Test

Toshiba Portégé Z10t-A-10M im Test: Convertible mit eingeschränktem Display-Drehwinkel

Das Windows-8-Convertible Portégé Z10t von Toshiba spricht Tablet- und Notebook-Nutzer gleichermaßen an. Der Test zeigt, dass dies dem Hersteller perfekt gelungen wäre, hätte er nicht bei einem wichtigen Detail völlig versagt.

Tablet mit Tastatur-Dock oder Ultrabook mit abnehmbaren Touchscreen – je nach Blickwinkel des Nutzers treffen beide Beschreibungen zu. Der Hauptteil der Technik steckt jedenfalls hinter dem Display. Das macht es zu einem vollwertigen Tablet-PC mit Windows 8. Das Gehäuse des Tablets ist aus Kunststoff gefertigt und liegt gut in der Hand. Leider ist es nicht sehr stabil. Mit nur wenig Kraftaufwand lässt es sich recht leicht verbiegen. Das mag auch an der Größe von 11,6 Zoll liegen, aber bei einem Gerät in der Preisklasse von über 1.500 Euro darf man schon etwas mehr Verarbeitungsqualität erwarten. Diese ist dafür bei der sehr dünnen Tastatur gegeben, die laut Toshiba bis zu einer maximale Flüssigkeitsmenge von 30 Milliliter spritzwassergeschützte ist – eine offizielle IP-Zertifizierung gibt der Hersteller allerdings nicht an.

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Sowohl Tablet als auch Dock sind in einem matten Grau gehalten. Schlicht und elegant finden das die einen, die anderen einfach nur langweilig. Die Bewertung überlassen wir eurem persönlichen Geschmack. Weil nahezu alle Anschlüsse im Tablet stecken, ist dieses wesentlich dicker als die Tastatur. Etwas mehr als ein Zentimeter stehen nur wenige Millimeter gegenüber. Allerdings: Einige Anschlüsse hat die Docking-Station ebenfalls zu bieten (siehe dazu weitern unten), weswegen das hintere Ende, in dem sich auch das Scharnier für den Tablet-Anschluss befindet, recht wuchtig daherkommt. Zusammengesteckt wiegt das komplette Gerät 1.428 Gramm, davon entfallen alleine 852 Gramm auf die Tablet-Einheit. Die Maße für Breite und Tiefe liegen bei knapp 30 x 22 Zentimetern.

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Display: Es geht auch ohne Spiegel

Spiegelnde Bildschirme sind inzwischen der Standard, egal wohin man blickt. Das sorgt zwar für knackige Farben und einen hohen Kontrastumfang, aber in hellen Umgebungen oder unter freiem Himmel nervt es oft. Hier tanzt das Display des Portégé Z10t-A-10M angenehm aus der Reihe, denn eine spezielle Entspiegelungsfolie sorgt für eine matte Anzeige, auf der sich nichts spiegelt. Auch Fingerabdrücke – ein Leid, von dem jeder Tablet- und Smartphone-Nutzer zu berichten weiß – sind auf dem 11,6 Zoll großen Monitor kaum zu sehen.

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Dieser löst mit 1.920 x 1.080 Pixeln und somit in Full HD auf, und dank des IPS-Panels sind sowohl Kontrast als auch Blickwinkelstabilität recht ansehnlich. Selbst wenn man extrem von der Seite auf das Display schaut, sind die Inhalte immer noch gut zu erkennen – Farben kippen nicht um, es gibt kaum Kontrastverluste. Schaut man schräg von oben, sieht es nicht ganz so gut aus. Insgesamt hält der Monitor aber, was die IPS-Technik verspricht, auch wenn er nicht gerade mit hohen Helligkeitswerten überzeugt. Wegen der entspiegelten Oberfläche ist aber auch die Arbeit im Freien und bei Sonnenschein problemlos möglich.

Bedienung: Als Laptop kaum zu gebrauchen

Es gibt viele Möglichkeiten, das Portégé Z10t-A-10M zu bedienen. Zum einen lässt es sich natürlich wie ein normales Notebook via Mauspad und Tastatur steuern. Zudem gibt es einen Joystick in der Mitte der Tastatur, mit dem sich der Mauszeiger ebenfalls über den Desktop schieben lässt. Die Tasten des Keyboards sowie der Abstand dazwischen sind ausreichend groß. Allerdings ist der Tastenhub recht gering. Wer sonst mit einer normalen Desktop-Tastatur schreibt, muss sich erst ein wenig umgewöhnen. So gut wie die Notebook-Tastaturen von Lenovo und Samsung sind die unseres Testkandidaten leider nicht. Da spielt aber wie gesagt eine große Portion Gewöhnungssache mit.

