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Corona: Auch Youtube und Amazon Prime Video reduzieren die Bildqualität

Im Kampf gegen eine Überlastung des Internets durch Videostreaming macht YouTube kurzen Prozess mit Full-HD und 4K Videos. Amazon Prime Video senkt die Datenrate.

Alle großen Streamingdienste machen sich Gedanken um die Stabilität des Internets in Zeiten von Corona und reduzieren mit einfachen Maßnahme die Belastung der Netze. Youtube vermindert die Auflösung der Videos. Netflix und Amazon Prime Video gehen anders vor.

Bei YouTube gibt es nur noch SD-Videos statt Full-HD. Auch 4K soll vorübergehend abgeschaltet werden. In den nächsten 30 Tagen müssen europäische Youtube-Nutzer also mit einer eingeschränkten Bildqualität zurechtkommen. Die höher auflösenden Videos werden jedoch nicht gelöscht, sondern für die Zeit nach der Corona-Pandemie aufgehoben.

Netflix geht bei seinen Bemühungen anders vor als YouTube. Der kommerzielle Streaminganbieter hat die Auflösung nicht reduziert und bietet weiter auch 4K-Videos an, nur wird dabei die Datenrate gesenkt.

Die Maßnahme geht auf eine Initiative von EU-Kommissar Thierry Breton zurück, der Videoanbieter aufgefordert hatte, die Menge der Daten zu reduzieren, die durch ihre Dienste übertragen werden müssen.

Warum senkt Netflix die Auflösung nicht?

Netflix sorgt sich vermutlich um seine Abokunden, die für höhere Auflösungen mehr zahlen müssen. Hätte Netflix nun beispielsweise die 4K-Auflösung gestrichen, hätten diese Kunden kaum noch einen Grund gehabt, den Aufpreis zu zahlen. Eine zugesicherte Datenrate gibt es bei Netflix nicht – hier ließ sich also drehen, ohne dass gleich alle teuren Abos hinfällig wurden. Bei Amazon ist bei Prime Video die 4K-Auflösung ohne Aufpreis dabei.

Um einmal zu verdeutlichen, wie hoch der Bedarf für höhere Auflösungen ungefähr ist, haben wir die Anforderungen von Netflix einmal gegenübergestellt. Bei SD sollte die Leitung 3 MBit/s übertragen können, bei Full-HD 5 MBit/s und bei 4K gleich 25 Mbit/s. Das bedeutet zwar nicht, dass jedes Video diese Datenrate braucht – weil es sich um eine bildabhängige Kompression handelt, doch der Unterschied zwischen Full-HD und 4K ist schon gravierend.

Netflix hofft, 25 Prozent weniger Datenverkehr als vor der Datenraten-Reduktion zu benötigen. Wie das bei Youtube aussieht, verriet der Mutterkonzern Alphabet nicht und auch Amazon hielt sich bedeckt.

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