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Fitbit: Darum muss die Smartwatch ein Erfolg werden

Fitbit will in den Smartwatch-Markt. Das ist die einzige Erklärung für die Übernahme gleich zweier Smartwatch-Hersteller durch den weltweiten Marktführer im Bereich der Fitness-Tracker. Das Unternehmen scheint aber keine Vision einer tollen Smartwatch zu haben, die den Markt der Wearables umkrempeln könnte. Vielmehr ist es wohl von den Zwängen des Marktes dazu verdammt, eine Smartwatch bauen zu müssen.

Fitbit plant eine Smartwatch. Das ist spätestens durch die Übernahme der beiden Smartwatch-Hersteller Pebble und Vector durch den Fitness-Tracker-Hersteller klargeworden. Dabei stellte sich jedoch die Frage nach dem „Warum?“. Schließlich ist Fitbit als Hersteller von Fitness-Trackern außerordentlich erfolgreich und sollte sich deshalb doch eigentlich weiterhin auf das Geschäftsfeld konzentrieren, in dem man sich zum weltweiten Marktführer vorgearbeitet hat.

Wie sich aber nun durch die Bekanntgabe der vorläufigen Geschäftszahlen des Unternehmens für das vierte Quartal 2016 zeigt, stimmt diese Annahme nicht mehr so ganz. Fitbits Smartwatch muss im Lichte dieser Zahlen nicht als Vision des Unternehmens, sondern vielmehr als eine beinahe verzweifelte Maßnahme gesehen werden. Denn die Umsätze enttäuschen. Sie liegen voraussichtlich in einem Bereich zwischen 572 Millionen US-Dollar und 580 Millionen US-Dollar. Erwartet worden war ein Umsatz zwischen 725 Millionen US-Dollar und 750 Millionen US-Dollar. Grund für diese schwachen Zahlen sind ein mäßiges Weihnachtsgeschäft und ein schwacher Black Friday.

Fitbits CEO, James Park, spricht angesichts dieses schwächelnden Umsatzes zwar nur von einem „temporären“ Einbruch. Ob er davon aber selbst überzeugt ist, darf bezweifelt werden. Schließlich plant Fitbit nun das Unternehmen zu „reorganisieren“. Hierfür werden 110 Mitarbeiter, das sind sechs Prozent der Belegschaft, entlassen.

Fitbit muss in den Smartwatch-Markt

Fitbit muss sich nun wohl mit einer neuen Realität anfreunden: Das Geschäft mit den Fitness-Trackern hat seine beste Zeit wahrscheinlich hinter sich. Zum einen gibt es mit Smartwaches bessere Geräte, die einen Fitness-Tracker vollständig ersetzen können. Zum anderen sind mittlerweile auch Smartphones dank neuer stromsparender Hardware und besserer Sensoren dazu in der Lage, die meisten Aufgaben eines Fitness-Trackers zu übernehmen.

Fitbit versucht mit einer Smartwatch nun in ein für das Unternehmen neues Feld vorzustoßen, das in direkter Konkurrenz zum eigenen Kerngeschäft steht. Treibende Kraft ist dabei aber nicht eine grandiose Idee für eine tolle Smartwatch, sondern die Zwänge des Marktes. Ob dies klappen wird ist aber unklar. Schließlich verkaufen sich die meisten Smartwatches ebenfalls nur mäßig. Lediglich die Apple Watch gilt als echter Erfolg. Aber selbst diese Uhr bleibt wohl, trotz anderslautender Aussagen des Unternehmens, hinter den Erwartungen Apples zurück. Andernfalls hätte Apple wohl in seinen Finanzberichten verraten, wie viele Geräte es verkauft hat. Ob Fitbit mit seiner Smartwatch also den drohenden Absturz verhindern kann, ist fraglich.

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