News

Google weiß, was Du letzten Sommer gekauft hast

Wie genau Google an die Daten kommt, wissen wir nicht. Tatsächlich aber kann Google, auch über Partnerunternehmen, Informationen zu Kreditkartentransaktionen abfragen, die Konsumenten (in den USA) nutzen, um offline einzukaufen. Anhand der Daten wird dann Onlinewerbung für einige Leute angepasst.

Vorweg: Die nachfolgenden Beschreibungen sind aktuell wohl nur in den USA von Belang. Es ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass sie über kurz oder lang auch hierzulande virulent werden. Dann allerdings würden Datenschützer sicherlich auf die Barrikaden gehen.

Google mit der Kreditkarte im Bunde

Noch immer wird von Unternehmen im Einzelhandel sehr viel Geld für Werbung im Fernsehen ausgegeben, und das, obwohl dem eigentlichen TV-Medium immer weniger Zuschauer beschieden sind. Heutzutage schauen mehr und mehr Leute YouTube und weichen auf Inhalte auf Abruf bei Diensten wie Amazon Video, Netflix, und anderen aus. Google möchte den Unternehmen aber zeigen, dass ein Klick auf eine Werbung online die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Sie das Produkt offline kaufen.

Dazu hat Google schon jetzt fünf Milliarden Offlineeinkäufe aus den letzten drei Jahren „analysiert“, wie man selbst angibt. Der Betreiber der Suchmaschine stellte fest, dass die Wahrscheinlichkeit um 25 Prozent steige, dass ein Kunde ein Produkt „offline“ bei einem Besuch im Einzelhandel kaufe, wenn er vorher auf eine Online-Werbeanzeige geklickt hat. Doch die Analyse des Unternehmens ist noch nicht fertig, denn jüngst hat man YouTube zu denjenigen Plattformen hinzugefügt, die ebensolche Daten auswerten helfen sollen. Der Vergleich zum Fernsehen wird dann noch konkreter sichtbar.

Wie genau Google die Auswertung der Kreditkartendaten betreibt ist unklar. Man weiß allerdings, dass das Unternehmen nicht nur eigene Daten verwenden, sondern auch auf Informationen von Partnerunternehmen zurückgreift, zu denen – Überraschung – auch Kreditkartenunternehmen gehören. Als US-Bürger können Sie der Weitergabe gewisser Daten widersprechen. In Deutschland müssten Sie es vermutlich nicht, da hierzulande in vergleichbaren Fällen das Prinzip „Opt-in“ Vorrang hat und aber nicht „Opt-out“. Die Finanzaufsicht in den USA (FTC) hat sogar in einem Dokument erklärt, wie Sie der Datenweitergabe widersprechen können.

Google Attribution soll Händler überzeugen

Ein Tool namens Google Attribution, das das Unternehmen vor kurzem vorgestellt hat, soll Werbetreibenden helfen, festzustellen, welchen Weg der Kunde genommen hat, nachdem er auf eine Anzeige geklickt hat. Auch offline. Google zufolge kommt ein Verfahren zum Einsatz, dass an beiden Enden Daten anonymisiert verschlüsselt. Der Einzelhändler würde zwar erfahren, „dass“ ein Kunde seinen Laden betreten hat, der online auf eine Anzeige klickte, nicht aber, um welche Person es sich handelt. Eine Studie des MIT, die 2015 veröffentlicht wurde, zeigte aber bereits, dass trotz Anonymisierung drei solcher Datensätze ausreichen würden, um Rückschlüsse auf die Person im wirklichen Leben ziehen zu können.

Google betont, dass das Unternehmen keinen Zugriff auf individuell identifizierbare Kreditkartendatensätze habe.

Mehr zum Thema
zur Startseite