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Die 7 besten Underdog-Smartphones 2014: Einzigartigkeit, soweit das Auge reicht

Jeder Hersteller, der etwas auf sich hält, braucht heutzutage ein Flaggschiff-Smartphone möchte man meinen. Dass es auch mit einzigartigen Software- und Hardware-Features geht, zeigen die diesjährigen Underdogs mit innovativer Software und einzigartigen Hardware-Funktionen.

Das iPhone, das Galaxy S5 und das HTC One kennt so ziemlich jeder. Auch vom LG G2, von den Nexus-Smartphones oder den vielen Sony Xperia Zs hat der ein oder andere schon einmal etwas gehört.

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In Leistung und Hardware unterscheiden sich die Geräte jedoch kaum. Auch beim Betriebssystem sind die Unterschiede kleiner, als es die Werbekampagnen von Samsung, Apple und Sony vermuten lassen. Allenfalls im Design und in Kleinigkeiten wie Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse oder der der Kamera lassen sich deutlichere Unterschiede feststellen.

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Nicht so bei den Underdogs. Viele Start-Ups und andere Hersteller abseits der markbeherrschenden Unternehmen versuchen sich mit einzigartigen Features, sei es bei der Software oder dem Gerät selbst, von den Großen abzusetzen. Wir haben für euch die sieben wichtigsten Neuerscheinungen dieser Kategorie in diesem Jahr zusammengefasst.

Blackphone

Im Vorfeld des Mobile World Congress 2014 in Bacelona kündigte der Hersteller Geeksphone zusammen mit Phil Zimmermanns Silent Circle ein sogenanntes „sicheres“ Smartphone an. Dieses Smartphone sorgte in Zeiten des NSA-Skandals und der Totalüberwachung natürlich für großes Aufsehen.

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Das Blackphone zeichnet sich in erster Linie durch seinen verschlüsselten VoIP-Dienst aus. Die Nutzung soll die ersten zwei Jahre nach Erwerb des Blackphones kostenlos sein, wird danach jedoch einen noch unbekannten monatlichen Betrag kosten. Zu beachten gilt, dass VoIP nur über das Internet funktioniert. Ein Anruf aus dem Ausland könnte also ordentlich auf den Geldbeutel schlagen.

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Als Betriebssystem des Blackphones stellen sich die beiden Unternehmen ein abgewandeltes Android (Privat OS) vor, bei dem einige Android-Apps durch sichere Blackphone-Anwendungen am Werk ersetzt sind. Diese Apps soll es jedoch zu einem späteren Zeitpunkt auch für andere Smartphones geben. An sich ist das eine gute Idee, sonst könnten nur Blackphone-Besitzer verschlüsselt miteinander telefonieren. Allerdings stellt sich die Frage, wozu ein Blackphone überhaupt notwendig ist, wenn die Apps auch einfach auf einem Galaxy S5 installiert werden können.

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Zur Hardware äußerten sich die Geeksphone-Mitarbeiter in Barcelona noch sehr vage. So soll das Blackphone einen Quad-Core-Prozessor, 2 GB Arbeitsspeicher und 16 GB internen Speicher besitzen. Die Bildschirmdiagonale soll 4,7-Zoll . Außerdem gibt Geeksphone eine Full-HD-Auflösung mit 1.920 x 1.080 Pixeln für das Blackphone an. Über den Preis, die WLAN- und Bluetooth-Schnittstellen oder eventuelle LTE-Fähigkeit ist noch nichts bekannt.

Ubuntu Phone

Canonical präsentierte das Ubuntu Phone erstmals auf der Consumer Electronics Show 2013 in Las Vegas und sorgte dort für einen Paukenschlag. Ein halbes Jahr später versuchte die Mutterfirma hinter Ubuntu über die Crowdfunding-Plattform indiegogo 32 Millionen US-Dollar für das erste Ubuntu-Phone einzunehmen, scheiterte jedoch trotz der Rekordeinnahmen von rund 20 Millionen US-Dollar. Kurze Zeit später kündigte Canonical an, dass das Unternehmen nun Smartphone-Hersteller sucht, um 2014 ein Ubuntu-Phone auf den Markt bringen zu können. Der letzte Stand der Dinge ist, dass es gleich zwei Hersteller gäbe, die noch dieses Jahr ein Smartphone bauen wollen.

