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6 HDR-Softwares im Test: Hochdynamik im Handumdrehen

HDR oder „High Dynamic Range“ vereint unterschiedlich belichtete Fotos zu einem beeindruckenden Bild. Dazu benötigt es die richtige Software. Wir hatten sechs HDR-Programme im Test.

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Die HDR-Fotografie spaltet nach wie vor die Gemüter: Während die einen die Hochkontrast-Bilder vor allem bei Landschafts- und Architekturfotos bevorzugen, assoziieren andere mit dem hohen Dynamikumfang automatisch künstlich-überzeichnete Farben und Strukturen. Tatsächlich aber haben sich unsere Sehweisen weiterentwickelt – genau wie die Programme, mit denen man heute HDR-Bilder erstellt.

HDR-Software

Aufnahmen in komplizierten Lichtbedingungen werden dank HDR-Bild zum Hingucker und sehen mit den richtigen Einstellungen dennoch realistisch aus. Behutsam eingesetzt gelingen per Belichtungsreihe schöne Gegenlichtaufnahmen, wo auf dem Einzelbild dunkle Flecken oder überstrahlte Lichthöfe dominieren. Damit das funktioniert, bedarf es neben einer möglichst gut geschossenen Belichtungsreihe noch der passenden Software. HDR-Softwares überlagern unterschiedliche belichtete Einzelbilder und erstellen eine Gesamtkomposition mit einem hohen Dynamikumfang. Natürlich bieten auch viele Bildbearbeitungsprogramme HDR-Funktionen, allen voran Adobes Platzhirsche Photoshop und Lightroom. Wenn es um die kreative Gestaltung der HDR-Bilder geht, stoßen derlei Allrounder allerdings schnell an ihre Grenzen. Die besten Ergebnisse (und das auch noch ohne Abo-Zwang) liefern nach wie vor spezialisierte HDR-Programme. In unserem Test vergleichen wir sechs Tools zur HDR-Entwicklung.

Einsteigerfreundlich

Die gute Nachricht: Alle HDR-Tools im Testfeld produzieren mit dem richtigen Ausgangsmaterial mindestens ordentliche HDR-Bilder. Das funktioniert sogar mit wenig Aufwand: Nach dem Programmstart und der Auswahl der zusammengehörenden Belichtungsreihe zeigen alle Tools nach wenigen Sekunden ein erstes Resultat. Über Presets bestimmen Sie dann, wie das fertige Bild aussehen soll. Überzeugt das Ergebnis noch nicht, können Tonwerte, Farben und HDR-Effekte detailliert nachjustiert werden. Die meisten Programme bieten zudem Ebenenmasken, um Bildbereiche gezielt zu bearbeiten. So lassen sich beispielsweise Glanzlichter reduzieren oder blasse Blautöne im Himmel kräftigen. Mit Aurora HDR 2017 und Franzis HDR Projects 5 professional haben sich zwei Programme im Testfeld als besonders vielseitig und effizient herausgestellt. Sie überzeugen nicht nur als dedizierte Software, sondern fügen sich dank Plug-ins auch nahtlos sowohl in Lightroom als auch in Photoshop ein – gerade Letzteres ist ein Alleinstellungsmerkmal unserer Favoriten. Praktisch: Alle Programme im Testfeld bieten die automatische Stapelverarbeitung von Belichtungsreihen zu HDR-Fotos an. Wer den Voreinstellungen vertraut und die Auto-Bracket-Serien ordentlich vorsortiert hat, kann damit eine Menge Zeit sparen.

Ausprobieren lohnt sich

Alle vorgestellten Programme bieten Testversionen an, die entweder zeitlich oder funktional eingeschränkt sind. Da bei der HDR-Entwicklung letztlich die persönlichen Präferenzen über die Qualität der Resultate entscheiden, empfehlen wir, vor dem Kauf zunächst einige Belichtungsreihen durch die Trial-Versionen zu jagen. Gefallen die Ergebnisse und der Weg dahin, steht dem Kauf nichts mehr im Weg.

Tipps für optimale HDR-Fotos

Damit die getesteten Programme optimale HDR-Ergebnisse liefern, bedarf es natürlich der richtigen Vorarbeit. Am wichtigsten ist ein möglichst gleichbleibendes Motiv. Idealerweise erstellen Sie Ihre Belichtungsreihen mit einem Stativ und versuchen, Bewegungen im Bild zu vermeiden. Zwar bieten alle HDR-Programme Funktionen, um sogenanntes „Ghosting“ zu reduzieren, die Ergebnisse überzeugen aber nur selten. In diesem Fall ist es oft die bessere Option, ein HDR-Bild aus einem einzelnen Foto zu simulieren, was alle getesteten Programme beherrschen. Den besten Dynamikumfang erreichen Sie zudem mit möglichst vielen Zwischenschritten. Wir empfehlen, mindestens drei, besser aber fünf Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungen anzufertigen. Dabei müssen Sie nicht zwangsläufig manuell belichten: Die meisten Kameras bieten eine Auto-Bracketing-Funktion, die Belichtungsreihen automatisiert und in der Regel gute Ergebnisse liefert.

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