Test

Negative abfotografieren: Pixl-latr vs. Kaiser Fototechnik

Trotz der schnellen Entwicklung der digitalen Technik sind Analogkameras weiterhin beliebt. Und auch in den Archiven schlummert bei Vielen noch so mancher Schatz, der gehoben werden möchte. Wir haben für Sie zwei Halterungen getestet, mit denen Sie Ihre Negative abfotografieren können.

Negative abfotografieren: so funktioniert´s! 

Pixl-latr

Analogfilme und Dias zu digitalisieren ist eine zeitintensive Beschäftigung. Wer aber einmal den Genuss der Analogfotografie gekostet und den Charme von Analogbildern bewundert hat, weiß, warum sich der Aufwand lohnt.

Wenn Sie Ihre Aufnahmen digital archivieren, bearbeiten und online präsentieren möchten, gibt es verschiedene Möglichkeiten und Geräte. Für diesen Kurztest haben wir zwei Haltevorrichtungen – Pixl-latr und Kaiser FilmCopy Vario – unter die Lupe genommen.

Mit diesen können Sie Negative und Dias sicher befestigen und dann einfach mit Ihrer Kamera abfotografieren. Im Grunde genommen sind beide Halterungen nach dem gleichen Prinzip aufgebaut. Die Haltevorrichtung Pixl-latr wurde 2018 als Kickstarter-Projekt initiiert, hat das Siebenfache des gewünschten Kapitals erzielt und kam somit 2020 auf den Markt.

Das Kit besteht aus einem Plastikrahmen, einer Diffusorplatte, sechs Maskenteilen für 35mm, 120mm and 5x4-Filmformate und zwei Füßen, mit denen Sie die Halterung aufstellen können.

Das Gesamtkonstrukt ist sehr leicht und wird in einem Karton ohne zusätzliche Plastikverpackungen sicher geliefert (der Versand nach Deutschland beträgt sechs Pfund). Bei unserem Test erfolgte die Platzierung des 35mm-Filmstreifens sehr intuitiv, zu Beginn war es dennoch etwas frickelig, da man dafür vier Maskenteile zusammenbauen muss.

Der Hersteller wirbt damit, dass Sie den Film auch mit einer einfachen Schreibtischlampe von hinten ausleuchten können. Unserer Erfahrung nach sollten Sie dennoch lieber eine Leuchtplatte oder ein Tablet bzw. größeres Smartphone mit einem weißen Bild anwenden, Pixl-latr darauflegen und das gewünschte Bild von oben abfotografieren.

www.pixl-latr.com

Kaiser FilmCopy Vario

Die Haltevorrichtung Kaiser FilmCopy Vario funktioniert ähnlich – der Filmstreifen wird in den Rahmen reingelegt, die Gesamtkonstruktion wird von unten ausgeleuchtet und das Foto abfotografiert. Der Rahmen von Kaiser Fototechnik ist allerdings deutlich stabiler und schwerer.

Die Formatmasken für 35mm-Filme und 5x5-Dias lassen sich ebenso intuitiv austauschen, der Filmstreifen wird stabil im Rahmen befestigt. Mit den Schiebereglern an beiden Seiten können Sie ganz gezielt den abzufotografierenden Bereich abgrenzen, was besonders praktisch ist. Die mitgelieferte graue Matte deckt das Licht der Leuchte um den Rahmen herum sehr gut ab.

Kaiser FilmCopy Vario Standard kann auf Amazon auch im Kit erworben werden. Darin enthalten ist sowohl die Halterung für Dias und Negative wie auch die Tageslicht-Leuchtplatte Kaiser Slimlite Pano. Mit dieser leuchten Sie die abzufotografierenden Bilder gleichmäßig aus (s. Foto oben).

Einkalkulieren müssen Sie bei beiden Produkten, dass Sie einiges an Zubehör benötigen: eine Leuchtplatte oder ein Tablet, ihre Kamera, ein Stativ mit umklappbarer Mittelsäule (oder einen ähnlichen Aufbau) sowie die Software für die Umwandlung der Negative (s. blauer Kasten).

www.kaiser-fototechnik.de

Negative umwandeln

Wenn Sie Analogfilme abfotografieren (am besten im RAW-Format), erhalten Sie Negative, deren Farben nicht dem Realitätsbild entsprechen. Denn bei einem Negativ werden die Komplementärfarben angezeigt – Rot wird zu Grün, Blau zu Gelb usw.

Um Ihre Bilder dann richtig angezeigt zu bekommen, sprich in Positive umzuwandeln, können Sie z. B. Spezialsoftware wie Negative Lab Pro (Preis: 99 US-Dollar als Plug-in für Lightroom CC und Classic) verwenden. Sie können die Negative aber auch in Lightroom oder ACR bearbeiten.

Dafür gehen Sie zum Panel Gradationskurve (Punktkurve: Linear, RGB-Kanal) und verschieben den linken Kurvenpunkt von 0 auf 255 und den rechten von 255 auf 0. Unter Grundeinstellungen nehmen Sie die Weißabgleich-Pipette und klicken damit einen weißen Punkt im Bild an. Den Feinschliff verpassen Sie mit den Reglern der Grundeinstellungen, HSL/ Farbe und Color-Grading.

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