Test

Im Test: AirPods Pro – Apples bestes Produkt wird noch besser

Für Apples Verhältnisse relativ kurz nach der Veröffentlichung der zweiten Generation der AirPods im Frühjahr dieses Jahres folgen nun die AirPods Pro. Diese sind kein Ersatz für die regulären AirPods, sondern stellen mit aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) eine neue Produktkategorie dar. Mac-Life-Chefredakteur Sebastian Schack hat sie ausgiebig und in verschiedensten Situationen getestet.

Nicht nur neue Funktionen und ein deutlich anderer Preis (mit 279 Euro sind die AirPods Pro exakt 100 Euro teurer als die im März vorgestellten AirPods der zweiten Generation) machen klar, dass die AirPods Pro ein großer Schritt für Apple sind. Auch die Bauform hat sich grundlegend verändert. Handelt es sich um den AirPods noch um „Ear Buds“, Ohrhörer also, die vor dem Ohrkanal sitzen, sind die AirPods Pro echte „In Ears“, Ohrhörer also, die man in den Ohrkanal einführt.

Für mich war das allein schon Anlass zu großer Skepsis gegenüber den AirPods Pro. Denn mit In-Ears bin ich lange Zeit überhaupt nicht warm geworden. Über Jahre gab es auf dem gesamten Markt (OK, ich habe nicht alle In-Ears getestet, aber es finden schon sehr viele Modelle den Weg in die Redaktion.) keine In-Ears, die ich wirklich problemfrei tragen konnte. Die meisten bereiteten mir Schmerzen, die wenigsten nur ein unbequemes Gefühl. Dazu immer das merkwürdige Empfinden, die eigenen Schritte durch den ganzen Körper hindurch zu hören.

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Powerbeats Pro In-Ear Kopfhörer komplett ohne Kabel - Schwarz

Die ersten in dieser Hinsicht – hier geht es erst mal nicht um den Klang! – passablen In-Ears waren für mich die Momentum True Wireless.  Die ersten In-Ears, die ich wirklich mochte und noch immer mag, stammten aber von Apple. Nein, nicht die alten kabelgebundenen, sondern die Powerbeats Pro, die ich hier schon hinreichend gewürdigt habe. Grund zur Hoffnung also, dass ich mir auch die AirPods Pro nicht nach 45 Minuten mit schmerzverzerrtem Gesicht aus den Ohren reißen müsste.

Kleinere Ohrhörer, größeres Case

Besitzern der AirPods der ersten oder zweiten Generation fällt beim Öffnen der Verpackung der neuen AirPods Pro sofort auf, dass sich die Form des Ladecases deutlich verändert hat. Das Format entspricht in etwa einem um 90 Grad gedrehten Case der AirPods, dabei ist das neue Case aber auch noch merklich größer. Allerdings nicht so komödienhaft groß wie das der Powerbeats Pro. Das Ladecase der AirPods Pro passt immer noch komfortabel in meine Hosentasche.

Die Ohrhörer selbst sind dafür merklich kleiner geworden. Primär an der Stelle, die liebevoll als „Antenne“ verspottet wird, also dem „Stift“, der nach unten aus den Ohren heraus zeigt. Natürlich haben findige Spaßvögel gleich mehrere (teils lustige) Assoziationen gefunden. Was aber feststeht, ist, dass die AirPods Pro weniger auffällig sind als die AirPods – wobei ich mich auch an deren Design nie gestört haben. Zu eklatant haben die Vorteile ab dem ersten Tag überwogen.

Das Gehäuse der neuen AirPods Pro ist wasserdicht, und zwar klassifiziert nach IPX4. Schweiß bereitet keine Probleme, ebenso wenig wie Regen. Apple weist allerdings extra darauf hin, dass sich die AirPods Pro nicht für Wassersportarten eigenen. (Wer gute In-Ears zum Schwimmen sucht, wird bei JBL fündig.)

