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Sorge um iPhone-Displays: Apple hilft Zulieferer aus der Patsche

Apple hilft Zulieferer Japan Display aus der finanziellen Not. Der iPhone-Hersteller hat offenbar einem seiner Zulieferer finanzielle Zugeständnisse gemacht. Obwohl Apple nicht müsste, will es seine eigenen Rechnungen schneller begleichen. Zudem will das Unternehmen finanzielle Mittel für Japan Display bereitstellen, damit das Unternehmen die Schuldentilgung vorantreiben kann. Das berichtet die Agentur Reuters. Die Firma liefert unter anderem die Displays für Apples iPhone 11.

Die Sorge um finanzielle Engpässe bei Japan Display Inc. (JDI) sollen sich zerstreut haben. Das teilte der neue Geschäftsführer Minoru Kikuoka Pressevertretern am Mittwoch mit.

Hat Apple geholfen?

Kikuoka selbst nannte Apple nicht. Doch es wird spekuliert, dass der iPhone-Hersteller Japan Display entgegengekommen ist. Denn die beiden Unternehmen unterhalten eine strategische Partnerschaft. Apple stellte JDI finanzielle Mittel in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar zur Verfügung, um die eigene Fertigung umzustrukturieren. Entsprechend hat Apple Interesse an einer langfristigen Zusammenarbeit bereits bekundet.

Doch JDI schuldet Apple noch 900 Millionen US-Dollar. Reuters zufolge soll der Konzern aus Cupertino nun nicht mehr auf ein 60-Tage-Zahlungsziel bei eigenen Rechnungen pochen, sondern seine ausstehenden Rechnungen früher bezahlen („offers … support with shorter payment periods“). Auf diese Weise reduziert sich der finanzielle Druck, kurzfristig Verbindlichkeiten leisten zu müssen, für die aber kein Geld da ist.

Abhängigkeit von Apple

Japan Display liefert derzeit unter anderem die LCD-Displays für das iPhone 11 an Apple. Insgesamt ist der iPhone-Hersteller für mehr als die Hälfte der Umsätze verantwortlich. Entsprechend besteht eine gewisse Abhängigkeit.

Das Entgegenkommen Apples kommt nicht von ungefähr. JDI soll wider Erwarten keine Einigung mit der chinesischen Investmentfirma Harvest erzielt haben. Stattdessen sagte Apple zu, an anderer Stelle auch finanziell auszuhelfen. Man möchte 200 Millionen US-Dollar in einen Fonds investieren (doppelt so viel wie ursprünglich geplant), den JDI nutzt, um seine Schulden zu tilgen. Dieser Fonds soll mehr als 470 Millionen US-Dollar groß sein, und unter anderem auch Oasis Management aus Hongkong zwischen 150 und 180 Millionen US-Dollar investieren.

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