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Luna: So geschickt umgeht Amazons neuer Cloudgaming-Dienst die App-Store-Richtlinien

Der Versandriese Amazon hat mit Luna einen eigenen Cloudgaming-Dienst vorgestellt, der anders als Stadia oder xCloud sogar funktionsfähig für iPhone bereitsteht. Wie ist das möglich?

Apple hindert Google, Microsoft und auch Nvidia daran, dass sie ihre Cloudgaming-Dienste im vollen Umfang als App im App Store anbieten. Andere Anbieter wie Valve mit Steam Link oder Sony mit PS4 Remote Play dürfen ihre Anwendungen hingegen anbieten. Dies liegt allerdings daran, dass man die Titel nur lokal streamt und nicht aus der Cloud. Eine Ausnahme soll nun Amazons frisch angekündigter Dienst „Luna“ sein. Wie das Unternehmen mitteilte, wird eine entsprechende App auch für iOS und iPadOS verfügbar sein. 

Wie schafft es Amazons Luna durch die App-Store-Prüfung?

Wie so oft, nutzt Amazon ein Schlupfloch in den App-Store-Richtlinien aus, auf das mittlerweile sogar Apple aufmerksam macht. Bei Amazon Luna für iPhone und iPad handelt es sich nämlich um keine echte App, sondern um eine Web-App, die über einen Webbrowser funktioniert und dank der „Zum Home-Bildschirm hinzufügen“-Funktion erscheint sie dann ganz normal zwischen allen anderen Apps. Dadurch lässt sich Luna auch auf dem iPhone sowie iPad verwenden, während andere Cloud-Dienste mit nativer App stark reguliert werden.

Erst vor wenigen Wochen aktualisiert Apple die App-Store-Richtlinien und wies dabei genau darauf hin. Unter  Punkt 4.9 „Streaming Games“ gab man an, dass es durch das offene Internet sowie Webbrowser Wege gibt, um alle Nutzer außerhalb des App Stores zu erreichen. Amazon macht sich genau diesen Umstand zunutze.

Warum passieren andere Anbieter ihre Dienste nicht an?

Dies Frage lässt sich leider nicht ganz so einfach beantworten, da unklar ist, was die Unternehmen daran hindert. Beispielsweise Google Stadia läuft auf Chromebooks sowie im Chrome-Browser. Ungewöhnlicherweise unterstützt Letzterer unter iOS das Cloudgaming nicht. Auch Nvidia hat GeForce Now bereits den Sprung auf Chromebooks geschafft, indem man eine WebRTC-Version erstellt hat, die im Browser läuft. Bei Microsoft sieht es hingegen schwieriger aus, da man gänzlich auf Apps setzt. Allerdings könnte der Xbox-Hersteller zumindest eine App für das Streaming von einer Heimkonsole einführen – ähnlich wie Sony mit PS4 Remote Play. 

Wir sind gespannt, ob weitere Cloudgaming-Dienste Amazons Beispiel folgen, der übrigens zunächst nur in den USA startet.

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