Test

Sony Alpha 7S III: Top-Modell für Videografen

Die Sony Alpha 7S III ist da und möchte mit extrem hoher Lichtempfindlichkeit und einem großen Dynamikumfang Filmer begeistern. Was Sie von der Neuheit erwarten können, zeigen wir Ihnen hier.

Seiten

Seiten

Die Sony Alpha 7S-Reihe richtet sich seit der ersten Kamerageneration aus dem Jahr 2014 an Filmer. Während die Sony Alpha 7R (für engl.: resolution, sprich Auflösung) eine hochauflösend Kamera ist, ist die Alpha 7S (für engl. sensitivity, sprich Empfindlichkeit) für rauscharme Bilder in dunklen Lichtsituationen konzipiert.

Um diese Empfindlichkeit zu gewährleisten, war die Auflösung der Alpha 7S und 7S II überschaubar. Auch die neue, dritte Kamerageneration löst gerade einmal 12,1 Megapixel auf und wirkt damit auf den ersten Blick ein wenig veraltet.

Doch der Schein trügt.

Es handelt sich bei dem Sensor um einen rückwärtig belichteten und auf fünf Achsen stabilisierten Exmor-R-Vollformatsensor, der hinsichtlich der Lichtstärke, Verdrahtung und Ausgabe grundlegend überarbeitet wurde. Im Vergleich zur fünf Jahre alten Alpha 7S II verspricht sich Sony dadurch eine verdoppelte Auslesegeschwindigkeit sowie einen Dynamikumfang über 15 Blendenstufen und weniger Rolling-Shutter-Effekte.

Nachdem Canon mit der EOS R5 die erste 8K-Vollformat-CSC vorgestellt hat, verzichtet Sony bei der Alpha 7S III, diesem hochauflösenden Format zu folgen. Stattdessen setzt Sony auf eine Videoaufl ösung von bis zu 4K bei 120p. Videos können mit bis zu 10-Bit-Tiefe und 4:2:2-Farbsampling direkt in der Kamera aufgezeichnet werden.

» Auch bei der Kamerarückseite hat sich im Vergleich zur Alpha 7S II einiges getan: Die dritte Kamerageneration verfügt u.a. über einen Joystick.

» Sony hat die rote Videotaste auf der Kameraoberseite der Alpha 7S III integriert und das Belichtungskorrekturrad mit einer Verriegelung versehen.

Um möglichst kleine Datenmengen zu generieren, kodiert das XAVCHS-Aufnahmeformat mit HEVC/H.265. Der Video-ISO-Bereich reicht von 80 bis 102.400 und lässt sich bei Bedarf auf bis zu 409.600 erweitern. Sony spricht mit weiteren professionellen Ausstattungsmerkmalen wie S-Log3, HLG sowie 16-Bit-RAW-HDMI-Ausgabe anspruchsvolle Filmer an.

Zur Scharfstellung greift die Kamera auf einen Hybrid-Autofokus mit 759 Phasendetektions-AF-Messfeldern zurück, der auch Echtzeit-Augen-AF bietet und damit selbst teilverdeckte Gesichter erkennen soll.

Optimiertes Handling

Der rückseitige Monitor ist dreh- und schwenkbar, per Touch bedienbar und löst 1,44 Mio. Bildpunkte auf. Das flexible Display ist insbesondere bei tiefen und hohen Kamerapositionen hilfreich.

Zum Vergleich: Der Monitor des Vorgängermodells ist lediglich nach oben und unten neigbar. Neben dem Monitor kann der Fotograf und Filmer der Alpha 7S III das Bild auch über den elektronischen Sucher kontrollieren, der mit 9,44 Mio. Bildpunkten hochauflösend ist.

Zudem gibt er das Sucherbild in 0,9-facher Vergrößerung wieder. Viele Fotografen, Filmer und auch wir haben an Sony-Alpha-Kameras oft die Menüstruktur aufgrund fehlender Übersichtlichkeit kritisiert. Das Feedback hat Sony nun bei der Sony Alpha 7S III zum Anlass genommen, das Menü neu aufzubauen und Funktionen intuitiver zu platzieren. Außerdem lässt sich bei der neuen Sony per Touch durch das Menü scrollen.

Wie für eine professionelle Kamera üblich ist das Gehäuse der Sony Alpha 7S III aus einer Magnesiumlegierung gefertigt und staub- sowie spritzwassergeschützt. Ein voll aufgeladener Akku soll nach CIPA-Standard bei eingeschaltetem Sucher für eine Videolaufzeit von rund 80 Minuten reichen. Ein seitlicher USB-C-Anschluss ermöglicht mobiles Aufladen des Akkus mit einer Powerbank oder einer externen Stromversorgung, wenn die Kamera eingeschaltet ist.

» Neues Speicherkartenformat: Die Sony A7S III unterstützt CFexpress Typ A-Karten.

Gleich unter dem USBC-Anschluss befindet sich mit dem HDMI-Typ-A-Anschluss ein weiteres Highlight der Sony Alpha 7S III für die RAW-Ausgabe von Videos. Apropos Highlight: Mit Blick auf den dualen Speicherkartenslot fällt auf, das Sony ein neues Speicherkartenformat in der Reihe der Alpha-Kameras eingeführt hat.

Die beiden Steckplätze sind mit SDXCUHS-II-Karten kompatibel und darüber hinaus auch mit CFexpress Typ A-Karten. Letztere sind mit Lesegeschwindigkeiten von bis zu 800 MB/s und Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 700 MB/s nicht nur extrem schnell, sondern wie gemacht für hochauflösende Videoproduktionen.

Die neue Speicherkarte bringt allerdings auch einen Nachteil mit: Eine 80-GB-Karte der auf Robustheit ausgelegten Tough-Reihe von Sony ist mit 229 Euro teuer. Der Kamerabody der Alpha 7S III ist mit 4.199 Euro ebenfalls im Profisegment angesiedelt. Angesichts der Profifunktionen geht der Preis aber in Ordnung.

Mehr zum Thema
zur Startseite