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Sicherheitsrisiko Android: Trump will Smartphone nicht aufgeben

Donald Trump twittert gerne. Er setzt seinen Twitter-Account mit rund 22,2 Millionen Followern geradezu als Waffe ein. Und auch als US-Präsident will er seinen persönlichen Account, @realDonaldTrump, weiterverwenden und den offiziellen Twitter-Account des US-Präsidenten, @POTUS, nur begleitend nutzen. Dies birgt allerdings ein Sicherheitsrisiko für das ganze Land.

Donald Trump ist ein fleißiger Twitter-Nutzer. Für seine Tweets über den Account @realDonaldTrump verwendet er ein Android-Smartphone. Und dieses Smartphone will er auch als Präsident der USA weiterhin zum Twittern über seinen persönlichen Account weiterverwenden. Dabei tritt aber ein Problem auf.

Denn es handelt sich bei diesem Smartphone um ein älteres Android-Gerät. Gesicherte Informationen gibt es nicht. Es soll sich aber Informationen aus Trumps Umfeld zufolge um ein Samsung Galaxy S3 handeln, auf dem die veraltete Android-Version 4.4 KitKat läuft. Für Hacker ist das Gerät also mehr als angreifbar. Im Worst-Case-Szenario könnten Hacker das gesamte Gerät übernehmen. Dann ließen sich nicht nur Tweets über @realDonaldTrump absetzen. Auch das Mikrofon und die Kamera könnten wahrscheinlich aus der Ferne aktiviert werden. Gespräche des US-Präsidenten mit anderen Regierungsmitgliedern wären also nicht vertraulich, sofern sich das Telefon in der Nähe befindet. Außerdem könnten Hacker das Telefon wohl dazu nutzen, ganze WLAN-Netze im Weißen Haus und im Kongress zu übernehmen, wenn sich das Smartphone dort einloggt.

Nun ist mit der vollständigen Übernahme dieses Smartphones ein gewisser Aufwand verbunden. Hacker müssten das Telefon gezielt ansteuern und wahrscheinlich mehrere maßgeschneiderte Exploits für diverse Sicherheitslücken entwickeln. Allerdings handelt es sich bei Donald Trump nicht um irgendwen. Der Aufwand wäre sehr wahrscheinlich lohnenswert – speziell wenn ein ausländischer Geheimdienst dahintersteckt.

Ist Trumps Twitter-Account gesichert?

Unklar ist außerdem, ob Trump bei seinem persönlichen Twitter-Konto die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert hat. Diese soll verhindern, dass jemand das Passwort in Erfahrung bringen und dann einfach von einem anderen Gerät drauflostwittern kann. Stattdessen versendet Twitter bei aktivierter Zwei-Faktor-Authentifizierung eine SMS mit einem Code an die voreingestellte Telefonnummer, mit dem die Nutzung des Kontos auf einem neuen Gerät authentifiziert werden muss, bevor Tweets abgesetzt werden können. Die Tatsache, dass erst vor Kurzem Vertreter Twitters bei Trump zu Gast waren und auffallend oft von der Möglichkeit der Zwei-Faktor-Authentifizierung gesprochen haben, könnte darauf hindeuten, dass Trump diese nicht aktiviert hat. Außerdem hat sich vor einigen Tagen ein Hacker namens „WauchulaGhost“ bei CNN gemeldet und behauptet, dass @POTUS, @FLOTUS und @VP, das sind die offiziellen Twitter-Accounts des US-Präsidenten, der First Lady und des Vizepräsidenten, keineswegs geschützt seien. Man könne über die Konten sehr einfach einige Details, beispielsweise die verwendete E-Mail-Adresse, herausfinden.

Eine Übernahme von Trumps Twitter-Account ist aus zwei Gründen eine kleinere Katastrophe: Denn Trump kann zum einen mit einem einzelnen Tweet Börsenkurse von Internationalen Unternehmen zum Einbruch bringen, wie er bereits in der Vergangenheit gezeigt hat. Zum anderen ist Trump für die seltsamsten Tweets zu unmöglichen Zeiten bekannt. Es wäre also von außen nur sehr schwer festzustellen, ob ein Tweet tatsächlich von Trump stammt oder nicht.

Dass Trumps Twitter-Account gehackt wird, ist zudem auch kein noch nie dagewesenes Ereignis. Einem Tweet Trumps zufolge, wurde @realDonaldTrump in den Tagen vor dem 21. Februar 2013 bereits schon einmal gehackt. Außerdem ist Trump nicht der einzige Mensch, der in der Vergangenheit Zugang zu diesem Twitter-Konto hatte. Zumindest während des Wahlkampfes wurden über @realDonaldTrump abwechselnd Tweets von einem Android-Gerät und einem iPhone abgesetzt. Die Tweets, die vom iPhone stammten, waren deutlich berechenbarer und zurückhaltender. Wahrscheinlich wurde dieses Gerät also nicht von Trump, sondern von einem Mitarbeiter seines Wahlkampfbüros betrieben – zumal die iPhone-Tweets hauptsächlich tagsüber abgesetzt wurden.

US-Sicherheitsbehörden sind eigentlich nahezu paranoid, wenn es um das Smartphone des Präsidenten geht. Barack Obama musste bei Amtsantritt sein geliebtes BlackBerry abgeben und gegen ein speziell präpariertes Smartphone, ebenfalls ein BlackBerry, austauschen. Gegen Ende seiner Amtszeit erhielt er ein iPhone, mit dem er aber keine Anrufe durchführen konnte, das nur wenige Apps hatte und mit dem er im Wesentlichen nur via E-Mail mit einigen wenigen Personen kommunizieren konnte. Auch Trump hat bei seinem Amtsantritt ein spezielles Smartphone erhalten. Berichten zufolge ist er davon auch begeistert. Auf seinen persönlichen Twitter-Account kann er darüber aber wohl nicht zugreifen, weshalb er sein altes Telefon weiterverwenden möchte.

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