, die nicht vor Ort sind, und diesen damit auch ermöglichen Fragen zu stellen.

Sean Spicer versuchte diese Entscheidung damit zu verkaufen, dass so auch Medien direkt aus dem Weißen Haus berichten können, die nicht in oder um Washington angesiedelt sind und sich dort keine Präsenz leisten können. Eigentlich haut Spicer damit aber in die gleiche Kerbe, die Trump auch schon im Wahlkampf ausführlich genutzt hat: Große Medien seien nicht Vertrauenswürdig, hätten nur ihre eigene Agenda im Sinn und würden nicht objektiv berichten, und müssten deshalb entmachtet werden.

Wenn Trump einmal die Wahrheit sagt, ist es ein Versehen

Dabei sitzt im Presseraum des Weißen Hauses unter anderem die Nachrichtenagentur AP. Die AP ist die wahrscheinlich unparteiischste journalistische Organisation der Welt und erhält im Weißen Haus traditionell als erste die Gelegenheit, ihre Fragen zu stellen. Spicer hat diese Tradition aber nun abgeschafft. Stattdessen gingen die ersten Fragen an die New York Post und das Christian Broadcasting Network. Die AP kam erst als sechste dran, kurz bevor Fox News seine zweite Frage stellen durfte. Mit der Möglichkeit kurzfristig irgendwelche obskure rechtsradikale Medien wie Breitbart via Skype zuzuschalten, dürfte dieses Verhalten nur noch zunehmen.

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Generell dürfte alles aber weniger schlimm sein als es sich anhört. Denn so wie sich Spicer und Trump bereits in den Tagen nach seiner Vereidigung gegenüber der Presse blamiert haben, darf man offenbar sowieso kein Wort mehr glauben, das aus dem Weißen Haus kommt, Stichwort #AlternativeFakten.

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