Das Koppeln der AirPods Pro mit dem iPhone ist, wie mit allen AirPods seit der ersten Generation, weiterhin nahezu magisch. Natürlich ist mir klar, wie Apple das alles technisch gelöst hat. Aber es ist so eine unendliche Wohltat, einfach nur das Ladecase öffnen zu müssen, und wenige Sekunden später mit einer Einladung zum Koppeln auf dem iPhone-Bildschirm begrüßt zu werden. Kein elendiges „Drücken Sie diesen Knopf für etwa 5 Sekunden“, kein Navigieren in die Bluetooth-Einstellungen und kein Warten darauf, dass die neuen Kopf- oder Ohrhörer dort wohl endlich auftauchen mögen.
Das ist ganz bestimmt kein Vorwurf an andere Hersteller. Apple ermöglicht das über den in den AirPods, AirPods Pro und in einigen Beats-Kopfhörern verbauten hauseigenen H1-Chip, worauf andere Hersteller eben keinen Zugriff haben. Das ändert aber nichts an dem enormen Komfort-Plus der Apple-Ohr- und Kopfhörer.

Unterstützung bei der Wahl der Tips

Ich bin nicht gut darin, abzuschätzen, wie groß meine Ohrkanäle wirklich sind. Allein deshalb musste ich den meisten In-Ears mehrere Chancen geben, weil ich mich zu oft bei der initialen Wahl der Gummiaufsätze („Tips“) vertan hatte. Die Wahl der richtigen Tips ist allerdings essenziell für erstens den bestmöglichen Klang und zweitens einen hohen – und idealerweise: schmerzfreien – Tragekomfort.

Apple macht einem die Wahl der richtigen Tips einfach. Anders als man vielleicht von Apple erwartet hätte, liegen nicht nur die einen, die perfekten Tips bei, sondern ein Set aus drei Tip-Paaren in verschiedenen Größen. Geliefert werden die AirPods Pro mit einem montierten Paar in der Größe „M“. Der Wechsel ist einfach, auch wenn er etwas mehr Kraft erfordert, als man erwarten würde. Man zieht die aufgesteckten Tips einfach ab. Keine Komplizierten Klick-, Klack- oder Drehmechanismen.

Große Sorge, die Tips kaputtzumachen oder gar zu verlieren, muss man nicht haben. Apple-untypisch günstige 5 Euro kostet ein neues Set der Gummi-Pfropfen.

Hat man sich für ein Paar entschieden, navigiert man am besten auf dem iPhone zu „Einstellungen > Bluetooth“ und tippt auf das „i“ neben den neuen AirPods Pro. Dort nämlich kann man alsdann den „Passtest für Ohreinsätze“ starten. Dabei bekommt man etwa fünf Sekunden lang ein Song-Fragment auf die Ohren und die in den AirPods Pro verbauten Mikrofone testen, wie gut die Schallabdichtung mit den gewählten Tips ist. Noch nie war es einfacher, herauszufinden, ob man die richtige Wahl bei der Größe der Tips getroffen hat. 
Für mich ist tatsächlich „M“ die richtige Wahl. So sehr, dass der Passformtest nur bei diesen Aufsätzen grünes Licht gibt.

Insgesamt sitzen die AirPods Pro erstaunlich angenehm im Ohr. Und das schreibe ich mit Verweis auf meine eingangs beschriebenen In-Ear-Probleme. Naturgemäß sitzen sie noch etwas fester und damit sicherer als die AirPods, die mir allerdings auch in mehrjähriger Nutzung nicht ein einziges Mal aus den Ohren gefallen sind. Aber das ist ein sehr subjektives Erlebnis.

Während des Schreibens dieser Zeilen habe ich die AirPods Pro seit nunmehr sechs Stunden durchgängig – lediglich unterbrochen von kurzen Ladepausen – in den Ohren und noch immer drückt nichts. Im Gegenteil: Ich merke die AirPods Pro nicht einmal mehr in meinen Ohren. Etwas, was weder EarPods, noch AirPods, noch Powerbeats Pro und (leider) erst recht nicht meine klanglichen True-Wireless-Favoriten, die Momentum True Wireless von Sennheiser, je geschafft hätten.

Aktive Geräuschunterdrückung

Kommen wir zur großen Neuerung der AirPods Pro. Es sind die ersten Apple-Ohrhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung, kurz ANC (für Active Noise Cancelling). Ich war in diesem Jahr viel auf Reisen und habe dabei verschiedene ANC-Kopfhörer ausprobiert. Anders als beim Kollegen Stefan Molz, der auf das neueste Sony-Modell schwört, teilen sich bei mir die Bose 700 und die Sennheiser Momentum Wireless (die sich als „Momentum 3“ per Bluetooth melden) den ersten Rang. Bose hat das leicht bessere ANC, Sennheiser den leicht besseren Klang. Zumindest ist das mein Empfinden.

