Ratgeber

Whatsapp Alternative: So schützt du deine Privatsphäre in Signal

Das Jahr begann für die Facebook-Tochter Whatsapp mies: Unzählige Nutzer kehrten dem Messengerdienst den Rücken. Warum Signal der bessere Messenger in Sachen Privatsphäre ist, erklären wir in diesem kompakten Ratgeber. 

Facebook setzte den Nutzern von Whatsapp die sprichwörtliche Pistole auf die Brust: Wer den populären Messengerdienst weiterhin nutzen wolle, sollte kurzfristig neuen Datenschutzbestimmungen zustimmen. Doch diese lasen sich sowohl für Experten als auch für Laien halbseiden.

Der berechtigte Verdacht: Facebook will durch Whatsapp gewonnene Daten zu Geld machen – kein Wunder, ist der Rohstoff „Anwenderdaten“ doch die größte Ressource des Unternehmens. Diverse Datenschutzskandale, aber auch die Rolle von Facebook als potenziell demokratiegefährdend insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse in den USA, dürften das Vertrauen vor allem der europäischen Anwender nicht unwesentlich geschwächt haben.

Wer ohnehin bereits an einer Alternative zu Whatsapp interessiert war, reagierte schnell. Die besten Whatsapp Alternativen stellen wir in diesem Artikel vor.

Selbst die Tagesschau berichtete in ihrer Onlineausgabe. Und auch Facebook reagierte: Die neuen Regelungen wären so gar nicht für den europäischen Raum gedacht gewesen. Außerdem verlängerte man die Frist: Nun reicht das Erteilen der Zustimmung bis Mitte Mai, wo zuvor bereits Anfang Februar Fakten geschaffen werden sollten.

Überhaupt ginge es nicht um eine weitreichendere Übertragung von Daten von Whatsapp an die Konzernmutter Facebook. Doch all diesen PR-Bemühungen zum Trotz: Das sprichwörtliche Porzellan war bereits zerschlagen. Es gibt keine einfachen Antworten Was also tun?

Whatsapp in Zahlen: Drei erstaunliche Statistiken

WhatsApp wurde 2009 in Kalifornien gegründet und gehört seit 2014 zu Facebook. Für diesen Zukauf zahlte Facebook 19 Milliarden US-Dollar.

  • 2 Milliarden aktive Nutzer*innen zählt Whatsapp weltweit
  • Anteil der Whatsapp-Nutzer*innen an der Bevölkerung in Deutschland: 79 %
  • Anteil der 18- bis 29-Jährigen in Deutschland die Whatsapp nutzen: 97 %

Mit Blick auf die vergangenen Verfehlungen Facebooks kann man nur nachdrücklich zum Wechsel des verwendeten Messengers raten. Mit dem Löschen von Whatsapp macht man bereits vieles richtig. Doch zu welcher Alternative sollte man wechseln?

Apples eigene Chat-App namens „Nachrichten“ scheidet für viele leider aus. Sie ist nur auf Apple-Systemen verfügbar und schließt Kontakte aus „anderen Welten“ aus. Macht man die Verfügbarkeit für sowohl iOS- als auch Android-Smartphones zum sinnvollen Auswahlkriterium, landet man schnell bei dem Trio aus Telegram, Threema und Signal.

Aus datenschutzrechtlicher Betrachtung scheint Threema die beste Wahl, die aber damit einhergeht, dass die App kostenpflichtig ist: Die Summe von 4 Euro ist vielen der Schutz der persönlichen Daten offensichtlich nicht wert; ergo sind hier von allen vorgenannten Plattformen am wenigsten Anwender zu finden (zumindest, so man den Downloadzahlen des Google Play Store zur groben Einordnung Glauben schenkt).

Telegram hingegen hat seine Ursprünge in Russland. Das Sicherheitskonzept sieht eine optionale Verschlüsselung vor und ist somit eher vermeintlicher Natur. Ob man zudem eine von Rechtsextremen, vermeintlichen Terroristen und Pädophilen bevorzugte Plattform nutzen möchte, mag jeder für sich selbst beantworten.

Das kleinste Übel scheint Signal, welches von einer gemeinnützigen Organisation entwickelt wird – allerdings unter der Judikative der USA und den damit einhergehenden potenziellen Schwächen in Sachen Datenschutz. Dennoch ist Signal unter den Blinden der Einäugige und somit der König: Wer für 2021 den Umstieg auf einen anderen Messenger plant, sollte hier zugreifen.

Auch weil zu den prominenten Fürsprechern Elon Musk und Edward Snowden zählen - zwei, die es ja wissen müssen!

Drei Schritt für Schritt Anleitungen 

Bei Signal anmelden 

1. Öffne den App Store und lade die Signal-App auf dein iPhone. Beim ersten Start gewährst du Zugriff auf deine Kontakte und kannst der App einräumen, dir Push-Mitteilungen zu senden.

2. Jetzt wirst du nach deiner Mobilfunknummer gefragt. Gebe diese ein, bestätige sie und fahre mit einem Klick auf „Weiter“ fort. Aktiviere Signal mit der eintreffenden SMS-Bestätigung.

3. Folge nun dem weiteren Einrichtungsprozess. Vergiss nicht, bereits im Vorfeld des Wechsels deinen Kontakten Bescheid zu geben, wie sie dich künftig erreichen können – sonst wird’s einsam um dich.

Grupennunterhaltung beginnen 

1. Tippe in Signal auf „Verfassen“ (Stift- Icon rechts oben), dann „Neue Gruppe“. Wähle jetzt die Kontakte aus, die du hinzufügen möchtest. Alternativ kannst du auch deren Rufnummern eingeben.

2. Tippst du auf „Erstellen“, taucht die Gruppenunterhaltung sowohl in deiner als auch der Unterhaltungsliste der hinzugefügten Mitglieder auf. Diese müssen gegebenenfalls eine Einladung annehmen.

3. Um deine Gruppe zu pflegen, kannst du Mitglieder zum Administrator ernennen, sie wieder entfernen und sogar blockieren. Tippe dazu auf den Namen, damit sich das entsprechende Menü öffnet.

Mehr Privatsphäre in Signal

1. Andere sollen nicht sehen, dass du an einer Nachricht schreibst? Du kannst den Indikator ausschalten. Öffne dazu die Einstellungen mit dem Tippen auf den Profilbild beziehungsweise dein Initial links oben.

2. Wähle den Eintrag „Datenschutz“. Im sich nun öffnenden Untermenü stellt du den Schalter neben dem Eintrag „Tipp-Indikatoren“ auf die Aus-Position. Du siehst dann aber auch keinen Indikator mehr.

3. Auch Lesebestätigungen lassen sich deaktivieren. Den entsprechenden Eintrag findest du direkt über dem Schalter für die Tipp-Indikatoren. Stelle den Schalter hier auf „Aus“.

Mehr zum Thema
zur Startseite