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Windows Phone: Microsoft gibt auf

Microsoft entlässt fast 2.000 Mitarbeiter aus der Windows Phone Sparte und skaliert die Abteilung somit massiv herunter. Zwar betont Microsofts Chef, dass das Smartphone-Geschäft nicht vollständig aufgegeben, sondern neu ausgerichtet werden soll. Trotzdem bedeutet dies im Wesentlichen das Ende des Windows Phones. Microsoft ist es einfach nicht gelungen sich nach der Übernahme Nokias einen signifikanten Marktanteil zu erarbeiten.

Microsoft gibt de facto das Smartphone-Geschäft auf. Das Unternehmen hat am gestrigen Mittwoch bekannt gegeben, dass es 1.850 Mitarbeiter aus der Windows Phone Sparte entlassen wird. Gleichzeitig legt Microsoft rund eine Milliarde US-Dollar zurück, um die finanziellen Folgen des Ausstiegs aus dem Smartphone-Geschäft decken zu können.

Satya Nadella, Microsofts Chef, betont allerdings, dass es sich dabei mitnichten um eine komplette Aufgabe des Smartphone-Markts handeln soll. Stattdessen würde das Unternehmen lediglich seine Windows Phone Abteilung herunterskalieren. Außerdem will sich Microsoft auf Business-Anwender konzentrieren. Wie genau dieses Business-Geschäftsmodell aussehen soll ist noch unbekannt. Allerdings hat sich Microsoft bereits in den vergangenen Monaten auf Sicherheitsfunktionen bei Windows Phones konzentriert und ist eine Partnerschaft mit IBM eingegangen.

Windows Phone: Marktanteil auf unter 1 Prozent gefallen

Microsoft hatte die Handy-Sparte von Nokia vor rund zwei Jahren für rund 7 Milliarden US-Dollar gekauft und anschließend selbst begonnen Smartphones zu produzieren. Zwischenzeitlich verzeichneten Microsofts Smartphones einen Anstieg beim Marktanteil. Mittlerweile ist dieser Marktanteil jedoch auf unter 1 Prozent gefallen. Denn obwohl die Smartphones gute Geräte sind und Windows Phone ein intuitives und solides Betriebssystem ist, ist es Microsoft nie gelungen, den App Store auch nur Annähernd auf das Niveau des iOS-App Stores oder des Google Play Stores zu bringen. Außerdem wird Microsoft dafür kritisiert, dass Windows 10 für Smartphones auch rund ein Jahr nach der Ankündigung nur auf einigen wenigen Lumias zu finden ist, bisher aber für viele Geräte noch nicht ausgeliefert wurde. Auch die Funktion Continuum, dank der sich das Smartphone in einen Desktop-Rechner verwandeln lässt, wurde zwar gelobt, ist bisher aber nur auf wenigen Geräten zu finden.

Microsoft wird weiterhin am Windows-Smartphone-Betriebssystem arbeiten und neue Version veröffentlichen. Auch neue Smartphones wird es wahrscheinlich hin und wieder geben. Der Anspruch mit Apple, Google, Samsung und Co. vergleichbar zu sein, hat sich jedoch erledigt.

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