Test

Test: MOTU M2 und M4 - Gute Wandler und Preamps zum kleinen Preis

MOTU bietet mit den Modellen M2 und M4 (beide Produkte im Thomann-Shop finden) erstmals auch USB-Audiointerfaces im günstigeren Preisbereich an. MOTU ist schon viele Jahre mit zuverlässigen, hochwertigen Audiointerfaces auf dem Markt. Mit den neuesten Modellen wagen sich die Amerikaner erstmals in niedrigere Preisregionen vor, die auch in das Budget eines Desktop-Studios passen. Ob dabei der hohe Standard gehalten werden kann, haben wir getestet.

MOTU ist schon viele Jahre mit zuverlässigen, hochwertigen Audiointerfaces auf dem Markt. Mit den neuesten Modellen wagen sich die Amerikaner erstmals in niedrigere Preisregionen vor, die auch in das Budget eines Desktop-Studios passen. Ob dabei der hohe Standard gehalten werden kann, haben wir getestet.

Hochwertig verarbeitet

Beide Geräte sind dezent gestaltet und unterscheiden sich auf den ersten Blick kaum. Das robuste Gehäuse ist aus Metall, für Rutschfestigkeit sorgen angeschraubte Gummifüße. Die Potis bieten eine angenehme Haptik, ebenso wie die griffigen Aluminiumtaster. Zwei XLR/ Klinke-Kombibuchsen mit Gain-Reglern befinden sich auf der Vorderseite. Hieran können Sie wahlweise Mikrofone, Instrumente oder Line-Signale anschließen. 48V-Phantomspeisung lässt sich individuell für jeden Eingang aktivieren, ebenso wie Direct-Monitoring zum latenzfreien Abhören. Ein großer Drehregler ist für die Monitorlautstärke zuständig, ein weiterer Poti regelt den Kopfhörerausgang. Ein helles und gut lesbares LC-Display mit einer Auflösung von 160 x 120 Pixeln dient als Anzeige der Lautstärke von Ein- und Ausgang in Form virtueller VU-Meter.

Beim M4 sind diese Balken etwas schmaler ausgefallen, da acht anstatt vier Spuren angezeigt werden. Das M4 hat zusätzlich auch noch einen Regler, um beim Monitoring stufenlos zwischen Eingangssignal und Playback überzublenden. Zudem lässt sich dort das Direct-Monitoring zwischen den Eingängen 1/2 und 3/4 umschalten.

2 oder 4 Ein- und Ausgänge

Auf der Rückseite befindet sich der USBC-Anschluss zur Verbindung mit dem Computer, über den das Interface auch mit Strom versorgt wird. Ein MIDI-Interface ist ebenfalls verbaut. Die Ausgänge liegen als symmetrische Klinkenbuchsen und unsymmetrische Cinchbuchsen vor. Sie können bei Bedarf auch gleichzeitig genutzt werden, spielen aber immer das gleiche Signal aus und sind auch nicht separat in der Lautstärke regelbar.

Beim M4 verdoppeln sich die Ausgänge, zudem gibt es zwei weitere Klinkeneingänge für Line-Signale.

Edle Wandler

Im Inneren bedient sich MOTU der Technik aus den hauseigenen Profi-Interfaces der AVB-Serie. Die hochwertige ESS Sabre32 Ultra-DAC Technologie erlaubt eine Wandlung mit einer Auflösung von bis zu 24bit / 192 kHz. Auch die weiteren Werte können sich in Anbetracht der günstigen Preise durchaus sehen lassen: Die XLR-Eingänge liefern eine Verstärkung von 60 dB und erreichen einen Dynamikumfang von 115 dB sowie einen Maximalpegel von +10 dBu. Für die Klinkeneingänge sind 114 dB, 57 dB und +16 dBu angegeben, die Line-Eingänge des M4 erreichen ebenfalls einen Dynamikumfang von 115 dB und einen maximalen Level-In von +18 dBu und die Ausgänge 120 dB bzw. 119 dB beim Cinch-Ausgang und einen maximalen Level-Out von -16 dBu.

Praxistest

Die Verarbeitung stimmt, die Ausstattung und Technik auch, aber wie schlagen sich die kleinen Interfaces in der Praxis? Auf Windows-Rechnern muss dafür zunächst der Treiber des Herstellers installiert werden. Vom MacOS wird das Interface auch so erkannt, ein zusätzlicher Treiber verbessert aber die Latenz und aktiviert die Loopback-Funktion.

Schon beim ersten Track fällt auf, dass M2 und M4 ordentlich Lautstärke sowohl auf den Monitorausgängen als auch dem Kopfhörerausgang bieten. Das ist praktisch im Desktop-Studio, das meist nicht mit kräftigen Verstärkern ausgestattet ist. Auch klanglich überzeugt das Audiointerface mit einem angenehm organischen, runden und dennoch grundsätzlich neutralen Klang. Im direkten Vergleich mit einem deutlich teureren Audiointerface waren dort die Höhen zwar etwas höher aufgelöst und der Bass differenzierter und sauberer, aber es lagen klanglich keine Welten dazwischen. Die MOTU-Interfaces spielen also ohne Frage in der Oberliga günstiger Audiointerfaces. Auch die Latenzen können sich sehen lassen, vor allem auf dem Mac mit den MOTU-Treibern. Bei einer Roundtrip-Latenz von unter 5 Millisekunden kann man schon fast auf Direct-Monitoring verzichten.

Das mitgelieferte Software-Paket umfasst MOTU Performer Lite, Ableton Live Lite und über 6 GB Loops und Samples.

Bewertung
Name
MOTU M2 & M4
Pro
  • kräftiger Sound
  • sehr gute Wandler
  • hochwertige Verarbeitung
  • praxisnahe Ausstattung
  • niedrige Latenz
  • Preis/Leistung
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