Test

Test: Akai Fire - FL Studio Controller mit/ohne Software Lizenz

Schon seit einigen Jahren kommen vermehrt MIDI-Controller auf den Markt, die auf Software zugeschnitten sind und die Bedienung erleichtern möchten. Ganz vorne mit dabei ist die DAW Ableton Live, für die es etliche Controller gibt, wie beispielsweise Novation Launchpad, Akai APC40 oder Ableton Push 2. Doch auch Presonus Studio One und Steinberg Cubase haben spezielle Controller am Start. Und FL Studio? Bislang blieb diese populäre DAW hinsichtlich der Controller-Entwicklung völlig außen vor. Bis jetzt! Akai Fire ist die erste haptische Fernsteuerung exklusiv für FL Studio und wahlweise mit oder ohne Lizenz von FL Studio erhältlich.

Äußeres
Auf den ersten Blick wirkt der Controller vertraut, denn das typische Akai Design kennt man bereits von der etablierten APC-Reihe und auch die Pad-Matrix weckt sofort Erinnerung an den Patterneditor bei FL Studio. Zunächst einmal handelt es sich beim Akai Fire um einen USB-Controller, der keinen Treiber benötigt: anstöpseln, FL Studio starten und loslegen. Im Zentrum findet man die 4x16-Pad-Matrix mit anschlagdynamischen RGB-Pads, um Pattern zu programmieren oder Fingerdrumming zu ermöglichen. Das kleine OLED-Display dient der Abnahme von essentiellen Infos. Zahlreiche Taster sowie vier berührungsempfindliche Endlosregler mit vier Bänken und ein zentraler Push Encoder unterstützen die Bedienung.

Beat-Programmierung
Die unübersehbare Pad-Matrix ist prädestiniert für die Beat-Programmierung, da man immer vier Spuren auf einen Blick hat. So kann man einen Beat, bestehend aus beispielsweise Kick, Snare, Closed und Open Hi-Hat, gleichzeitig programmieren. Bei gedrückten Pads lassen sich zudem ein oder mehrere Events im Microtiming verschieben und tonal versetzen. Groovende Hi-Hat-Muster und Trap-style Snare Rolls mit Tonhöhenfahrten sind damit also schnell gemacht. Nach dem gleichen Prinzip kann man auch die Lautstärke für jedes Event bestimmen, um beispielsweise Ghost Notes einzufügen. Möchte man Akzente setzen, gibt’s hierfür einen Eingabemodus, wie man es von klassischen Drumcomputern kennt. Für das Austauschen der Instrumente bietet sich die Browse-Funktion mit dem Push-Encoder an, da man während des Durchforstens der Sample-Bibliothek auch diese vorhören kann. Generell gelingt die Beat-Programmierung mit dem Controller ziemlich flott. Wünschenswert ist jedoch die Möglichkeit, den Swing-Parameter von der Hardware steuern zu können. Dies muss man leider weiterhin mit der Maus erledigen.

Klaviatur an Bord
Wenn man den Beat fertig programmiert hat, kann man zum Note-Modus wechseln und das Pad-Layout ändert sich in eine Klaviatur mit vier Oktaven. Ein Griff zum Push Encoder ermöglicht anschließend das Eingrenzen auf eine gängige Skale, wie beispielsweise Dur, harmonisch Moll und so weiter. Anfängern wird dadurch das Komponieren von Melodien stark erleichtert, denn der Controller zeigt an, welche Noten „die richtigen“ sind. Aber man muss wissen, dass der Ausdruck von einer spannenden Melodie oder einer mitreißenden Akkordfolge auch von der Dynamik abhängt – und diese lässt sich leider nicht live einspielen. Der Akai Fire hat zwar anschlagdynamische Pads, doch interpretiert FL Studio die angeschlagenen Pads stets mit einem konstanten Wert, das gilt auch für den Drum-Modus. Schade, denn so wird Potential verschenkt.

Schrauben erlaubt
Nach dem die Ideen eingespielt oder auch programmiert sind, ermöglichen die vier berührungsempfindlichen Endlos-Encoder weitere Bearbeitungsschritte. Im Mixer-Modus können Anwender mit den Reglern pro Kanal die Lautstärke, Panorama-Position sowie die hohen und tiefen Frequenzen justieren – für einen flotten Rohmix ist das ausreichend. Resonante Filterfahrten für z.B. schmatzende Basslines gelingen im Channel-Modus. Und ja, Parameteränderungen können im Record-Modus direkt als Automation aufgezeichnet werden. Wer seine eigenen Parameter mit den vier Reglern steuern will, kann diese in den beiden User-Modi frei belegen (via MIDI-Learn).

Fazit
Der Akai Fire ist ein guter Einstiegs-Controller für FL Studio, da man essenzielle Dinge von der Hardware aus steuern kann. Allerdings schreit dieser Neuling gerade zu nach einer ausgewachsenen Pro-Version mit funktionierender Anschlagdynamik, weiteren Einspieltools (Arpeggiator, Akkordgenerator, Note Repeat), einem großen Display für mehr Infos, innovative Finessen à la NI Maschine (Lock Feature, Strumming) und so weiter. Aber wenn man noch keinen MIDI-Controller am Start hat und sich eine kompakte Steuer- und Einspielzentrale für FL Studio wünscht, sollte man Akai Fire aber in jedem Fall antesten

Bewertung
Name
Akai Professional Akai Fire
Pro
  • Plug and Play
  • mehrere Einspielmöglichkeiten
  • intuitive Bedienung
  • robuste, aber leichte Konstruktion
Contra
  • keine Anschlagdynamik 
  • OLED-Display könnte größer sein
  • ausschließlich auf FL Studio zugeschnitten
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