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Skully macht dicht - Darum ist Crowdfunding ein Risiko

Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter und indiegogo erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Immer wieder finanzieren sich Startups via Crowdfunding ihre Ideen. Eine der größten Erfolgsgeschichten ist beispielsweise Pebble. Es gibt aber auch Gegenbeispiele, die zeigen, warum Crowdfunding mit Vorsicht zu genießen ist. Denn Skully ist gerade Pleite gegangen und tausende Backer sind nun 1.500 US-Dollar ärmer, ohne je den versprochenen Motorradhelm der Zukunft erhalten zu haben.

Das Startup Skully hat seine Pforten geschlossen. Das Unternehmen hat seinen Bankrott angegeben und dabei einen Paragraphen angerufen, unter dem es kein Geld an Gläubiger zurückzahlen muss. Damit erhalten auch tausende Crowdfunding-Backer des Unternehmens weder ihr Geld zurück noch das versprochene Produkt. Das Beispiel Skully zeigt somit einmal mehr, warum zu ambitionierte Crowdfunding-Projekte mit Vorsicht zu genießen sind. Allen voran, wenn hinter den Projekten kein großes Unternehmen steht, das etwatige Verluste finanziell auffangen und die Backer auszahlen kann.

Skully hatte vor rund zwei Jahren auf der Crowdfunding-Plattform indiegogo eine Kampagne gestartet, um einen Motorrad-Held mit HUD herstellen zu können. Der Helm namens Skully AR-1 sollte rund 1.500 Euro kosten. Das Heads Up Display sollte unter anderem Navigationsdaten einblenden können, ein Soundsystem erhalten und eine Kamera besitzen, die dem Träger zeigt, was hinter ihm geschieht. Das Unternehmen konnte rund 2.000 Menschen davon überzeugen, das Geld vorzuschießen. Insgesamt nahm Skully via indiegogo knapp 2,5 Millionen US-Dollar ein – das zehnfache des angepeilten Zieles. Die ersten Helme sollten im Mai 2015 ausgeliefert werden. Skully ist es jedoch nicht gelungen das ambitionierte Projekt bis dahin umzusetzen. Auch ein Jahr später war das Unternehmen noch nicht so weit, hatte dann allerdings auch kein Geld mehr. Ein Verkauf an ein chinesisches Unternehmen scheiterte.

Crowdfunding ist eine Investition, keine Vorbestellung

Skully zeigt, dass unabhängig davon, was die Crowdfunder in ihren Texten schreiben, Backer keine Vorbestellung vornehmen. Stattdessen tätigen sie eine Investition in ein Unternehmen. Das fertige Produkt, das den Backern bei einer Investition versprochen wird, ist eher als Dividende zu sehen. Und wie jeder Investor tragen auch Crowdfunding-Backer das Risiko eines Ausfalls ihrer Investition.

Nun kann Crowdfunding auch sehr gut funktionieren. Pebble ist ein tolles Beispiel für eine äußerst gelunge Crowdfunding-Kampagne. Allerdings sollte man sich eben auch immer bewusst sein, dass das Geld im Zweifelsfall auch weg sein kann.

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