Test

Test: Pioneer DDJ-800 DJ-Controller - Anspruchsvoll und preisbewusst

Der DDJ-800 ist im typischen Pioneer-DJ-Design gehalten und verfügt über eine zweikanalige Mixer-Sektion sowie zwei große Jog-Wheels inklusive integriertem Display. Wer schon mal auf einem großen Pioneer-Set aufgelegt hat, wird sich hier sehr schnell zurechtfinden. Die Equalizer erlauben die Bearbeitung von drei Frequenzbändern, direkt darunter können DJs mit den sogenannten Color FX ins Geschehen eingreifen. Zur Wahl stehen Filter, Dub Echo, Noise und Pitch - also alles, was direkt Stimmung macht. Das Filter ist bipolar ausgelegt und erlaubt damit eindrucksvoll Sweeps zwischen Tief- und Hochpass. Die Resonanz ist leider nicht einstellbar. Mithilfe der 16 Performance-Pads erreicht man zudem die Hot Cues (auch Finger-Drumming ist drin!), springt taktgenau im Song herum, feuert Samples ab und so weiter. Und wie bei jedem großen Pioneer-Controller darf auch eine große Sektion mit 14 Effekten nicht fehlen. Das Spektrum reicht dabei vom Echo über Zerhackeffekte bis zum klassischen Flanger. In dieser kurzen Auflistung steckt so ziemlich alles drin, was moderne DJs in ihrem Mixing-Koffer erwarten würden.

Anschlüsse und Verarbeitung

Auf der Rückseite findet man allerhand Anschlussmöglichkeiten: zwei Phono/Line-Eingänge erlauben den Verbund von Plattenspieler und CDJs. Ein Aux-Eingang ist ebenso dabei, damit DJs auch mal ein Smartphone, Tablet oder eine Groovebox zuspielen können. Sehr lobenswert ist in dieser Hinsicht die optionale Verstärkung, denn gerade Smartphones und Tablets haben eine sehr geringe Ausgangsleistung. Die beiden Mikrofon-Eingänge werden insbesondere Vokalisten oder auch Karaoke-DJs zu schätzen wissen. Leider können die Beat-FX nicht auf die Mikrofone geroutet werden. Schade, denn so kann man seiner Stimme keinen Hall oder dergleichen verpassen.

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DJ-Software rekordbox inklusive

Der DDJ-800 ist darauf ausgelegt, mit der DJ-Software rekordbox aus dem gleichen Hause zu arbeiten - dementsprechend liegt eine Lizenz beim Kauf mit dabei. Ab dann können DJs das volle Potenzial des DDJ-800 ausschöpfen und auf die gesamten Effekte zugreifen, die im Standalone-Modus nicht zugänglich sind. Zudem lassen sich über die rekordbox-Optionen Feineinstellungen treffen, wie beispielsweise das Verändern der Crossfader-Kurve. Im Standalone-Modus hingegen fungiert der Controller als Mixer mit EQs, sodass man ein konventionelles Set mit Plattenspielern oder CDJs hinlegen kann. Auf die Effekte muss man dann allerdings verzichten.

Mixing-Praxis

Das Mixen mit dem DDJ-800 macht Spaß und ist in puncto Haptik, Workflow und Sound typisch Pioneer, also auf hohem Niveau. Die Verarbeitung ist durchweg solide, lediglich die glänzende Oberfläche ist etwas unpraktisch, da sich schnell Staub und Fingerabdrücke bemerkbar machen. Auch muss man selten auf den Computer-Bildschirm schauen, da die integrierten Displays in den Jog-Wheels nahezu alle relevanten Infos (Wellenform, BPM, Tempo etc.) anzeigen. Nur bei der Titelauswahl werden DJs gezwungen, auf den Computer-Bildschirm zu schauen. Übrigens: Der Controller ist zwar im Zweideck-Design konzipiert, erlaubt aber dennoch das Mixen mit vier Decks. Sobald man das Deck A auf Deck C umschaltet, wird dies visuell angezeigt und die Regler/Fader-Einstellungen werden abgeholt - es gibt also keine Parametersprünge. Wenn man also tatsächlich mal ein drittes oder viertes Deck in Anspruch nehmen will, ist dies durchaus drin.

DDJ-800 oder DDJ-1000?

Betrachtet man die aktuellen Straßenpreise, so fällt die Differenz mit 250 Euro relativ gering aus. Wer auf jeden Fall mit vier Kanälen auflegen will, dafür auch separate Fader und EQs benötigt, wird mit dem DDJ-1000 zufriedener sein. Auch Scratch-Freunde, die einen sehr hohen Anspruch an die Fader haben, sind mit den Magvel-Fadern beim DDJ-1000 besser bedient. Zudem fallen die Anschlussmöglichkeiten beim großen Controller üppiger aus, da zwei weitere Stereo-Line-Eingänge vorzufinden sind und man dank der dualen Soundkarte (zwei USB-Anschlüsse) nahtlos von einem Rechner (DJ 1) zum nächsten (DJ 2) nahtlos übergehen kann.

Bewertung
Name
Pioneer DJ DDJ-800
Pro
  • Profi-Features der Nexus-Serie
  • Design im Club-Standard
  • Standalone-Modus
  • sehr gute Verarbeitung
Contra
  • keine Effekte im Standalone-Modus
  • keine Effekte für die Mikrofone
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