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Zum anderen bietet der Touchscreen natürlich alle Möglichkeiten, das komplette Gerät nur per Fingerberührung zu bedienen. Im Test reagierte das Display schnell und präzise auf unsere Eingaben – kein Grund zur Beschwerde. Zudem legt Toshiba zwei Eingabestifte bei, um etwa handschriftliche Notizen anzufertigen. Der kleinere der beiden Stifte findet bequem im Tablet-Gehäuse Platz und ist immer mit dabei – eine sehr praktische Lösung. Der größere lässt sich nicht im oder am Gerät verstauen beziehungsweise befestigen, dafür er bietet er einen digitalen Radiergummi am oberen Ende – ebenfalls praktisch, um Geschriebenes wieder zu löschen. Beide Stifte funktionieren auch in den Ecken und an den Kanten des Bildschirms präzise. Dort kommt es bei Tablets hin und wieder zu Ungenauigkeiten, wenn das Display die Position der Stiftspitze nicht exakt erkennt. Apropos: Toshiba legt drei Ersatzminen für den großen Stift und ein Werkzeug für deren Wechsel bei.

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Das Tablet befestigt man recht schnell am Dock. Zwei zusätzliche Arretierungen sorgen für einen sicheren Halt. Dafür muss der Benutzer jedoch etwas mehr Kraft aufwenden, um den Touchscreen wieder von der Tastatur zu lösen. Das geht bei anderen Convertibles einfacher. Negativ: Das Gerät im wahrsten Sinne des Wortes als Laptop zu benutzen – es also auf den Schoß zu stellen, um damit zu arbeiten –, kann man fast vergessen. Dafür lässt sich das Display nicht weit genug nach hinten klappen. Rund 100 Grad sind es maximal. Das ist viel zu wenig. Selbst beim Einsatz auf dem Schreibtisch wird es schwierig, wenn man den Computer nicht allzu weit von sich weg stellen möchte.

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Da kommt unweigerlich die Frage auf: Hat jemand in der Entwicklungsabteilung von Toshiba das Tablet inklusive Tastatur vor der Freigabe überhaupt mal benutzt? Denn dieses Problem müsste jedem Anwender sofort ins Auge springen. Nach all den guten Worten, die wir bisher über die Tastatur-Einheit verloren haben, tut es uns fast schon leid es sagen zu müssen: Aber mit dieser großen Einschränkung ist das Dock nahezu unbrauchbar und damit überflüssig. Leider hat der Kunde beim Kauf keine Wahl. Denn das Portégé Z10t-A-10M gibt es nur mit Dock.

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Ausstattung: Satte Performance, reichlich Anschlüsse

Dass unser Testkandidat nicht nur äußerlich mit einem Ultrabook mithalten kann, zeigt ein Blick auf das Innenleben. Als CPU kommt ein Intel Core i5-3439Y mit 1,5 GHz zum Einsatz, dem vier Gigabyte DDR3-Arbeitsspeicher mit 1.6 GHz zur Seite stehen. Das es sich – im Gegensatz etwa zu ARM-Prozessoren für mobile Plattformen – um einen ausgewachsenen 64-Bit-Prozessor handelt, ist auch eine aktive Kühlung notwendig. Die Kühlschlitze liegen an der oberen Gehäusekante des Tablets, durch die die Lüftung hin und wieder zu hören ist. Von einem störenden Geräuschpegel kann aber keinesfalls die Rede sein.

Als Grafiklösung ist Intels Onboard-Chip HD Graphics 4000 verbaut, beim Massenspeicher handelt es sich um eine 256 GB große SSD. Das alles sorgt für reichlich Performance, für fast alle Aufgaben stellt das Portégé Z10t-A-10M genügen Rechenleistung bereit. Das bestätigt auch der Benchmark: PCMark 8 (Work-Benchmark Accelerated) attestierte dem Gerät einen ordentliches Ergebnis von 4.005 Punkten. Das ist mehr als ausreichend für den Alltag der allermeisten Nutzer.

