Ratgeber

Wir bleiben zu Hause (Teil 3): Wie geht’s Euch, Pavel & Miho?

Persönliche Treffen sind in Zeiten der Corona-Krise nicht angesagt. Aber wir bleiben trotzdem in Verbindung! Wir haben befreundete Fotografen und Partner aus der Fotobranche zum virtuellen Austausch getroffen – hier berichtet Pavel & Miho aus seinem „Home-Office“.

Pavel Kaplun & Miho Birimisa

Wie geht’s Euch gerade und wo seid Ihr?

Wir sind jeweils bei uns zu Hause – Pavel in Hannover und Miho in Karlsruhe. Wir sind also gerade 500 Kilometer auseinander, aber wir kommunizieren trotzdem miteinander. Jeden Tag - mehrere Stunden. Das alles hält uns auch nicht davon ab, weiter zu machen, im Gegenteil – natürlich mit kleinen Änderungen. Einige Workshops haben wir verschoben, einige neu aufgesetzt. Währenddessen nehmen wir wie gewohnt Videos auf und entwickeln neue Produkte.

Wie stark trifft Euch die aktuelle Situation?

Wir sind immer sehr früh dran, unser Workshop-Programm für das nächste Jahr aufzusetzen. Deshalb müssen wir jetzt natürlich viel hin- und herschieben. Viele der Workshops, die jetzt hätten stattfinden sollen, haben wir auf den Spätherbst umgeplant. Und dort, wo wir nicht so lange warten möchten – weil ein halbes Jahr in der Fotobranche für manche Themen einfach eine sehr lange Zeit ist, stellen wir jetzt auch auf Online-Workshops um.

Die ersten Online-Kurse haben wir auch schon erfolgreich durchgeführt. Diese sind wie ein Klassenraumtraining – nur eben online. Alle Teilnehmer sehen sich und sprechen miteinander. Wenn gewünscht, können wir sogar auf den Rechner der Teilnehmer zugreifen, um weiterzuhelfen. Darüberhinaus ist es uns aktuell sehr wichtig, der Community zusätzlich etwas zurückzugeben. Wir möchten einen Beitrag dazu leisten, die Zeit zu Hause für unsere Fans so angenehm wie möglich zu machen.

So bieten wir seit kurzem eine große Auskopplung aus einem Videotraining komplett gratis in unserem Shop an. Außerdem haben wir die Facebook Gruppe "Together at Home" gegründet, in der wir immer wieder kreative Aufgaben stellen und zahlreiche Live-Streams zur Bildbearbeitung durchführen. Rund 1500 Fotografen machen bis jetzt mit. Ein kleines Highlight ist das Corona-Tagebuch. Die Gruppenmitglieder laden ein Bild mit einem persönlichen Text hoch, wie sie die Situation gerade erleben und wir führen alle Beiträge in einer Online Publikation zusammen, die man mit anderen teilen kann. Als Erinnerung und um sich gegenseitig Mut zu machen. Das Buch wächst täglich – wie ein Tagebuch eben (https://www.kaplun.de/tagebuch).

Habt Ihr Tipps für unsere Leser, um gut durch diese besondere Zeit zu kommen?

Wir sind teilweise entsetzt, wie reißerisch die Schlagzeilen in den Medien derzeit sind. Wenn man das ungefiltert konsumiert, muss sich das auf Dauer auf die Psyche schlagen. Deswegen ein dringender Appell an alle: Machen! Und damit meinen wir jetzt nicht nur die Wohnung putzen, sondern den Kopf beschäftigen. Wir können zwar nicht die vielen finanziellen und privaten Tragödien da draußen ungeschehen machen, aber wir können Inspiration liefern, sinnvolle Aufgaben stellen und Möglichkeiten bieten, sich einfach und bequem weiterzubilden. Damit man nicht nur auf die Nachrichten schaut, sondern den Kopf mit positiven Gedanken füllt. Etwas, das immer wichtiger wird.

Und ein Punkt ist uns noch wichtig: Wir alle benutzen Social Media primär, um uns zu informieren und uns zu „unterhalten“ – zeigen Blumenfotos, posten witzige Sprüche und vieles mehr. Das ist auch alles vollkommen in Ordnung. Aber jetzt gerade, wo Millionen von Menschen zu Hause sind, fällt Deutschland nichts ein, um das ganze Medium „Social Media“ so zu nutzen, um wirklich alle zu verbinden, damit sie zusammen etwas Konstruktives tun. Etwas mit Größenordnung. Nicht einfach nur Meinungsmache oder Appelle zur Verhaltensänderung. Social Media wirklich als Werkzeug für klare Resultate nutzen – das machen zwar einzelne Initiativen, aber der große Wurf fehlt unserer Meinung nach. Vielleicht ist das etwas, was in Zeiten der Krise noch entstehen wird – zu wünschen wäre es auf jeden Fall.

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