Das Feld der True-Wireless-In-Ears mit ANC ist derzeit noch sehr überschaubar. Die meisten In-Ears mit aktiver Geräuschunterdrückung sind entweder komplett kabelgebunden oder sind zumindest mit einem unsäglich unkomfortablen und hässlichem Nackenband verbunden.
Einmal mehr hat Apple hier also die Chance, eine echte Vorreiterrolle einzunehmen. Ja, Apple hat True-Wireless-Ohrhörer nicht erfunden, mit den AirPods aber dereinst die ersten guten Produkte dieser Kategorie präsentiert – und das damals sogar zu einem so günstigen Preis, dass ihn kaum ein namhafter und langjähriger Kopfhörerhersteller zu unterbieten wusste.
Wie also schlagen sich die AirPods Pro in Sachen Geräuschunterdrückung?

Direkt nach dem Auspacken und der Inbetriebnahme der AirPods Pro habe ich mich mit ihnen in die Kieler Innenstadt begeben. Der Weg aus den Mac-Life-Büroräumen in Richtung „City“ dauert ungefähr sieben Minuten und führt die ersten fünf davon durch eine sehr ruhige Gegend und endet an einer der meistbefahrenen Straßen Kiels. Autolärm, vorbeifahrende Busse, nervige Motorräder – alles zu hören. Dumpf, ja, aber hörbar. Fast schon ein wenig enttäuscht nehme ich die AirPods Pro aus den Ohren, um nur Sekundenbruchteile später unter dem auf mich einstürzenden Straßenlärm beinahe zu ersticken. 

Erste Erkenntnis: Den AirPods Pro gelingt es nicht, einen komplett von der Umwelt abzuschotten.
Zweite Erkenntnis: ANC-Kopfhörer zuerst in sehr ruhiger Umgebung zu testen und sich dann darüber zu wundern, wie sehr man doch den Straßenlärm mit ihnen wahrnehmen kann, ist ein Anfängerfehler.

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Sennheiser Momentum Wireless Kopfhörer (mit Geräuschunterdrückung, automatischer Ein-/Ausschaltung, Smart-Pause-Funktion und Smart Control App)

Für den ANC-Test im Innenstadtgetümmel hatte ich auch meine Sennheiser Momentum Wireless dabei und habe immer mal wieder zwischen beiden gewechselt. Wie nicht anders zu erwarten war, liefern die Sennheiser-Kopfhörer die bessere ANC-Performance. Das ist zu großen Teilen der Bauform geschuldet. Sie sind eben keine Ohrhörer oder In-Ears, sondern echte Kopfhörer. Das ist im Vergleich zu den AirPods Pro auch ihr größter Nachteil: Zumindest in meiner Hosentasche finden die Sennheiser keinen Platz.

Nach rund zwei Stunden in der Stadt und im Supermarkt ist dieser Test fürs Erste beendet. Die AirPods Pro machen einen beeindruckend guten Job, wenn es darum geht, monotone und regelmäßige Hintergrundgeräusche auszublenden. Und selbst spontan auftretende Schallamplituden wie das an der Supermarktkasse plötzlich nach Gesichtswurst schreiende Kind dämpfen sie dankenswerterweise auf ein erträgliches Maß.

Transparenz-Modus

Gewissermaßen das Gegenteil der aktiven Geräuschunterdrückung ist der Transparenz-Modus der AirPods Pro. Mit ihm schaltet man die In-Ears auf „Durchzug“. Und das funktioniert beeindruckend gut. Fast alle modernen ANC-Kopfhörer verfügen über eine solche Funktion. Das Problem bei den meisten ist, dass sie einem keine Chance lassen, zu Orten, woher ein Geräusch wohl kommt. Die Stimme von jemandem, der vor einem steht, kommt trotzdem nicht von vorne. Und auch das Klackern der Stöckelschuhe der vorbeispazierenden Dame schallt nicht vom Boden herauf, sondern findet auf Augen-, also Ohrhöhe statt.
Die Apple AirPods Pro machen das anders, besser. Wenn jemand vor, hinter, über sowie links oder rechts von mir mit den Fingern schnipst, kann ich mit geschlossenen Augen in neun von zehn Fällen richtig einschätzen, wo sich die Hand er Person befindet. Habe ich etwa die Bose 700 auf den Ohren, muss ich in den meisten Fällen schlicht raten.
Hier mag den AirPods Pro zugutekommen, dass sie keine so gute passive(!) Schallabdichtung bieten, wie die Over-Ears von Bose.

