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Ratgeber: Filter für die DSLR

Optische Filter blockieren UV-Strahlen, polarisieren Licht, verlängern die Belichtung und machen sogar das infrarote Spektrum sichtbar. Doch braucht man in Zeiten digitaler Bildbearbeitung die analogen Filter eigentlich noch? Wo liegen ihre Vorteile? Wir klären auf und zeigen, welche Filter ein Muss sind.

Der Pluspunkt eines optischen  Filters liegt in der direkten Veränderung des einfallenden  Lichts auf den Sensor der Kamera. Dadurch werden bereits bei der Aufnahme bestimmte Fotoeffekte oder Bildeigenschaften hervorgerufen. Zu analogen Zeiten waren Filter unersetzlich, heute sind sie teils digital reproduzierbar. Doch es gibt Ausnahmen.

Welche Filter gibt es?

In der digitalen Fotografie kann man zwischen zwei Filtertypen unterscheiden: jene, die man mittels Bildbearbeitung nachahmen und teilweise sogar besser umsetzen kann. Hierzu gehören die meisten Farbfilter wie Skylight- und Farbkorrekturfilter. Ausnahmen bilden nur starke Rotfilter: Diese können den Dynamikumfang der Kamera erhöhen. Die anderen Filter sind die, die sich nicht oder nur sehr schlecht digital nachbilden lassen. Dazu zählen Polfilter, Graufilter und Grauverlaufsfilter. Auch der Infrarotfilter lässt sich digital nicht nachbilden.

Welche Filter dürfen in keiner Fototasche fehlen?

Normalerweise ist es empfehlenswert, Filter für typische Situationen mitzuführen. Dabei gilt: so viel wie nötig – so wenig wie möglich. Landschaftsfotograf und Filterexperte Björn Langlotz rät als Purist sogar nur zu einem Polfilter und gegebenenfalls einem Grau- und einem Grauverlaufsfilter.

Was bewirkt ein Polfilter?

Polfilter erlauben spektakuläre Aufnahmen, etwa weil sie die Spiegelung von Wasseroberflächen optisch unsichtbar machen. „Polfilter minimieren je nach Lichtrichtung Polarisation auf Oberflächen“, erklärt Langlotz. Nichtmetallische Flächen können, physikalisch gesehen, nicht reflektieren, sondern nur polarisieren. Diese Eigenschaft bewirkt, dass bspw. Reflexionen auf Wasseroberflächen vermindert werden oder der Himmel dunkler  wird, da gestreutes Licht auf Staubpartikeln und Wassertröpfchen in der Atmosphäre unterdrückt wird. Das kann, so Langlotz, in der Landschaftsfotografie helfen, um ein satteres Grün bei gleichzeitiger Dunstverminderung  zu erhalten.

Wofür werden Grau- und  Grauverlaufsfilter benötigt?

Der Grauverlaufsfilter wird verwendet, um hohe Kontraste zwischen  Himmel und Erde bei der Landschaftsfotografie auszugleichen.„Ich verwende gerne Filter mit etwa 2 Blenden Abdunkelung und einem weichen Übergang“, verrät Björn Langlotz. Wichtig bei Grauverlaufsfiltern ist, dass es sich um eckige Filter handelt, die in einer Halterung verschoben werden können, um die Lage der Abdunklung zu verändern. Graufilter helfen hingegen dabei, die Lichtdurchlässigkeit des Objektivs pauschal abzudunkeln. Dadurch verlängert sich die Belichtungszeit. „Ein Graufilter ist besonders dann dienlich, wenn es darum geht, fließendes Wasser darzustellen oder belebte Plätze leer abzubilden“, weiß der Experte. Je nach ND-Faktor kann die Belichtungszeit einige Minuten bis Stunden betragen, ohne dass das Bild überbelichtet wird.

Was kostet ein guter Filter?

Aufgrund der Eigenreflexion des Bildsensors sind hochvergütete Filter für die DSLR notwendig. Schon deshalb sollte beim Filterkauf darauf geachtet werden, sehr hochwertige Geräte zu erwerben. Bei üblichen Filtergrößen hält sich der Mehrpreis für die Vergütung meist im Rahmen, allerdings kann dieser trotzdem leicht das Doppelte eines Billigfilters betragen. Die besten Erfahrungen hat Björn Langlotz mit Filtern der Marke B+W gemacht.

Wie kann man einen guten Filter digital nachahmen?

Fotos, die ohne Filter aufgenommen wurden, lassen sich zum Teil über digitale Bildbearbeitung mit einem Filtereffekt versehen. Etwa den klassisch leuchtenden Polfilter-Look durch eine Anhebung des Kontrasts, der Sättigung und der Dynamik im blauen Farbbereich. Aber der eigentliche Effekt des Polfilters (Reflexminderung) ist digital nicht realisierbar. Grauverlaufsfilter lassen sich ebenfalls mithilfe von Photoshop & Co. reproduzieren. Das Ergebnis ist aber weniger gut, als mit einem klassischen Filter aus Glas.

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