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Das Ubuntu Phone wird High-End-Hardware besitzen. Schließlich steht hinter dem Gerät ein revolutionäres Konzept: Es soll gleichzeitig als Smartphone und als vollwertiger Desktop-PC funktionieren. Dazu stellt sich Canoncial ein Smartphone-Dock vor, an dem Nutzer mittels USB-, HDMI- und Netzstecker-Slots Tastaturen, Mäuse, Bildschirme und weitere Peripherie-Geräte anschließen können.

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Auf dem Gerät selbst läuft ein vollständiges Ubuntu. Steckt das Smartphone im Dock, wechselt es in den Desktop. Trägt man es in der Hosentasche, läuft darauf die Ubuntu-Touch-Oberfläche, die sich derzeit noch in der Entwicklung befindet, aber bereits äußerst schick aussieht. Welche Hersteller das Smartphone bauen, ist noch nicht bekannt, auch nicht, wie genau die technischen Spezifikationen aussehen sollen. Allerdings gibt es Betriebssystem-Rs für Googles Nexus-Smartphones und -Tablets. Wir gehen also von einem 5-Zoll-Gerät mit Snapdragon-Quad-Core-Prozessor und Full-HD-Display aus.

Firefox Phone

Das quelloffene Betriebssystem Firefox OS zog Mitte 2013 aus, um die Welt zu erobern. Wie sich herausstellte, jedoch nicht die ganze Welt, sondern in erster Linie Einsteiger-Märkte. Obwohl bereits mehrere Modelle von ZTE, LG und dem spanischen Hersteller Geeksphone auch in Deutschland auf den Markt gebracht wurden, bekommen die Firefox-Smartphones nur sehr wenig Aufmerksamkeit.

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Das liegt hauptsächlich an den Geräten selbst. Bei allen Firefox-Phones handelt es sich um günstige Einsteiger-Geräte. Die Hardware ist am unteren Ende des technologisch Machbaren einzuordnen. Das Betriebssystem selbst läuft dagegen rund. Auch bei mäßiger bis schlechter technologischer Ausstattung der Geräte gibt es kaum Beschwerden über Ruckler oder Bugs.

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Mozilla versucht mit Firefox OS vom klassischen App-Store etwas auszubrechen, auch wenn es sich nur um marginale Unterschiede handelt. Apps werden nicht aus dem App-Store installiert, sondern über den integrierten Browser. Dass es sich dabei um Firefox handelt müssen wir wohl kaum erwähnen. Wie bei Android können die Anwender das entsprechende Programm von der Hersteller-Seite oder von der Firefox-OS-Webseite herunterladen, falls es dort aufgeführt ist. Wir gehen davon aus, dass früher oder später ein eigener App-Store auf das Betriebssystem kommen wird. Schließlich erleichtert er die App-Suche ungemein.

Zumindest in Europa wird das Firefox-Smartphone trotz neuer Modelle in diesem Jahr keine allzu große Zukunft haben. Zumindest nicht, solange das Betriebssystem weiterhin nur auf Einsteiger-Smartphones läuft und keine höherklassigen Geräte kommen. Schade.

Jolla Phone

Das Jolla Phone erwarten wir ebenfalls in diesem Jahr auf dem deutschen Markt. Bei dem Gerät experimentiert finnische Hersteller mit einem gestenbasierte Betriebssystem namens Sailfish OS. Dabei verzichtet das Betriebssystem größtenteils auf klassische Buttons, wie sie bei iOS oder Android zu finden sind. Stattdessen sind beinahe alle Aktionen über Wischgesten von unten, oben, rechts oder links ausführbar. Der Homescreen wird außerdem durch eine Art Task-Manager ersetzt, auf dem die derzeit geöffneten Apps wie Widgets angeordnet werden können.

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Sailfish OS basiert auf Android. Alle Android-Apps laufen deshalb auch auf diesem Betriebssystem. Allerdings sind die meisten Android-Apps nicht an die Gestensteuerung angepasst. Sie müssen also größtenteils über klassische Buttons für „Home“ und „Zurück“ bedient werden. Dafür werden Nutzer im App-Store des Jolla Phones auf keine App verzichten müssen.