Aber wann braucht man diesen Transparenz-Modus. Jedenfalls nicht an der Supermarktkasse. Ich find es auch 2019 noch unanständig und respektlos, mich mit jemandem zu unterhalten, während ich die AirPods Pro in den Ohren oder gar einen Kopfhörer auf dem Haupt trage. Das Herausnehmen der Ohrhörer genauso wie das Abnehmen der Kopfhörer ermöglicht nicht nur die Verständigung, sondern ist auch das Zeichen für „ich nehme dich wahr“.
Nützlich ist so eine Transparenzfunktion allerdings beispielsweise in der Bahn oder im Flugzeug. Denn nicht jede Ansage des Bahn- oder Flugpersonals ist unwichtig. Allerdings könnte man die Ohr- oder Kopfhörer dazu auch einfach kurz entfernen. Schließlich bleibt bei aktivierter Transparenzfunktion von den ANC-Fähigkeiten ohnehin nichts mehr übrig.
Bleibt als einzig sinnvoller Einsatzzweck: Sport. Wer entlang der Straßen joggt, tut gut daran, etwas vom Verkehr mitzubekommen. Das gilt im Übrigen auch für Radfahrer. Zwar ist das Fahren mit Kopfhörern nicht untersagt, uneingeschränkt empfehlen mag man es aber auch nicht. Die Transparenzfunktion trägt hier zu etwas mehr Sicherheit bei.

Klanglich vorne mit dabei

Die Ohrhörer, die Apple den iPods und heute noch den iPhones beilegt, sind klanglich nichts besonders Tolles. Sie sind besser als nichts und besser als die meisten Ohrhörer, die einem Telefonhersteller in die Schachtel legen. Mehr aber auch nicht.
Die AirPods (erste und zweite Generation) bieten einen deutlich besseren Klang und die AirPods Pro haben dank ihrer Konstruktionsform als In-Ears noch einmal ganz andere Möglichkeiten und spielen diese auch aus.

Bei den Bässen können die AirPods Pro allerdings nicht mit der hausinternen Konkurrenz durch die Powerbeats Pro mithalten. Aber dass sie überhaupt über eine nennenswerte Bassleistung verfügen, über einen Bass, den man nicht nur hört, sondern auch spürt, ist schon eine deutliche Verbesserung gegenüber den regulären AirPods und natürlich auch den EarPods.
Wirklich punkten können die AirPods Pro im Bereich der Mitten, die sehr neutral wiedergegeben werden. Nach oben hin abgerundet wird das AirPods-Pro-Klangerlebnis durch leicht (aber absichtlich) überbetonte Höhen.

Am Ende kommt es immer darauf an, womit man die AirPods Pro vergleicht. Unter dem Strich sind sie klanglich die wohl besten True-Wireless-In-Ears mit aktiver Geräuschunterdrückung. Zumindest sind mir bislang keine Besseren untergekommen.

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beyerdynamic Amiron Wireless Copper High-End Bluetooth-Kopfhörer mit Klang-Personalisierung (geschlossen)

Das heißt allerdings nicht, dass ich beim Klang der AirPods Pro einen Freudentanz aufführe, denn dank Kopfhörer wie der bereits erwähnten Sennheiser Momentum Wireless oder noch mehr den Beyerdynamic Amiron Wireless weiß ich, wie „meine“ Musik klingen kann, wenn man über die richtige Hardware verfügt.
Gleichwohl stößt mich die Klangleistung der AirPods Pro auch nicht in ein tiefes Tal unendlicher Tränen. Sie sind insgesamt gut und ihrem Bereich die Besten.
(Wer auf wirklich sehr gut klingende True-Wireless-In-Ears aus ist und auf aktive Geräuschunterdrückung verzichten kann, sollte den Sennheiser Momentum True Wireless eine Chance geben.)

Bedienung mit dem Force Sensor

Merkwürdig fand ich bei den AirPods schon immer, dass man klopfen musste, um die verschiedenen Funktionen auszulösen. Das ist unangenehm im Kopf.
Noch viel schlimmer ist das Klopfen, wenn es sich um AirPods Pro handelt, die im Ohrkanal sitzen. Das hat zum Glück auch Apple bemerkt und eine neue Form der Bedienung eingeführt: den Force Sensor.

