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Toshiba Encore im Test und Video: Windows-Tablet mit hoher Leistung für geringen Preis

Langsam kann auch Microsoft im hart umkämpfen Tablet-Markt Fuß fassen – wenn auch nur mit kleinen Schritten. Ein Beispiel dafür ist das Toshiba Encore. Das 8-Zoll-Tablet kommt mit vollwertigem Windows 8.1 und ist auch wegen seines Preises von rund 300 Euro interessant.

Das Toshiba Encore verfügt über die Dimensionen 21,3 x 13,6 x 1,1 Zentimeter und wiegt 433 Gramm. Damit ist es dicker und deutlich schwerer als etwa das iPad mini, das nur 0,75 Zentimeter in der Höhe misst und 331 Gramm wiegt. Die schlanke Bauweise eines iPads oder Android-Tablets bekommen die Hersteller von Windows-Geräten derzeit noch nicht hin. Das ist jedoch oft der Hardware geschuldet, die eher einem Notebook als einem Tablet gleicht. Insgesamt ist unser Testkandidat solide verarbeitet und stabil gebaut. Allerdings lässt sich die Plastikrückseite in der Mitte mit wenig Kraft leicht eindrücken, was im Alltag aber kaum Probleme bereiten sollte.

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Dafür ist sie leicht angeraut, was für etwas mehr Griffigkeit sorgt. Der Bildschirm ist von einem ein bis zwei Zentimeter breiten Rand eingefasst, der wiederum von einem zwei Millimeter breiten Silberstreifen eingerahmt wird. Dass der Hersteller das Tablet vorwiegend für die Nutzung im Hochformat vorgesehen hat, erkennt man am Logo und Windows-Button, die unter der schmalen Seite des Displays liegen. Einen Lüfterschlitz sucht man übrigens vergebens. Toshiba setzt auf eine energiesparende CPU, die ohne aktive Kühlung auskommt. Daher ist das Gerät im Betrieb praktisch nicht zu hören. Für ein Tablet dieser Preisklasse macht das Encore einen sehr wertigen Eindruck.

Display: Der dunkle Spiegel

Der 8 Zoll große Bildschirm löst mit 1.280 x 800 Bildpunkten auf. Full HD erreicht er also nicht, was in diesem Fall aber eher von Vorteil ist, denn gerade Bedienelemente auf dem klassischen Windows-Desktop würden damit kleiner ausfallen als ohnehin schon. Dies würde wiederum die Steuerung erschweren. Insgesamt fehlt es dem Display dadurch an Brillanz und Helligkeit. Zusammen mit der stark spiegelnden Oberfläche kann das gerade draußen zum Problem werden.

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Wer also das Encore unter freiem Himmel nutzt, sieht fast immer sein eigenes Spiegelbild – dafür muss es nicht einmal besonders sonnig sein. Immerhin ist die Anzeige blickwinkelstabil. Auch wenn man sehr schräg von der Seite oder oben auf das Display schaut, bleiben Farben und Helligkeit konstant. Allerdings stören dann die Spiegelungen wiederum stark. In diesem Bereich hat Toshiba keine gute Arbeit geleistet.

Bedienung: Windows 8 mit allen Tücken

Das Encore besitzt drei Hardware-Tasten. Auf der rechten Seite liegen der Ein- beziehungsweise Ausschaltknopf sowie die Lautstärkewippe. Beide sind auch ohne hinzusehen gut zu bedienen, sitzen bombenfest im Gehäuse und bieten einen guten Druckpunkt. Der Windows-Button unterhalb des Displays ist als Sensortaste realisiert worden, lässt sich also nicht ertasten und antwortet auf Berührung. Im Test mussten wir ihn allerdings hin und wieder mehrmals berühren, damit er reagierte. Das mag aber auch ein Problem unseres Testgeräts gewesen sein.

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Ansonsten hängt der Bedienkomfort natürlich stark vom Betriebssystem ab, was in diesem Fall ein vollwertiges Windows 8.1 ist. Die neue Benutzeroberfläche Modern UI lässt sich dank großflächiger Kacheln und entsprechend dimensionierter Knöpfe gut mit dem Finger bedienen. Der Touchscreen reagiert dabei präzise und schnell. Präzision ist ganz besonderswichtig, denn auf dem Desktop kann die Fingersteuerung schnell zum Nervenspiel werden.

