Test

Test: IK Multimedia AXE I/O – Audiointerface für Gitarren und mehr

AXE I/O ist in einem robusten Metallgehäuse mit rutschfesten Plastikseiten untergebracht, mit einem Gewicht von 1,3 Kilogramm steht das Interface auch bei voller Verkabelung stabil auf dem Studiotisch. Auf der Vorderseite befinden sich die Klinkeneingänge nebst Gainregler zum direkten Anschluss von Gitarre und Bass.

Der erste Eingang besitzt die Z-Tone-Option. Mit dem Passive/Active-Schalter passen Sie den Eingang an den Ausgangspegel der Pickups an, die Active-Einstellung sorgt für eine starke Absenkung. Mit dem Z-Tone-Regler bestimmen Sie stufenlos, wie heiß die nachgeschalteten Amps und Effekte angefahren werden sollen. Die dadurch hervorgerufene Sättigung dickt den Klang ordentlich an, in Extremstellung hört man eine kräftige Komprimierung bei gleichzeitigem Höhenverlust. Der Z-Tone-Eingang verleiht dem Instrument damit mehr Body und Power. Einen ähnlichen Effekt, allerdings subtiler und mit transparenteren Höhen erzeugen Sie mit JFET. Dies simuliert die Klangfärbung durch die harmonische Verzerrung eines Röhren-Preamps. In Kombination mit den guten virtuellen Simulationen von Amps und Effekten in Amplitube erlaubt die Z-Tone-Vorstufe eine effektive Klangbearbeitung und ist nicht nur für Gitarre und Bass, sondern auch für andere akustische oder synthetische Instrumente interessant.

Tuner und Re-Amping

Beide Eingänge verfügen über eine LED-Kette zur Anzeige des Eingangspegels sowie drei Status-LEDs. Damit haben Sie direkt im Blick, ob der Eingang für Gitarre, Mikrofon oder Line-Signal genutzt wird. Mit einem Push-Regler wählen Sie Presets innerhalb der Amplitube-Software aus, bei Bedarf können Sie den Regler softwareseitig auch mit anderen Funktionen belegen. Für Mikrofonnutzung lässt sich eine 48V-Phantomspeisung aktivieren. Nicht nur für Gitarristen, sondern auch für Nutzer anderer Instrumente einschließlich analoger Synthesizer ist der frontseitig eingebaute Tuner nützlich. Mit dem Monitor-Regler stellen Sie stufenlos ein, ob das Eingangssignal oder das Signal aus dem Computer oder eine Mischung daraus zum Audioausgang gelangen soll. Linksstellung sorgt für latenzfreies Monitoring, dann allerdings ohne die von der DAW erzeugten Amplitube-Effekte. Einen Kopfhöreranschluss mit separat regelbarer Lautstärke finden Sie hier ebenfalls.

Den Abschluss der Vorderseite bildet der Klinkenanschluss zum Re-Amping. So können Sie während der Aufnahme vollen Sound mit virtuellem Amp genießen und dennoch parallel das trockene Signal aufnehmen, um später flexibel bei der Nachbearbeitung zu sein und die Audiospur noch durch einen echten Gitarrenverstärker zu schicken und das Ergebnis aufzunehmen.

Viele Ausgänge und ein üppiges Softwarepaket

Auf der Rückseite gibt es zwei weitere Eingänge in Form von XLR-/Klinke-Kombibuchsen, an die Sie Mikrofon oder Instrumente mit Line-Ausgang anschließen. Vier Klinkenausgänge dienen dem Anschluss an Monitorboxen oder Mischpult, gemeinsam mit dem Kopfhörerausgang kommt man auf 3 Stereopaare zur Audioausgabe. An die Controller-Eingänge schließen Sie ein Expression-Pedal oder einen Fußtaster an, um diverse Parameter in der Amplitube-Software steuern. Es folgt ein MIDI-Interface für Keyboards oder Controller sowie der Anschluss für das externe Netzteil und natürlich USB zur Verbindung mit dem Computer.

Mitgeliefert wird ein gutes Softwarepaket, neben zehn aus der Mastering-Software T-RackS 5 entliehenen Prozessoren und einer Lite-Version von Ableton Live ist vor allem Amplitube 4 Deluxe interessant. Mit 25 Amp- und 29 Cab-Modellen, die wiederum mit 12 unterschiedlichen Mikrofonen virtuell abgenommen und mit 33 Stompbox- und 15 Rack-Effekten kombiniert werden können, lässt sich schon einiges anstellen. Der aktuelle ASIO-Treiber blockiert unter Windows aber leider den Systemsound, was ein Jammen mit Amplitube zu einem YouTube- oder Spotify-Track verhindert.

Bewertung
Name
IK Multimedia AXE I/O
Pro
  • Z-Tone-Vorstufe
  • Re-Amping
  • 6 Ausgänge
  • Tuner
  • Amplitube-Steuerung
  • Softwarepaket
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