Man drückt jetzt das untere Ende der AirPods Pro zusammen, um verschiedene Funktionen zu erreichen:
- einmal drücken: Play/Pause
- zweimal drücken: nächster Song
- dreimal drücken: vorheriger Song
- gedrückt halten: Wechsel zwischen Geräuschunterdrückung und Transparenzmodus

Der Force Sensor agiert dabei wie ein Schalter und klickt auch entsprechend. Allerdings gibt es keinerlei haptisches Feedback. Und obwohl sich nichts beim Drücken bewegt, hat Apple es geschafft, dass sich das ganze irgendwie natürlicher und befriedigender anfühlt, als bei den EarPods, die über echte Knöpfe an ihrer Kabelfernbedienung verfügen.

Siri aktiviert man standardmäßig über den gesprochenen Befehl „Hey, Siri“. Unter „Einstellungen > Bluetooth“ und nach einem Tippen auf den das „i“ neben den AirPods Pro kann man alternativ festlegen, dass Siri reagieren soll, wenn man den die AirPods Pro lange drückt. Ja, statt des Wechsels zwischen Geräuschunterdrückung und Transparenzmodus. Allerdings kann man das Verhalten pro AirPod festlegen. Langes Drücken rechts wechselt bei mir nun zwischen Transparenzmodus und Geräuschunterdrückung, während eine langes Drücken links Siri aktiviert.

Nachrichten vorlesen

Auf dem iPhone kann unter „Einstellungen > Siri & Suchen“ „Nachrichten ankündigen“ aktiviert werden. Wer entweder über AirPods der zweiten Generation, neue Beats-Kopfhörer oder eben die brandneuen AirPods Pro verfügt, kann sich eingehende Nachrichten automatisch von Siri vorlesen lassen, ohne dafür das iPhone aus der Tasche nehmen oder es gar entsperren zu müssen. In den Einstellungen kann man außerdem festlegen, ob das für alle Nachrichten, nur jene von Kontakten, nur jene von Favoriten oder sogar nur für jene von Personen, mit denen man heute bereits Kontakt hatte, aktiv sein soll.
Praktisch ist, dass Siri nach dem Vorlesen einer eingegangen Nachrichten für eine kurze Zeit zuhört, sodass man sofort antworten kann, ohne das erst mit „Hey, Siri, schreib’ eine Nachricht an Stefan“ einleiten zu müssen.
Wer todesmutig ist, kann auf derselben Einstellungsseite auch noch „Ohne Bestätigung antworten“ aktivieren, was Siri dazu veranlasst, Antworten nach Diktat direkt zu versenden, ohne sie noch einmal zu Kontrollzwecken vorzulesen.

Y-Kabel als Software

Ein weiteres nettes Gimmick ist die Funktion „Audio teilen“. Sie ermöglicht es, dass die aktuell auf dem iPhone wiedergegebene Musik nicht nur auf den eigenen AirPods, sondern noch auf einem weiteren Paar wiedergegeben werden kann. Machbar ist das mit allen Kopf- und Ohrhörern, die über einen H1- oder W1-Chip verfügen. Das bedeutet, dass auch die AirPods der ersten Generation, sowie ältere Beats-Modelle nicht davon ausgenommen sind. Außerdem benötigt man dafür mindestens ein iPhone 8 sowie natürlich die neueste Version von iOS.

Man kann damit auch telefonieren

Schon die normalen AirPods waren toll zum Telefonieren. Gesprächspartner haben sich praktisch nie über merkwürdig klingendes Audio beschwert und auch bei längeren Gesprächen werden sie dank des hohen Tragekomforts nicht lästig.
Erste Tests zeigen, dass Apple hier die Sprachqualität gehalten hat. Keiner meiner Gesprächspartner ist vor Verzückung vom Stuhl gefallen, weil nun alles so viel besser klingen würde. Aber weiterhin beschwert sich niemand über die Qualität – und das erlebe ich längst nicht mit allen Kopfhörern. Selbst solche, die deutlich teurer als die AirPods Pro sind, sind schon daran gescheitert.

