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Samyang-Festbrennweiten für Sony im Test

Muss es immer ein Original-Objektiv des Kameraherstellers sein? Wie sieht es mit Modellen von Dritt­anbietern aus? Für Alpha-Kameras von Sony baut Samyang ein interessantes Objektivportfolio aus, das zunehmend mit besser ausgestatteten Modellen überzeugen will und vor allem E-Mount-Sparfüchsen bekannt sein sollte. Wir haben vier aktuelle Objektive in unserem DigitalPHOTO-Testlabor unter die Lupe genommen. 

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Samyang: Günstige Sony-Alternativen?

Das Angebot an Objektiven ist fast unüberschaubar groß. Sowohl Sony als Hersteller der Alpha-Kameras als auch Fremdhersteller erweitern fortlaufend das Angebot kompatibler Optiken für E-Mount-Kameras. Hier tut sich ein interessantes Feld auf. Der südkoreanische Hersteller zählt neben Sony zu einem der größten Objektiv-Produzenten für E-Mount-Kameras. Bis vor wenigen Jahren war das Objektivportfolio des Unternehmens größtenteils von günstigen, aber manuell zu bedienenden Optiken geprägt.

Das Resultat: Fotografen, die sich mit der Technik nicht gerne beschäftigen und lieber Autofokusobjektive verwenden, schlugen um diese Objektive einen großen Bogen. Nun aber tauchen im Produktportfolio des Konzerns immer mehr Autofokusobjektive auf. Die Zielgruppe wird größer, denn der Preis bleibt vergleichbar günstig. Doch die entscheidende Frage ist, ob die Drittherstelleroptiken überhaupt empfehlenswert sind, und wenn ja, wie sie im Vergleich zu den Optiken von Sony abschneiden. Wir haben dafür vier aktuelle Samyang-AF-Objektive unter die Lupe genommen: das 14mm f/2,8 FE, das kompakte 35mm f/2,8 FE, das lichtstärkere 35mm f/1,4 FE und das 50mm f/1,4 FE. Unser Testergebnis: Wer günstig zugreift, muss Kompromisse eingehen.

Der Preis beeinflusst die Haptik

An der optischen Qualität der vier Samyangs gibt es gerade unter Berücksichtigung des günstigen Preises kaum etwas auszusetzen. Die Auflösung ist bereits bei Offenblende gut bis sehr gut. Die Frage nach dem so berüchtigten Haken wird lauter – und schnell fordert der günstige Preis seinen Tribut: Die Haptik der Samyang-Optiken ist nämlich eher unteres Mittelmaß. Fotografen, die ein wertiges und robustes Objektivgehäuse schätzen, werden mit den Samyangs also Kompromisse eingehen müssen. Neueste Entwicklungen von Samyang lassen Sparfüchse anderer Kamerasysteme aufhorchen: Das AF 14mm f/2,8 sowie das AF 35mm f/1,4 sind neben Sony-E-Mount auch für das Vollformatsystem von Canon (EF) erhältlich. 

Exkurs: Autofokus

Um nun ein gewähltes Motiv vor der Linse scharf abzubilden, kann die Brennweite eines Objektivs fokussiert werden. Die Linsen im Objektiv werden dabei so lange verschoben, bis der gewünschte Punkt im Schärfefokus liegt. Das bedeutet im Prinzip nichts anderes, als dass sich die Strahlen genau im Brennpunkt auf dem Sensor treffen. Kameraoptiken bestehen aus einem System von 10-20 Streu- und Sammellinsen, die diese Verschiebung möglich machen.

Der Autofokus: AFS & AFC

Der Autofokus wird häufig auch mit AF abgekürzt. Die ausgewählte Stelle für den jeweiligen Autofokus nennt man Fokusbereich. Es gibt bei jeder Kamera verschiedene Einstellungen für den Autofokus. Die gängigsten Modi sind der AFS (Auto Focus Single) und der AFC (Auto Focus Continuous) beziehungsweise oft noch ein dritter Modus, der eine Mischung aus den beiden darstellt. Bei AFS fokussiert die Kamera beim halben Durchdrücken des Auslösers, das gewählte Motiv an und hält diesen Fokus so lange, bis man neu fokussiert oder eben das Foto macht. Beim AFC-Modus verfolgt die Kamera das Motiv und versucht auch eine Veränderung der Entfernung direkt zu kompensieren. Neuere Kameras haben sogar eine Tracking-Funktion, bei der das Motiv immer wieder neu gefunden wird, sobald sich das Framing verändert.

Fokus wählen

Als Fotograf oder Fotografin sollte man den Fokuspunkt genau definieren. Entweder über die Touch-Funktion oder über den Joystick der Kamera. Dadurch kann ein Feld im Foto ganz gezielt ausgewählt werden. Dieses Feld kann sowohl vergrößert als auch verkleinert werden. Bei bewegten Motiven ist der AFC-Modus am besten geeignet, denn er kann zudem perfekt mit der Serienbildaufnahme kombiniert werden. 

Fazit

E-Mount-Sparfüchse finden mit den Objektiven des südkoreanischen Herstellers echte Alternativen. Die hier aufgeführten Modelle bieten einen für den vergleichbar geringen Neupreis tollen Gesamteindruck. Allerdings müssen Käufer dieser Optiken Kompromisse eingehen: Eine he­rausragende Haptik ist für den Preis einfach nicht drin. Hier machen es die hochpreisigen Original-Objektive (wie das Sony Zeiss Planar T FE 50mm f/1,4 ZA) deutlich besser. Doch kommt es rein auf die Bildqualität an, sind die Samyang-Festbrennweiten durchaus einen Blick wert.

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