Die klassische Windows-Oberfläche ist nämlich ganz und gar nicht auf diese Form der Eingabe eingestellt. Selbst die Icons in der Taskleiste sind eigentlich nur etwas für schmale Finger, von den winzigen Menüpunkten im Startmenü oder in der Systemsteuerung ganz zu schweigen. Hier ist im wahrsten Sinne des Wortes Fingerspitzengefühl gefragt.

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Wer häufig den Desktop nutzen muss, besorgt sich besser einen Eingabestift oder schließt per USB-Maus und Tastatur an. Für letzteres ist allerdings ein Adapterkabel nötig, weil das Encore lediglich einen Micro-USB-Anschluss besitzt. Darüber lädt man das Tablet allerdings auch auf. Wer bei niedrigem Akkustand eine Tastatur anschließt, sollte sich mit dem Tippen also lieber beeilen. Das hat Toshiba bei anderen Tablets schon anders gelöst, indem für den Netzstecker ein proprietärer Anschluss eingebaut wurde. Ob das von Vor- oder Nachteil ist, muss jeder Nutzer letztlich selbst entscheiden. 

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Immerhin bietet Windows 8.1 den immensen Vorteil, dass normale Windows-Programme auf dem Tablet laufen. Anders als die spezielle, aber kaum beachtete Tablet-Version Windows RT ist der Anwender hier nicht auf das relativ magere Angebot an Apps aus dem Windows Store angewiesen. Er kann aus der gigantischen Auswahl an Windows-Anwendungen wählen. Dazu zählt auch Microsoft Office. Die Home & Students Edition 2013 der Büro-Software ist bereits vorinstalliert und muss nur mit dem beigelegten Produktschlüssel freigeschaltet werden. Ein echter Mehrwert, wenn man den eigentlichen Preis von knapp 140 Euro für das Programm berücksichtigt.

Ausstattung: Sparsamer Durchschnitt

Als Prozessor kommt im Encore ein energiesparender Atom Z3740 mit 1,33 GHz zum Einsatz. Die CPU basiert auf Intels aktueller Bay-Trail-Architektur. Bei Bedarf taktet er auf 1,86 GHz hoch. Ihm zur Seite stehen eine Intel HD-Grafikeinheit sowie 2 GB Arbeitsspeicher. Gerade letzteres dürfte in dem einen oder anderen Szenario etwas zu wenig sein. Da der Prozessor aber ohnehin nicht zu den stärksten zählt, sind Arbeitsspeicher-intensive Anwendungen wie Bild- oder Videobearbeitung sowieso nur in begrenztem Umfang möglich.

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Beim Surfen im Web oder der Arbeit mit Office kommt das Encore allerdings nicht ins Schwitzen. Manchmal lässt es sich beim Aufruf von Programmfenstern etwas Zeit. Das Scrollen durch die Kacheln lief im Test allerdings immer flüssig ab. Auch die Wiedergabe von Full-HD-Videos stellt kein Problem dar. Hier bietet die Atom-CPU genügend Leistung. Im Benchmark mit PCMark 8 erreichte unser Testkandidat ordentliche 1.215 Punkte (Home-Benchmark).

Toshiba verkauft das Encore mit 32 und 64 GB internem Flash-Speicher. Davon bleiben im Auslieferungszustand 35,6 bzw. 11,5 GB für eigene Dateien und Anwendungen frei – nicht viel für einen Windows-Rechner. Allerdings lässt sich der interne Speicher mittels microSD-Karte um bis zu 64 GBerweitern. Den Apps aus dem Windows Store nützt das kaum etwas; diese auf einer anderen als der Windows-Partition zu installieren, ist sehr umständlich und von Microsoft nicht vorgesehen.

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Als Besonderheit für ein Tablet dieser Preisklasse verpasst Toshiba dem Encore einen Mini-HDMI-Ausgang, um einen Monitor oder Fernseher als Zweitbildschirm anzuschließen. So kommt das Gerät beispielsweise als Videoplayer zum Einsatz. Dafür ist aber ein Adapter von Mini- auf Standard-HDMI nötig. Alternativ dazu unterstützt das Tablet auch die drahtlose Bildübertragung via Miracast.