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Die Hardware des Jolla Phones entspricht einem Mittelklasse-Gerät. Unter der Haube taktet ein Snapdragon-400-Dual-Core-Prozessor mit 1,4 GHz. Der Arbeitsspeicher liegt bei 1 GB, der interne Speicher bei 16 GB und kann mittels einer microSD-Karte um weitere 64 GB erweitert werden.  Das 4,5-Zoll-Display besitzt mit 540 x 960 Pixeln keine sehr hohe Auflösung, dafür ist es mit kratzfestem Gorilla Glas 2 überzogen. Neben Wi-Fi 802.11 b/g/n sind auch Bluetooth 4.0, GPS und ein NFC-Chip mit an Bord des Smartphones. Außerdem beherrscht das Jolla Phone den Mobilfunknetz-Standard LTE. Der Akku hätte mit seiner Kapazität von 2.100 mAh jedoch etwas größer ausfallen können. Dafür ist er austauschbar.

Yota Phone

Beim Yota Phone handelt es sich eigentlich um ein klassisches Android-Smartphone. Die Bildschirmdiagonale beträgt 4,3 Zoll, die Auflösung 1.280 x 720 Pixel (HD-Ready). Ein Snapdragon-S4-Dual-Core-Prozessor, der mit 1,7 GHz taktet, treibt das Yota Phone an. Der Arbeitsspeicher liegt bei 2 GB, der interne Speicher bei 32 GB. Anwender können auf die Verbindungsstandards Wi-Fi 802.11 a/b/g/n, Bluetooth 4.0 und LTE zurückgreifen. Auf der Rückseite des Smartphones ist zudem eine Kamera mit 12-Megapixel-Sensor angebracht.

Nur der Akku ist mit seiner Kapazität von 1.800 mAh etwas klein geraten. Allerdings hat Yota guten Grund zu glauben, dass so ein kleiner Akku für das Yota Phone groß genug ist. Auf der Rückseite des Geräts sitzt nämlich ein 4,3 Zoll großes eInk-Display mit einer Auflösung von 640 x 360 Pixel. Auf diesem Display können bestimmte Informationen, die sich nicht ständig ändern, zum Beispiel der Kalender, der Wetterbericht oder ein Flugticket, abgelegt werden. Solange sich die Anzeige auf dem zweiten Bildschirm nicht ändert, verbraucht es auch keinen Strom. All die kleinen Display-Aktivierungen, nur um mal kurz die Uhrzeit nachzusehen, entfallen also.

Bis auf dieses Display handelt es sich beim Yota Phone um ein herkömmliches Android-Mittelklasse-Smartphone – allerdings für rund 500 US-Dollar. Ob sich ein eInk-Zweit-Display bei Smartphones durchsetzt, darf angesichts des Preises bezweifelt werden. Viel mehr als einen Achtungserfolg dürfte Yota mit diesem Telefon nicht eingefahren haben, zumal es bereits erste Smartphone-Cases mit integriertem eInk-Display gibt, die via Bluetooth mit jedem beliebigen Telefon verbunden werden können.

Oppo N1

Auch beim N1 des chinesischen Herstellers Oppo handelt es sich auf den ersten Blick um ein klassisches Android-Smartphone. Es unterscheidet sich lediglich durch die schwenkbare Kamera von der Konkurrenz: Oppo scheint sich gefragt zu haben, warum das Unternehmen zwei Kameras verbauen sollte, wenn eine auch noch signifikant schlechter ist als die Hauptkamera und deshalb kaum genutzt wird. Stattdessen wird der Balken am oberen Ende des Geräts einfach um 180 Grad nach vorne geklappt und schon können Nutzer auf eine 13-Megapixel-Frontkamera zurückgreifen.

Der zweite große Unterschied im Vergleich zu anderen Android-Smartphones versteckt sich im Betriebssystem. Oppo setzt nämlich kein klassisches Android ein, sondern greift auf den CyanogenMod zurück. Die Macher hinter diesem Mod haben sämtliche nicht-quelloffene und damit proprietäre Android-Software aus dem Betriebssystem geworfen und durch freie Software ersetzt. Eine Gmail-App, Hangouts oder den Google Play Store sucht man vergebens. Wer möchte kann sich jedoch den Play Store nachträglich installieren und hat so Zugriff auf alle Android-Apps. Außerdem lässt der CyanogenMod den Anwender wesentlich tiefer in das Betriebssystem eingreifen und liefert deutlich mehr Anpassungsmöglichkeiten als das Android.