Akkuleistung

Wenn man partout über irgendetwas an den AirPods Pro nörgeln möchte, dann kann es nur die Akkulaufzeit sein. Mit einer Aufladung kommt man auf eine Musikwiedergabezeit von 4,5 Stunden bei aktivierter Geräuschunterdrückung. Was schon, gemessen an der Größe der AirPods Pro und mit Blick auf das Konkurrenzumfeld im Bereich der True-Wireless-Ohrhörer, gut ist. Aber hier gibt es noch Luft nach oben. Auch wenn das Ladecase die Gesamtwiedergabezeit mit zwischenzeitlichen Ladestopps auf rund 24 Stunden erhöht.
In einem ersten Test scheinen sich diese Werte zu bestätigen, obgleich es für ein abschließendes Urteil noch zu früh ist.

Lohnt sich das Upgrade?

Die wohl wichtigste Frage für viele Apple-Kunden ist die, ob sich der Umstieg auf die neuen AirPods Pro lohnt. Das ist auch die Gelegenheit, all jenen den Wind aus den Segeln zu nehmen, die sich schon lautstark darüber beschweren, dass Apple nur ein halbes Jahr nach den AirPods 2 ein neues Modell vorgestellt hat. Denn die AirPods 2 sind dadurch nicht schlechter geworden. Und die AirPods Pro sind seitens Apple auch nicht als Ersatz gedacht. Sie sind ein separates Produkt, das höhere Ansprüche erfüllt als die Standardversion. Ganz so, wie mit dem MacBook (Air) und dem MacBook Pro, dem iPad und dem iPad Pro oder auch dem iMac und dem iMac Pro.

Die wesentlichen Unterschiede zwischen den aktuellen AirPods der zweiten Generation und den neuen AirPods Pro hat der Kollege Benjamin Otterstein bereits in seinem Artikel zusammengetragen. Hier die tabellarische Übersicht:

AirPods Pro vs. AirPods

AirPods Pro AirPods 2 mit drahtlosem Ladecase AirPods 2 mit Ladecase
Individuelle PassformUniverselle PassformUniverselle Passform
Aktive Geräusch­unterdrückung--
Adaptiver EQ--
H1-ChipH1-ChipH1-Chip
„Hey Siri“ immer aktiviert„Hey Siri“ immer aktiviert„Hey Siri“ immer aktiviert
IPX4: Vor Schweiß und Wasser geschützt--
Bis zu 4,5 Std. Wiedergabe mit Geräuschunterdrückung (mit einer Aufladung)Bis zu 5 Std. Wiedergabe (mit einer Aufladung)Bis zu 5 Std. Wiedergabe (mit einer Aufladung)
Mehr als 24 Std. Wiedergabe (mit kabellosem Ladecase)Mehr als 24 Std. Wiedergabe (mit kabellosem Ladecase)Mehr als 24 Std. Wiedergabe (mit Ladecase)
Kabelloses LadecaseKabelloses LadecaseStandard Ladecase
Ohrhörer-Gewicht: 5,4 gOhrhörer-Gewicht: 4 gOhrhörer-Gewicht: 4 g
Bluetooth 5.0Bluetooth 5.0Bluetooth 5.0
Lightning-Anschluss & drahtloses Laden per Qi-LadegerätLightning-Anschluss & drahtloses Laden per Qi-LadegerätLightning-Anschluss
Lightning-auf-USB-C-Kabel mitgeliefertLightning-auf-USB-A-Kabel mitgeliefertLightning-auf-USB-A-Kabel mitgeliefert
279 Euro229 Euro179 Euro

Reparaturkosten

Ein teurer Spaß wird das Verlieren der AirPods Pro. Schon für die regulären AirPods verlangt Apple hier 75 Euro – pro Stück, versteht sich. Bei den AirPods Pro werden gleich satte 100 Euro fällig. Preise, über die man sich eigentlich nicht beschweren kann. Schließlich setzt sich so der Kaufpreis der AirPods Pro von 280 Euro aus zwei AirPods zu je 100 Euro und dem Ladecase zu 80 Euro zusammen.
Aber es macht noch einmal deutlich, dass man gut damit beraten ist, auf die AirPods (Pro) aufzupassen.

Bewertung
Name
Apple AirPods Pro
Website
Pro
  • Guter Klang
  • Sehr gute Geräuschunterdrückung
  • Hoher Tragekomfort
  • Praktisches Ladecase
Contra
  • Akkulaufzeit pro Aufladung könnte länger sein
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