Weitere kabellose Schnittstellen sind Bluetooth 4.0, GPS und WLAN 802.11 a/b/g/n, das sowohl im 2,4- wie auch im 5-GHz-Bereich funkt. Zudem gibt es einen kombinierten Kopfhörer-Mikrofon-Anschluss. Der bereits angesprochene Micro-USB-Port übernimmt das Aufladen des Akkus oder den Anschluss von USB-Speichern und -Geräten. Darüber das Tablet mit einem anderen Rechner zu verbinden, was etwa mit Android-Tablets funktioniert, ist nicht möglich. Hier verhält sich das Encore eher wie ein Windows-Notebook.

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Der Akku lässt sich leider nicht auswechseln, sondern ist wie bei so vielen Tablets fest eingebaut. Mit PCMark 8 (Home-Benchmark) ermittelten wir die Akkulaufzeit. Dafür stellten wir das Display auf volle Helligkeit, die im Alltag aufgrund der ansonsten schlechten Werte ohnehin Standard sein dürfte. Der Benchmark simuliert Surfen im Web, Textverarbeitung, Fotobearbeitung, Video-Chats und einfache Spiele. Das Ergebnis waren recht brauchbare 4:34 Stunden – wohlgemerkt unter Dauerbelastung. In der Praxis dürfte man wohl locker über den Tag kommen. Abends muss das Gerät dann aber wieder an die Steckdose. Auch das ist bei vielen Smartphones und Tablets der Fall.

Kamera und Sound: Bescheiden in Aussehen und Klang

Die Kamera auf der Rückseite schießt Fotos mit einer Auflösung von 8 Megapixel – recht ordentlich für ein Tablet. Mehr Positives gibt es jedoch nicht zu sagen. Wie fast alle Kameras gerade in günstigeren Tablets und Smartphones hat auch die des Encores mit ungünstigen Lichtverhältnissen zu kämpfen. Wenn es nicht taghell ist, fängt sofort das Bildrauschen an, das in den Aufnahmen deutlich hervorsticht. Noch gravierender fiel uns aber der geringe Dynamikumfang auf. Sobald ein Teil des Bildes etwas heller ist als der Rest, verschwinden die dunkleren Teile komplett im Schwarz.

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Das Motiv muss also nicht nur hell, sondern auch gleichmäßig ausgeleuchtet sein, um ein passables Ergebnis zu liefern. Aufgrund dessen können wir dieser Kamera im besten Falle Schnappschussqualtäten zusprechen. Das fehlende Blitzlicht untermauert dieses Urteil. Die Webcam auf der Vorderseite erreicht maximal 2 Megapixel und hat mit den selben Problemen zu kämpfen. Für Videochats sollte es aber reichen.

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Die beiden Lautsprecher an der Unterseite des Tablets orientieren sich ebenfalls am Branchenstandard vieler Tablet-Boxen: Sie krächzen und scheppern, die Höhen sind zu hoch, Bass ist praktisch nicht vorhanden. Für die Sounduntermalung von Spielen oder Youtube-Clips mag es noch genügen. Aber Musik – vor allem in hoher Lautstärke – ist kein Genuss. Erschwerend kommt hinzu, dass man einen Lautsprecher mit der Hand verdeckt, wenn man das Tablet quer hält.

Bewertung
Name
Toshiba Encore WT8-A-102/103
Pro
  • Vollwertiges Windows: Microsoft Windows 8.1 ist vorinstalliert, so dass der Nutzer aus dem riesigen Angebot an Windows-Programmen wählen kann.
  • Office inklusive: Mit dem Kauf des Toshiba Encore erhält der Nutzer Microsoft Office 2013 Home & Students gratis dazu.
Contra
  • Dunkler Bildschirm: Das Display des Tablets ist nicht besonders hell und spiegelt stark; gerade unter freiem Himmel kann das sehr stören.
  • Kein Eingabestift im Lieferumfang: Der Windows-Desktop ist mit bloßem Finger kaum zu bedienen, besser geht’s mit einem Stift.
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