Dafür gibt es aber auch keine echten Sicherheitsvorkehrungen mehr. Der Anwender besitzt Root-Rechte und kann das Telefon bei falscher Bedienung mit wenigen Klicks schrott machen. Der CyanogenMod steht vielen anderen „normalen“ Android-Geräten ebenfalls zur Verfügung. Um ihn installieren, muss man das Smartphone jedoch erst rooten. Garantieansprüche erlöschen durch diese Handlung. Vorsicht ist also geboten.

An der Hardware des Oppo N1 gibt es für ein gehobenes Mittelklasse-Smartphone nur wenig auszusetzen. Ein Snapdragon-600-Quad-Core-Prozessor treibt das Smartphone mit 1,7 GHz an. Der Arbeitsspeicher liegt bei 2 GB, der interne Speicher jedoch lediglich bei 16 GB. Sehr beeindruckt hat uns die enorme Akku-Kapazität von 3.600 mAh. Bei den Verbindungsstandards hat Oppo an Wi-Fi 802.11 a/b/g/n und Bluetooth 4.0 gedacht, jedoch LTE vergessen. Dafür sind ein GPS-Chip und NFC mit an Bord. Die Bildschirmdiagonale von 5,9 Zoll sorgt dafür, dass eigentlich der Name Phablet besser zutreffender ist. Die Auflösung dieses Monster-Displays erfüllt den Full-HD-Standard (1.920 x 1.080 Pixel).

Wer keine proprietäre Google-Software auf seinem Android-Smartphone haben möchte, kommt um den CyanogenMod kaum herum. Das Oppo N1 (circa 450 Euro) ist zudem das einzige Smartphone mit diesem Betriebssystem, bei dem man nicht auf die Garantie verzichten muss, um diesen Android-Mod zu bekommen.

Nokia X

Das Nokia X hat seine seltsame Entwicklungsgeschichte hinter sich. Ursprünglich wurde es offenbar von Nokia entworfen, um gegenüber Microsoft ein Druckmittel bei Lizenzgebühr-Verhandlungen in den Händen zu halten. Immerhin hat Nokia bis zum Nokia X kein einziges Android-Smartphone gebaut und stattdessen alles auf die Karte Windows Phone gesetzt. Bevor das Nokia X jedoch angekündigt werden konnte, machte die Meldung die Runde, dass Microsoft die Mobilfunk-Sparte Nokias für rund 5 Milliarden Dollar komplett übernehmen wird. Der Kauf bis auf wenige Unterschriften auch bereits in trockenen Tüchern, als Nokia sein erstes Android-Smartphone auf dem Mobile World Congress 2014 in Barcelona vorstellte.

Die technischen Spezifikationen des Nokia X beschreiben ein Einsteiger-Smartphone. Als Prozessor kommt ein Coretex-A5-Dual-Core zum Einsatz, der mit 1 GHz taktet. Der interne Speicher liegt bei 4 GB, der Arbeitsspeicher nur bei 512 MB. Auch bei den Verbindungsstandards setzt Nokia nur auf das Nötigste: So sind Wi-Fi 802.11 b/g/n und Bluetooth 3.0 mit an Bord. Die Mobilfunknetzgeschwindigkeit beschränkt sich auf 3G. Das 4-Zoll-Display des Nokia X muss mit einer mageren Auflösung von 800 x 480 Pixeln zurecht kommen. Dafür kostet das Smartphone auch nur rund 100 Euro. Seine größeren Brüder XL und X+ sind ein klein wenig besser ausgestattet, ihr Preis von unter 200 Euro weist allerdings ebenfalls auf Einsteiger-Hardware hin.

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Als Betriebssystem kommt zwar Android zum Einsatz, allerdings mit einer Oberfläche wie wir es noch nie zuvor gesehen haben. Sie erinnert mit ihrer Kacheloberfläche extrem an Windows Phone, nur deutlich hässlicher. Auch die Benutzerführung entspricht eher der von Windows Phone und weniger dem was wir von jedem anderen Android-Smartphones gewohnt sind.

Ob das Nokia X nach Deutschland kommt ist unklar. Ursprünglich gingen mehrere Quellen von einem weltweiten Vertrieb aus. Mittlerweile heißt es jedoch, dass das Einsteiger-Smartphone nur in schwächeren Märkten angeboten wird. Der Grund dürfte vor allem beim neue Eigner von Nokia zu suchen sein: Das Nokia X soll Neukunden aufgrund seiner ähnlichen Oberfläche für Windows Phones gewinnen und nicht als Konkurrent zur Lumia-500er-Reihe auftreten, was in Europa .

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