Test

Nintendo Switch angespielt: Mehr als nur Zelda!

Mit Veröffentlichung der Switch ist es einmal mehr so weit: Kaum ist eine neue Spielekonsole von Nintendo zu haben, steht die Videospielewelt Kopf. Doch was bleibt vom Hype?

Die Switch will die Mobilität eines Handhelds vom Schlage eines Game Boys mit der Leistungsfähigkeit aktueller Spielekonsolen kombinieren. Nintendo setzt hierzu auf eine Modulbauweise. Das Herzstück der Konsole ist etwas größer als ein iPhone 7 Plus und verfügt über einen Touch-Bildschirm mit einer Diagonale von 6,2 Zoll, die Auflösung beträgt 1280x720 Bildpunkte. Die Joy-Con genannte Steuereinheit ist zweigeteilt und lässt sich ganz einfach links und rechts vom Bildschirm einrasten. In dieser Konfiguration ähnelt die Switch klassischen Handhelds wie etwa der Playstation Vita, spielen lässt es sich damit rund zwei Stunden fernab einer Steckdose. Alternativ lassen sich Switch und Controller auch voneinander gelöst verwenden, die zentrale Einheit mit dem kompakten Bildschirm ersetzt dabei den TV. So lässt es sich auch unterwegs mit mehreren Freunden an nur einer Switch spielen. Schlussendlich lässt sich Nintendos Neue über das mitgelieferte Dock mit integriertem HDMI-Anschluss und eigener Stromversorgung gleich einer Xbox oder Playstation am heimischen Fernseher betreiben.

Ist die Switch auf dem aktuellen Stand der Technik?

Nicht ganz. In Bezug auf die Leistungsfähigkeit platziert sich die Switch wohl zwischen ihrem Vorgänger Wii U und den aktuellen Mitbewerbern Xbox One und Playstation 4. Was genau in der Switch an Hardware-Power steckt, gibt Nintendo offiziell nicht preis. Insider wissen jedoch von einem hoch integrierten Chip zu berichten, der über vier ARM-Prozessorkerne verfügt und denen 4 Gigabyte Arbeitsspeicher und eine Grafikeinheit von Nvidia zur Seite stehen. Außerdem verfügt die Konsole über 32 Gigabyte internen Speicherplatz, der sich über einen microSD-Karten-Einschub erweitern lässt. Schnelles WLAN nach 802.11ac ist integriert, ebenso wie Bluetooth 4.1 – letzteres allerdings nur zur Kommunikation mit den kabellosen Gamepads.

Die Zukunft der Switch

Immer und überall Abenteuer vom Schlage eines vollwertigen Zelda spielen zu können, wird mit der Switch tatsächlich Realität. Die Hybrid-Konsole beweist dabei, dass Apple in Sachen Spaß und Spiel mit iPhone und iPad längst nicht alle Register zieht und reine Videospielkonsolen noch immer ihre Daseinsberechtigung haben. Statt In-App-Käufen, Touch-Bedienung und immer gleichen Spielkonzepten erwarten einen auf der Switch ausgeklügelte Abenteuer epischen Ausmaßes, charmante Umsetzungen von Retro-Titeln sowie partytaugliche Unterhaltung für Freunde und Familie – und das auf Wunsch auch unterwegs. Andererseits fehlt es an einigem an grundlegender Funktionalität, die ein modernes mobiles Endgerät im Jahr 2017 eben ausmachen. Apps etwa für das Streamen von Videos und sogar ein Internetbrowser fehlen, doch vielleicht legt Nintendo hier ja noch per Software-Aktualisierung nach. Die Hardware an sich bietet unserer Einschätzung nach auf jeden Fall genug Leistung für mehr als nur komplexe Spiele. Einzig die geringe Akkulaufzeit im Handheld-Modus von wenig mehr als zwei Stunden ist in der Praxis ein dicker Minuspunkt.

Was also bleibt vom Hype? Wenn sich bereits angekündigte Titel wie etwa das außergewöhnliche Boxspiel Arms, der kunterbunte Mehrspieler-Shooter Splatoon 2 und das Open-World-Hüpfabenteuer Super Mario Odyssey als die erwarteten Hits beweisen, wird die Switch getreu der Losung „Klasse statt Masse“ ihren Weg finden. Doch auch heute schon, mit Zelda und Geheimtipps wie Fast RMX, Snipperclips und Blaster Master Zero, ist die neue Nintendo-Konsole ein Garant für unzählige Stunden voller guter Unterhaltung und nicht nur für Zelda-Fans eine Alternative zu Xbox und Playstation.

