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Galaxy S6: Aus diesen Gründen lohnt sich die Android-Alternative Tizen OS auf dem Samsung-Flaggschiff

Das hauseigene Betriebssystem Tizen OS wird in den Medien und sicherlich auch in der Firmenzentrale von Samsung heftig diskutiert. Ist es sinnvoll, künftige Galaxy-Geräte, wie das S6, mit der Android-Alternative auszurüsten? Während einiges dagegen spricht, bieten sich auch etliche Vorteile an. Wir zeigen euch, wieso es sich für Samsung lohnen könnte, sein künftiges Flaggschiff-Smartphone mit Tizen OS auszuliefern.

Entgegen triftiger Gründe, die für Tizens Chancenlosigkeit gegenüber dem Google-Betriebssystem Android sprechen, hat sich Samsung dazu entschieden, ein erstes Smartphone herauszubringen, auf dem das Debian-basierte Alternativ-OS läuft. Ein Video gibt einen Vorgeschmack auf das besagte Samsung Z.

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In letzter Zeit verstummten jedoch die Stimmen rund um Tizen. Einerseits könnte das daran liegen, dass sich Samsung nun doch langfristig von der Android-Alternative verabschiedet. Andererseits könnte das auch bedeuten, dass Samsung still und heimlich an seinem hauseigenen OS tüftelt, um sein nächstes großes Flaggschiff, das Galaxy S6, damit auszustatten und das, obwohl Sundar Pichai, Android-Chef bei Google, in einem Interview versicherte, dass das Galaxy S6 ebenfalls mit Android kommen wird. Realität oder Wunschdenken seitens Pichai?

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Verwunderlich wäre es nicht, wenn sich Pichais Ansatz langfristig als Irrtum herausstellt, bietet Tizen OS einige Vorteile. Wir zeigen euch, wieso es sich für Samsung durchaus lohnen könnte, das Galaxy S6 mit dem Android-Konkurrenten auszustatten – oder wenigstens zwei Flaggschiff-Modelle herauszubringen: eines mit Android und eines mit Tizen OS.

1. Widerstand gegen Googles Marktdominanz

Aufgrund seines Marktanteils von rund 80 Prozent wäre es nicht verwunderlich, wenn Google seine Marktdominanz gegen die Original Equipment Manufacturer (OEM), oder Erstausrüster, wie Samsung, ausspielt. Und obwohl sich Pichai für eine Partnerschaft zwischen Google und Samsung ausspricht, scheint sich das Machtverhältnis nicht in der Waage zu halten.

Google will zwar angeblich dafür sorgen, dass Nutzern von Android-Smartphones verschiedener Hersteller eine ähnliche Bedienerführung zur Verfügung steht – dies würde erklären, wieso der Samsung Hub verschwunden ist, schließlich befindet er sich lediglich auf Samsung-Smartphones. Dass der Samsung-eigene Medien-Shop ausgerechnet für den Google Play Store Platz machen musste, erweckt jedoch wiederum den Anschein, dass Google Samsung diktiert, wo es lang geht.

Ähnliches gilt für Google-Anwendungen, wie Gmail und YouTube, die nicht mehr länger im App-Drawer schlummern, sondern ihren Stammplatz auf dem prominenten Homescreen eingenommen haben. Die zwingende Einbindung von Google-Anwendungen ist fest im Knebelvertrag, auch als Mobile Application Distribution Agreements bekannt, verankert. Rüstet Samsung seine Smartphones künftig mit Tizen OS aus, könnte der Tech-Gigant aus Südkorea diese und viele andere Vorgaben aus Mountain View ignorieren und seiner eigenen Kreativität freien Lauf lassen.

2. Android-Apps auch unter Tizen

Wer glaubt, er müsse als Tizen-Nutzer auf Android-Apps verzichten, der irrt. Wie thehandheldblog.com in einem Video zeigt, laufen Android-Apps problemlos unter Tizen. Dafür verantwortlich ist der Emulator Application Compatibility Layer (ACL) von Open Mobile. Der Emulator ist zwar bislang nur für Entwickler gedacht, doch sollte sich Tizen durchsetzen und Einzug auf Samsung-Geräte halten, dann könnte Samsung den Application Compatibility Layer auch bald für Endverbraucher herausbringen. Langfristig besteht somit erstmal kein Mangel an Apps, worüber vermutlich die meisten Nutzer äußert froh sein dürften, denn schließlich entfaltet ein Smartphone nun dann den vollen Funktionsumfang, wenn es passende Apps dafür gibt.

3. Stromsparenderes OS

Tizen schont – nachweislich – den Akku. Daher hat Samsung seine Smartwatches, die Galaxy Gear 2 und Galaxy Gear 2 Neo, mit der Android-Alternative ausgestattet. Im Test hielt die Gear 2 vier Tage durch. Der Vorgänger, die Galaxy Gear, hingegen kam lediglich einen Tag bei durchschnittlicher Leistung mit einer Akku-Ladung aus. Grund genug, um Android auf der Galaxy Gear nachträglich durch Tizen zu ersetzen.

4. Open-Source-System für Partner attraktiv

Während es Tizen OS (noch) an festgelegten Funktionen mangelt, worüber gerade die Endverbraucher bestürzt sein dürften, kommt diese Unterversorgung wiederum Partnern zugute, da sie das derzeit noch unbedarfte System nach ihren Vorstellungen anpassen können. Hierzu gehören in erster Linie Telekommunikationsanbieter, die ihre angepassten Oberflächen und die damit verbundenen Dienste stets erfolgreich verkauften. Aber auch andere Unternehmen, wie Ebay, Panasonic, Sharp und McAfee gehören zu den insgesamt 36 Partnern, die bereits Interesse an einer Zusammenarbeit geäußert haben. Folglich könnte es sich für Samsung finanziell und sicherlich in Hinsicht auf Reichweite durchaus lohnen, Tizen OS einzusetzen und Android den Laufpass zu geben.

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