Samsung verspricht Google sowohl den eigenen App-Store als auch die Anpassungen der Android-Oberfläche etwas zurückzufahren. Android soll sich auf Wunsch von Google auf jedem Gerät gleich bedienen lassen – unabhängig vom Hersteller. Für ein vielversprechendes Projekt könnte diese Entscheidung das Ende bedeuten.

Zu Beginn des Jahres, am Rande der CES, fanden offenbar folgenreiche Gespräche zwischen Samsung und Google statt. Während Samsung in Las Vegas mit den beiden Tablets Galaxy Tab Pro und Galaxy Note Pro auch die neue firmeneigene Android-Oberfläche Magazine UX präsentierte, die mit ihrer Kacheloberfläche enorm an Windows Phone erinnert, sprachen Vertreter beider Unternehmen über die Zukunft Androids.
Demnach möchte Google den extremeren Auswüchsen der Hersteller-Oberflächen einen Riegel vorschieben. Stattdessen soll der Wiedererkennungswert des Betriebssystems bei allen Herstellern gegeben sein. Außerdem sollen sich die Nutzer auch bei einem Herstellerwechsel sofort bei der Bedienung Androids zurecht finden. Zu guter Letzt erwartet Google, dass Samsung den eigenen App-Store und Programme wie ChatON oder WatchON etwas zurückfährt. Vielmehr soll auf Samsungs Android-Smartphones und -Tablets der Google Play Store und Google-Apps, wie Hangouts oder Newsstand, eine größere Rolle spielen.
Google lässt, anders als Microsoft, Veränderungen der Oberfläche seines Betriebssystems zu. Allerdings versucht der Internet-Gigant seit einiger Zeit die Hersteller auf eine gemeinsame Linie zu bringen. Ein Erfolg dieser Maßnahme war bisher nicht zu erkennen. Nach einem Bericht der Webseite engadget.com stimmte Samsung, das rund 30 Prozent aller Android-Geräte weltweit verkauft, den Forderungen Googles jedoch überraschend zu. Was diese Entscheidung für Magazine UX bedeutet ist unbekannt – möglicherweise wird die Android-Oberfläche nicht weiter entwickelt.
Welche Zugeständnisse Google an Samsung machen musste, damit der Deal zustande kommen konnte, ist nicht bekannt. Engadget spekulierte sogar, ob Android-Chef Sunda Pichai Samsung mit einem Entzug des Zugangs zum Play Store gedroht haben könnte. Vielleicht ist das Samsung-Betriebessystem Tizen aber auch schon weiter fortgeschritten als man denken möchte, und Samsung verlässt im Laufe des Jahres die Android-Plattform. Letzteres gilt jedoch als unwahrscheinlich.