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In Sachen Konnektivität hat Toshiba ebenfalls nicht gespart. Ein vollwertiger USB-3.0-Port sitzt direkt neben einem Mini-HDMI-Ausgang und dem kombinierten Kopfhörer-Mikrofon-Anschluss. Zusätzlich bietet die Tablet-Einheit noch einen SD-Kartenleser, der sich einen Schacht mit einem SIM-Karten-Slot teilt. Ein Mobilfunkmodem mi HSDPA und LTE hat das Portégé also ebenfalls zu bieten, um unterwegs über das Handy-Netz online zu gehen. Als weitere drahtlose Technologien hat Toshiba das aktuelle Bluetooth 4.0 + LE sowie WLAN 802.11a/b/g/n eingebaut.

Letzteres funkt sowohl auf dem völlig überlaufenen 2,4-GHz-Band wie auch auf 5 GHz. Die Dockings-Station erweitert die Anschlussvielfalt um einen USB-2.0-Anschluss, einen Gigabit-Netzwerk-Port sowie einen VGA- und einen vollwertigen HDMI-Ausgang. Egal ob per Kabel oder drahtlos – an das Convertible lässt sich so gut wie alles anschließen, was einem aktuellen Standard folgt. Hier dürften Nutzer keine Probleme bekommen. Selbst einen GPS-Empfänger für die Orientierung auf Karten unterwegs hat Toshiba eingebaut.

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Unser Testgerät hat nur einen Akku zu bieten, der hinter dem Display sitzt. Einen zusätzlichen Akku im Dock gibt es nicht. Im Akku-Benchmark von PCMark 8 macht der Energiespeicher nach knapp sechs Stunden schlapp. Einen ganzen Arbeitstag ohne Steckdose zu überstehen, dürfte also schwierig werden. Aber für längere Meetings oder Besuche beim Kunden reicht es locker. Angesichts der Leistung geht die Laufzeit des Akkus schon in Ordnung. Aufladen lässt er sich direkt am Tablet oder über die Docking-Station. Beide Einheiten bieten einen Anschluss.

Kamera und Sound: Stiefmütterlich behandelt

Zu leise, kaum Bass, wenig Dynamik – die Lautsprecher auf der Rückseite des Tablets genügen gerade einmal für die Sound-Untermalung bei Präsentationen oder Spielen – wenn man keine hohen Ansprüche hat. Für die Musikwiedergabe sollte man besser externe Boxen anschließen. Ähnlich enttäuschend sind die beiden Kameras. Die Webcam auf der Vorderseite löst mit gerade einmal einem Megapixel auf, ist also geradeso für Video-Chats geeignet. Aber auch dabei trüben schlechte Fokussierung und ein leicht unscharfes Bild den Gesamteindruck.

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Etwas besser macht es die Kamera auf der Gehäuserückseite. Sie schießt Bilder mit drei Megapixeln und liefert in Sachen Schärfe sowie Kontrast bessere Ergebnisse. Der Fokus scheint aber auch hier nicht korrekt zu arbeiten, denn nicht immer wird das gewünschte Objekt anvisiert. Selbst anspruchslose Hobby-Fotografen dürften den Einsatz der Kamera nicht ernsthaft in Erwägung ziehen. Aber wer benutzt ein Tablet auch schon als Fotoapparat?

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Bewertung
Name
Toshiba Portégé Z10t-A-10M
Pro
  • Vollwertiger Windows-8-Rechner in Tablet-Form: Das Gerät läuft mit Windows 8 Pro und unterstützt daher alle Programme, die man auch auf einem Windows-PC nutzen kann.
  • Gute Leistung, viele Schnittstellen: Das Convertible überzeugt mit sehr guter Performance und nahezu allen gängigen drahtlosen und kabelgebundenen Verbindungsmöglichkeiten.
Contra
  • Kleiner Aufklappwinkel: Nutzte man das Gerät als Notebook, erweist sich der geringe Aufklappwinkel von nur 100 Grad zwischen Tastatur und Display als extrem störend.
  • Verarbeitungsqualität könnte besser sein: Das Kunststoffgehäuse der Tablet-Einheit ist nicht ganz so stabil wie man von einem Gerät in dieser Preisklasse erwarten kann.
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