01 The Legend of Zelda: Breath of the Wild


Das bislang vielleicht beste Videospiel
Entwickler: Nintendo
Freigabe: ab 12 Jahren
Preis: 69,99 Euro

Wer 2017 lediglich Zeit für ein einziges Videospiel hat, sollte diese unbedingt in das neue Zelda-Abenteuer investieren. Mit „Breath of the Wild“ perfektioniert Nintendo die serientypisch immer wiederkehrende Geschichte von der Rettung der Welt durch einen schmächtigen Jüngling. Größte Neuerung im Vergleich zu den Vorgängertiteln der Serie ist dabei die riesige und dennoch mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitete Welt und der deutlich weniger lineare Spielablauf. Das Königreich Hyrule lässt sich nach einer kurzen Einführung frei erkunden, die sich stellenden Aufgaben in beliebiger Reihenfolge lösen. Neben den Zelda-typischen Dungeons wartet das Action-Adventure darüber hinaus mit mehr als 100 Mini-Verliesen voller Geschicklichkeitsprüfungen und Logikrätseln auf. Dabei stimmt nicht nur jederzeit der Spielspaß, auch audio-visuell weiß das das neue Zelda zu begeistern.

02 Super Bomberman R


Ein Garant für Bombenstimmung
Entwickler: Konami
Freigabe: ab 6 Jahren
Preis: 49,99 Euro

Schadenfreude ist die schönste Freunde. Was also kann schöner sein, als sich bis zu sieben Freunde zu schnappen und diesen in labyrinthartigen Arenen Bomben an den Kopf zu werfen? Nur wer dabei Deckung sucht und das wuselige Spielgeschehen stets im Auge behält, überlebt – und sammelt wertvolle Siegpunkte. Das alles klingt martialischer als es tatsächlich ist, denn auch auf der Switch hat die legendäre Spieleserie Bomberman nichts von ihrem Comic-Charme eingebüßt. Gewöhnungsbedürftig ist leider die etwas behäbige Steuerung: Anfangs bleibt man oft ungewollt an Ecken hängen, doch immerhin haben in geselliger Runde alle mit dem gleichen Problem zu kämpfen. Bomberman ist, genug Freunde vor dem Bildschirm vorausgesetzt, auch auf der Switch ein Riesenspaß. Einzig die fade Einzelspielerkampagne hätten sich die Entwickler zugunsten eines günstigeren Preises sparen sollen.

03 Fast RMX


Schnell, schneller, Fast RMX
Entwickler: Shin'en Multimedia
Freigabe: ohne Altersbeschränkung
Preis: 19,99 Euro (nur per Download) 

Rennspiele leben von schneller Action und dem dabei vermittelten Gefühl von möglichst wahnwitziger Geschwindigkeit. Genau hier trumpft das Raketengleiter-Spektakel Fast RMX auf: Mit butterweichen 60 Bildern pro Sekunde zaubert das deutsche Entwicklerteam Shin'en eine atemberaubende Grafik auf den Bildschirm, die auf mobilen Geräten ihresgleichen sucht und auch auf dem Fernseher beeindruckt. Fast RMX basiert auf dem bereits von der Wii U bekannten „Fast Racing Neo“, seinerseits den Rennspielklassikern F-Zero und Wipeout verpflichtet, und ergänzt dieses um sechs auf stolze 30 Strecken und jeder Menge visuellen Feinschliffs. Wer gewinnen will, muss über möglichst viele Beschleunigungsfelder fahren. Das ist nicht ohne Tücke, denn die Farbe des Fahrzeugs muss auf Knopfdruck an die Farbe des Beschleunigungsfelds angepasst werden – ansonsten verliert man an Geschwindigkeit und somit womöglich auch das Rennen.

04 Snake Pass


Hüpfspiel ohne hüpfen
Entwickler: Sumo Digital
Freigabe: ohne Altersbeschränkung
Preis: 19,99 Euro

Snake Pass belebt die kunterbunten Welten der Hüpfspielklassiker der späten 1990er-Jahre wieder. Ganz in der Tradition von Super Mario 64, Banjo-Kazooie und Conker’s Bad Fur Day gilt es, riesige Welten in charmanter Comicgrafik bei guter Laune verbreitender Musik zu erkunden und unzählige Sammelgegenstände zu entdecken und einzusacken. Der Clou: in Snake Pass wird keinen einzigen Meter weit gehüpft, denn Hauptdarstellerin Noodle ist eine Schlange. Und so ist es am Spieler, die 15 Levels schlängelnd statt wie sonst hüpfend zu erkunden. Die Steuerung der gliederlosen Heldin geht dabei bereits nach kurzer Eingewöhnung gut von der Hand. Statt punktgenauen Sprüngen und Geschicklichkeit fordert Snake Pass vor allem Spürsinn und Köpfchen beim Finden des richtigen Weges zu besonders gemein versteckten Sammelgegenständen. Grafik, Sound und Musik können dabei vollauf überzeugen und machen Snake Pass zu einem der aktuell besten Spiele für die Switch!

Bewertung
Name
Nintendo Switch
Website
Pro
  • Handheld und stationäre Konsole in einem, brillantes Display, tolle Spiele
Contra
  • keine Apps, kein Browser, mäßige Akkulaufzeit
Mehr zum Thema
zur Startseite